WordPress in Deutschland

Offener Brief an die WordPress-Community in Deutschland

Liebe WordPress-Community in Deutschland!

Bist du irgendwo? Gibt es dich? Noch, oder wieder? Wer bist du, und wenn ja, wie viele?

Nimm’s mir, bitte, nicht allzu übel, ich habe Schwierigkeiten, dich auszumachen. Zuletzt haben wir uns wohl beim WP Camp Berlin 2013 getroffen, da warst du knapp 300 Seelen stark. 300? Bei um die 180.000 deutschsprachigen WordPress-Downloads pro Version?

Selbst wenn ich mit einrechne, dass längst nicht alle WordPress-Begeisterten sich auf den Weg zu einem Camp machen, kommen mir 300 über ihren eigenen Tellerrand hinaus Aktive irgendwie leise vor.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich dich nicht kenne, liebe WordPress-Community in Deutschland. Kennst du dich eigentlich selbst?

I. Namen

Meine erste Schwierigkeit besteht darin, dass mir nur wenige deiner Namen einfallen.

Damit wir uns gleich richtig verstehen: Ich bin relativ gut mit Namen, wenn ich sie oft genug lese. Und es gäbe auch eine Reihe von Namen aufzuzählen, die man an allen möglichen Stellen immer wieder lesen kann, und die dich auszumachen scheinen.

Indes, so gern ich sonst mit dem Finger auf gute Menschen zeige, dieses Mal lasse ich es, sonst sind wir hier zu schnell fertig. Im Großen und Ganzen scheinst du nämlich doch recht wenige sich wiederholende, bekanntere Namen zu haben, liebe WordPress-Community in Deutschland; zumindest im Vergleich zu deinen Nutzerzahlen.

Wie viele dieser über 7.000 Menschen, die offenbar aktiv und regelmäßig mit WordPress zu tun haben, arbeiten aktiv und regelmäßig an einem gemeinsamen Beitrag zu WordPress?

Wie viele von ihnen wissen überhaupt, dass sie, egal ob sie es wissen oder nicht, ein Teil von dir sind, liebe WordPress-Community in Deutschland, einfach weil sie die freie Software WordPress nutzen – „frei“ wie in „Freiheit“, nicht wie in „Freibier“?

II. Orte

Meine zweite Schwierigkeit, liebe WordPress-Community in Deutschland, besteht darin, dass ich dich nirgendwo als Gesamtheit, als ein Ganzes sehe. Mein Fehler? Mag sein, dann spring’ mir bitte sofort ins Gesicht!

WordPress bei Google
Anonyme Google-Recherche zu WordPress:
ein Webservice, zwei Community-Portale und drei kleine „p“ bei den größten deutschen Webhosts.

Ich benenne mal einzelne Orte, an denen ich dich finde, ok? In keiner bestimmten Reihenfolge fallen mir ein:

  • WordPress Deutschland, inklusive Blog, Foren, Downloads und FAQ;
  • die WP Meetups in Berlin, Franken, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Osnabrück, Potsdam und wo noch überall;
  • eine „Community“ (diesmal als Label in einer Applikation) bei Google+;
  • eine Download-Seite und ein Forum bei WordPress.org;
  • ein Team von Übersetzerinnen und Übersetzern für eine der deutschen Sprachdateien (de_DE, um genau zu sein);
  • eine Handvoll bis ein Dutzend einzelner Blogs;
  • eine Agentur, die einige der Top-Entwickler Deutschlands beschäftigt;
  • zwei bis vier ThemeShops, die teilweise auf WordPress.org  und WordPress.com vertreten sind;
  • ein relativ junges Magazin, dass sich ausschließlich mit WordPress und dir, liebe WordPress-Community in Deutschland, befasst;
  • eine ganze Reihe von Freelancern und kleineren Agenturen, die sich teilweise in einem Dienstleister-Netzwerk organisieren.

All diese Orte sollten dich wohl im Ganzen kartografieren, liebe WordPress-Community in Deutschland, bloß – was tust du, als Gemeinschaft?

III. Tätigkeiten

Wo ist deine selbst gewählte gemeinsame Aufgabe, der rote Faden, das gemeinsame Ziel, das alle deine Beteiligten gemeinsam zu erreichen streben? Kurz: Wo ist dein „Wir“?

Sicher, es gibt eine Menge Fleiß in dir:

  • Die Übersetzerinnen und Übersetzer sorgen bei jedem Versionsupdate dafür, dass die knapp 180.000 Downloads in Deutsch auch wirklich in Deutsch zur Verfügung stehen, sauber, vollständig und pünktlich.
  • Einzelne Plugin-Entwickler arbeiten sich in ihrer Freizeit den Allerwertesten ab für Tausende Anderer, die ihre Plugins privat oder kommerziell einsetzen, ohne jemals an eine Gegenleistung zu denken.
  • In den Foren bei wpde.org und in der Google-Plus-Community beantworten etwa ein halbes Dutzend ehrenamtlicher Moderatorinnen und Moderatoren die WordPress-Fragen von zig-Hunderten, Anfängern wie Profis.
  • Und, nicht zu vergessen, ein – in Zahlen: 1 – Core-Contributor aus Deutschland steht bei jedem Release weit oben in den Credits. Das ist natürlich eine großartige Leistung, die absolut zu respektieren und anzuerkennen ist, nur, liebe WordPress-Community in Deutschland, einer? Wirklich bloß einer? Aus dem Land der Ingenieure?

Es gibt die verschiedensten Arten, WordPress schöner zu machen, und – der Satzteil hat mittlerweile fast schon Phrasenstatus – man brauch kein Entwickler dafür zu sein.

Wo aber sind dann, liebe WordPress-Community in Deutschland, deine vielen helfenden Hände (vom Übersetzerteam mal abgesehen), die z.B. den Codex oder die neuen Handbooks ergänzen und übersetzen, eine vernünftige Anfänger-Doku schreiben, Accessibility-Reviews durchführen und Betaversionen testen sollten?

Wo sind die erfahrenen Anwenderinnen und Anwender, die als Support-Brigade WordPress-Grundwissen in den Foren weitergeben und einfache Fragen im Handumdrehen beantworten könnten?

Wo sind die Mehrsprachler, die einem Entwickler einfach mal aus Dankbarkeit den englischsprachigen Support eines seiner Plugins abnehmen würden?

Wo ist dein Beitrag, liebe WordPress-Community in Deutschland, zum großen, ganzen, internationalen Projekt WordPress? Wo deine Interaktion mit Communities aus anderen Ländern? Deine weithin sichtbare Gemeinsamkeit und Gemeinschaft, die dir ein Profil geben könnte? Wo ist deine gemeinsame Aufgabe, und noch mal: wo dein „Wir“?

WordPress 3.9 Crew
267 Paar Hände für WordPress 3.9 – mit dabei aus Schland: Dominik Schilling und Torsten Landsiedel. (Übersetzer/innen werden nicht erwähnt.)

IV. Zustände

Ich möchte dir, weil du mir am Herzen liegst, liebe WordPress-Community in Deutschland, jetzt ein paar Beobachtungen an den Kopf werfen, und ich bitte dich, mich dafür nicht in der Luft zu zerreissen – wenigstens nicht sofort – sondern mal in dich zu gehen; oder besser: aus dir heraus, denn wenn es dich gibt, bist du viele, und die sollten vielleicht mal wieder miteinander reden?

1. Rückzug

Meine erste Beobachtung wäre:

Ein wesentlicher Teil von dir liegt im Gebüsch und leckt seine Wunden.

Damit meine ich natürlich deine Köpfe, liebe WordPress-Community in Deutschland; dieselben Leute, die dich ins Leben gerufen und dich über die Jahre zu etwas gemacht haben, das die Bezeichnung „Community“ verdient – oder zumindest mal verdient hat?

Ich meine die Menschen, Frauen und Männer, denen das Open-Source-Mindset, das „Gib, wenn du etwas nimmst“ so in Fleisch und Blut übergegangen ist, das sie wahrscheinlich ihre Kinder danach erziehen.

Der Gedanke Open Source kann auf viele Bereiche des Lebens gespiegelt werden – Teilen tut gut; bringt mich und die Anderen weiter …
Frank Bültge, Besser die Wahrheit? (2011)

Mit einigen dieser Menschen habe ich gesprochen, andere lese ich nur. So oder so ist zu beobachten, dass bei etlichen von ihnen Müdigkeit, Resignation, eventuell gar Enttäuschung die Gemütslage bestimmen. Eine Anbindung außerhalb des deutschen Sprachraums stellt nicht immer den perfekten Ausweg dar, und du, liebe WordPress-Community in Deutschland, musst dir sagen lassen: du gibst diesen Menschen, die sich für dich ins Zeug gelegt haben, zu wenig zurück.

Du lässt deine Helden der Arbeit am langen Arm verhungern. Du bist dermaßen auf Schnäppchenjagd und desinteressiertes Instant-DIY gepolt, dass dein Entwicklernachwuchs, wenn es denn welchen gibt, sich von vorneherein mehr Gedanken um Bezahlmodelle für Plugins und Themes macht, als um gute Lösungen.

Du hast deine Vorbilder, deine Idole zum Anfassen und Ansprechen, deine Mütter, Väter, Söhne und Töchter der ersten, zweiten und dritten Stunde um ihre Gage betrogen, die doch einfach nur darin bestanden hätte, zu verstehen, worum es ihnen geht, und den Funken weiter zu tragen.

Du verdienst deine Besten nicht mehr, liebe WordPress-Community in Deutschland, und das Schlimme ist: wie’s aussieht, scheisst du drauf.

2. Perspektivlosigkeit

Wie gesagt, dieser Teil von dir, dessen Aufmerksamkeit du dir erstmal wieder verdienen müsstest, hat seine Aktivität auf ein Glimmen zurückgefahren, wo vor ein paar Jahren noch ein Leuchtturm war.

Das mag teilweise natürlich auch ganz undramatisch plausible Gründe haben:

Menschen gründen zum Beispiel Familien. Und – zack! – sind die vormals mit Programmieren und Bloggen verzechten Nächte plötzlich im Stundentakt erfüllt vom süßen Klang fanfarenartigen Baby-Gebrülls. Das verändert Prioritäten, sagt man.

Oder Menschen machen Karriere, übernehmen mehr Verantwortung im Beruf, steigen vielleicht in leitende Positionen auf, und plötzlich sitzt die Community, die man zu nähren, zu lehren und zu führen hat, im Büro nebenan, anstatt im Forum einer Website.

Sowas kommt vor, und es ist ja auch eher ein Grund, die Betroffenen zu beglückwünschen, als in Tränen auszubrechen.

Aber, liebe WordPress-Community in Deutschland, wo ist dein Nachwuchs? Wo verstecken sich deine neuen Jungen Wilden, die sich den Staffelstab schnappen und drauflos rennen sollten?

Wo sind die Vielen, die vom Wissen einiger Weniger profitierten, jetzt, wo die Wenigen noch weniger werden, und es viele bräuchte, um wenigstens Einiges zu erreichen – gemeinsam?

Falls gerade einige jener Vielen mitlesen, für die dieser Wahnsinn hier geschrieben ist, also einige derjenigen, die vielleicht nicht die ganze Zeit beim Lesen mit dem Kopf nicken, sondern gerade in den Bildschirm rufen möchten: „Ja, guter Mann, aber was soll ich denn machen – ich lerne das Zeug doch gerade erst! Wie soll ich denn da ›open-source-mäßig‹ etwas beitragen??“ – falls so jemand es bis in diese Scroll-Position geschafft hat:

Hey, WILLKOMMEN!!

Auf dich wartet dieses Community-Phantom! Ganz egal, ob du ein Frontend-Genie bist, oder bloß ein paar Webseiten durchkonfiguriert hast – etwas beitragen kannst du sicher. Wie wär’s zum Beispiel damit, zum WordCamp in Hamburg zu kommen, um Menschen kennen zu lernen und beim Contributor Day mehr zu erfahren?

3. Identitätsverlust

Meine zweite Beobachtung, liebe WordPress-Community in Deutschland, lässt sich leider auch nicht besonders diplomatisch formulieren:

Du bist eine ziemliche Niete in Sachen Selbstvermarktung.

Ja, du hast in den frühen Jahren beispiellose Pionierarbeit geleistet. Du warst die erste und größte und aktivste unter den internationalen WordPress-Communities – jedenfalls bis Japan kam. (Ausgerechnet die Japaner … als ob das mit dem Automarkt in den 80ern nicht gereicht hätte.)

ja.wordpress.org
ja.wordpress.org – Startseite der japanischen WordPress-Community. Diese Domain, hach …

In jüngerer Zeit hast du ein paar Camps und etliche Meetups zustande gekriegt, das ist großartig! Aber an anderer Stelle stellst du dich einfach grotten-fantasielos an:

Zunächst mal lehnst du es offenbar ab, als Teil des weltweiten WordPress-Projekts wahrgenommen zu werden.

Ohne hier die Dose der Pandora öffnen zu wollen, in der die historischen Argumente aufbewahrt werden, warum es ein „WordPress Deutschland“ jenseits von de.wordpress.org gibt und warum dieses WordPress Deutschland, jenseits von Übersetzungen, so nahezu gar nicht mit der WordPress.org-Zentrale zu interagieren scheint, wird man doch festhalten dürfen, dass deine zentrale Plattform, liebe WordPress-Community in Deutschland, spektakulär darin versagt, dich und dein Potenzial zu mobilisieren.

Man besucht die Startseite von wpde.org auf der Suche nach Erleuchtung in Sachen WordPress und findet: Origami.

Entschuldigung, Origami??! Was bitte haben gefaltete Papierkraniche mit irgendwas zu tun? Ein Versuch, die Japaner wieder einzuholen?

Aus der Hauptachse der Wahrnehmung (von links oben nach rechts unten) irritiert ausbrechend gleitet der Blick in die Peripherie der Seite und bleibt an einem großen, grünen Werbe-Banner hängen; und noch einem ebenso großen und grünen Logo direkt daneben – erster Gesamteindruck von WordPress in Deutschland abgeschlossen.

wpde.org – Startseite
Startseite von WordPress Deutschland (fotografiert am 4. Juni 2014)

Wo, liebe WordPress-Community in Deutschland, ist der zentrale, motivierende, begeisterte Aufruf zur Mitarbeit an diesem einzigartigen, internationalen Software-Friedensprojekt, das heute über 30 Millionen Websites powert und das die Open-Source-Idee mittlerweile schon an Kinder weitergibt – hurra, die Schule brennt, wir bloggen es mit WordPress?!

Wo finde ich, liebe WordPress-Community in Deutschland, die detaillierte Anleitung zum Mitmachen? Wo werde ich eingeladen, abgeholt, freundschaftlich in die Rippen gestoßen, doch bitte ein Quentchen meiner Zeit und meiner Fähigkeiten als Beitrag zu geben und ein aktiver Teil dieser freundlichen Gemeinschaft zu werden – Teil von dir, liebe WordPress-Community in Deutschland! – die wiederum Teil einer globalen, internationalen, friedlichen und produktiven Gemeinschaft ist – wo??

Nüscht. Knutschende Papiervögel und grüne Banner.

Wenn ich dennoch meinen Weg ins WPDE-Blog oder in eins der Foren finde (dieser Weg beginnt ja in der Praxis eher selten bei den Kranichen, Google sei Dank), wenn ich also, auf der Suche nach Weisheit zur Quelle vorstoße, dürstend, hungrig, mit weit geöffneten rezeptiven Kanälen – wo ist dann hier die visuell hervorgehobene Alert-Box, die mir freundlich lächelnd klar macht, dass WordPress zwar gratis, aber nicht umsonst ist, dass ich gebraucht werde und dass ich, meinen individuellen Möglichkeiten entsprechend, etwas geben kann und sollte, damit diese Quelle der Weisheit, an der mich zu laben ich im Begriff bin, auch morgen noch weiter sprudelt?

Falls du gerade genüsslich einen vermeintlichen Rant gegen die „Verantwortlichen“ bei wpde.org zu lesen glaubst, liebe WordPress-Community in Deutschland – nope.

DU bist es. Es ist deine Plattform. Die Leute mit den FTP-Rechten dort, die WordPress einst in Deutsch möglich machten, als ein internationalisiertes WordPress.org noch nicht mal Zukunftsmusik war, verstehen sich selbst nach wie vor als Pförtner am Tor deiner Villa – auch wenn ihnen das Tor gehört. Wenn sich bei wpde.org irgendetwas für dich ändern soll, muss es von dir kommen.

wpde.org – mögliche Startseite
Einfache Anpassung der Startseite von wpde.org als mögliche Vorstufe zu einem echten Redesign.

Wikipedia macht es mittlerweile ja vor; wobei ich überzeugt bin, liebe WordPress-Community in Deutschland, dir fallen kreativere Köder für freiwillige Beiträge ein als ein trockener Spendenaufruf.

Wie wäre es beispielsweise mit:

  • Plugin-Patenschaften; mehr dazu weiter unten.
  • Eine zentrale Info-Seite für WP Meetups, auf der nicht nur alle Meetups mit ihren Terminen zu finden sind (meinetwegen als Feeds), sondern auch das gesammelte Meetup-Wissen in Form von Präsentationen. (Sagt einer, der einst eine Lanze brach für Meetup-Diversität und dezentrale Strukturen, ich weiß.) So eine Seite gibt es, aber sie verkümmert, weil niemand uns Meetup-Leute triezt, unseren Content dort verfügbar zu machen.
  • P2-Blogs für Expertinnen und Experten, wo Bildungsinitiativen entworfen werden; WordPress gehört in die Schulen, und ein EduPress alleine wird die Nachfrage auf die Dauer nicht decken.

4. Stagnation

All die schönen Dinge, liebe WordPress-Community in Deutschland, die du als eine Gemeinschaft tun könntest, wären im digitalen Medium und mit einem Tool wie WordPress leicht umzusetzen. Zu leicht!

Die schier unlösbar scheinende Aufgabe hingegen besteht darin, dich, liebe WordPress-Community in Deutschland, dazu zu bewegen – und dich immer wieder aufs Neue dazu zu bewegen! – deinen unglaublichen breiten deutschen Arsch hoch zu kriegen und dich, zusammen mit all deinen restlichen Körperteilen, als ein Ganzes in Richtung Ziel zu schubsen.

Denn, liebe WordPress-Community in Deutschland, du hast offensichtlich gerade keine Ahnung, wo das ist: vorne. Und du scheinst immun zu sein gegen die motivierende Wirkung eines wenn auch perspektivischen „Wir“; oder wie anders ist es zu erklären, dass es gut eine Woche vor dem deutschen WordPress-Event des Jahres für selbiges immer noch Tickets gibt? (Update: Einverstanden, 260 verkaufte sind kein Grund, Frust zu schieben.)

Wenn das so wäre, liebe WordPress-Community in Deutschland – und ich hoffe inständig, jetzt zerreisst du mich in der Luft für meine infamen Mutmaßungen – wenn das alles wirklich so wäre, dann wärest du die Serverkosten nicht wert, die es braucht, um ein WordPress Deutschland weiter zu betreiben, geschweige denn die unzählbaren und ungezählten Arbeitsstunden deiner Freiwilligen.

Wenn du echt nicht aus dem Quark kommst, bist du ein Fail. Punkt.

Punkt? Wagen wir einen Blick in die Zukunft – oder ist es tatsächlich ein Blick in die Gegenwart?

  • Dein produktiver Arm besteht aus etwa zwei Dutzend Leuten, die für die deutsche Sprachdatei sorgen und ein paar beliebte Plugins pflegen. Sie werden für ihre Dienste entweder von einer Firma bezahlt, oder sie refinanzieren sich mithilfe eigener Supportlizenzen für ihre Produkte.
  • Dieser produktive Arm ist 24/7 damit beschäftigt, Nahrung in Form von Support, Programmierung und Übersetzung in deine weit offene Futterluke zu schaufeln, liebe WordPress-Community in Deutschland. Denn du hast es dir gestattet, zum reinen Verbraucher zu werden.

In der deutschen Zivilgesellschaft haben Verbraucher besondere Rechte, und die Obrigkeit setzt alles daran, ihnen das Leben so idiotensicher wie nur irgend möglich zu gestalten.

In einer Open-Source-Gemeinschaft – und WordPress funktioniert, trotz aller wirtschaftlicher Bedeutung, immer noch als Open-Source-Gemeinschaft – haben Verbraucher keine Rechte, sondern Pflichten: die Pflicht, ihren Verbrauch mit einem freiwilligen Beitrag auszugleichen zum Beispiel. (Nein, „freiwillig“ und „Pflicht“ stehen hier nicht im Widerspruch zueinander.)

Wird diese Pflicht von zu vielen über einen zu langen Zeitraum ignoriert, gibt es keine Strafe, keine Sanktionen, nicht mal ein Knöllchen. Das Ganze, das sich selbst nicht als Ganzes wahrnimmt, implodiert gelangweilt vor sich hin.

V. Aufruf

Liebe WordPress-Community in Deutschland, lass es nicht so weit kommen!

Besinne dich, formiere dich, sprich mit deinen Akteuren und Dompteuren, deinen alten und neuen Köpfen! Rede mit dem Rest deiner Welt, jenseits der deutschen Grenzen, auch wenn’s in gedenglischtem Englisch ist! Organisiere dich und werde wieder das, was einmal warst: ein Vorbild gelebten Open-Source-Geistes!

Und falls sich der oder die geschätzte Lesende nun gerade fragt: „Aha, aber was will der Mann denn bloß?“, kommen hier  noch ein paar konkrete Vorschläge für mögliche gemeinsame Aufgaben und Aktionen:

Mitmachen, alle, sofort.

Es wäre großartig, wenn alle, die WordPress einmal und mehr pro Woche anfassen, zwei Stunden und mehr im Monat konkret an WordPress mitarbeiteten; und damit meine ich entweder in den Foren bei wpde.org oder wordpress.org, oder an einem freien Plugin, oder an einem der Make-Projekte. Man wird dort in aller Regel wärmstens willkommen geheißen – solange man nicht gerade den Core umzuschreiben trachtet.

make.wordpress.org
„Make Dot Org“ – WordPress zum Mitmachen

„Alle“? Wahrscheinlich nicht, klar. „Viele“ wäre fantastisch. „Einige“ immer noch ein Volltreffer.

Vielleicht macht sich ja der Eine oder die Andere einfach ernsthaft klar, dass Mitmachen bei WordPress kein abgehobener Nerd-Quatsch ist, sondern ein simpler Akt der Vernunft, sofern man mithilfe der Software sein Geld verdient. Die Gleichung von Geben und Nehmen funktioniert wunderbarer Weise in beide Richtungen, aber nur, solange sie eine Gleichung bleibt.

Plugin-(Support-)Patenschaften

Ich weiß, ich muss selbst damit anfangen, aber vielleicht ist ja jemand schneller. Die Idee ist einfach:

Entwickler/innen freier Plugins haben, ab einem gewissen Verbreitungsgrad ihres Produkts, schnell mit Support-Stau zu kämpfen.

Neben der freiwilligen Mithilfe im jeweiligen Plugin-Forum bei W.org, könnte eine weitere Möglichkeit der Unterstützung in einem von Freiwilligen verwalteten Ticket-System bestehen, an das Entwickler/innen die zeitraubenden „DAU“-E-Mails weiterleiten könnten; Fragen also, die auch erfahrenere Anwender/innen des Plugins ohne große Code-Ahnung (aber vielleicht mit guten Schreib-Skills?) schnell beantworten könnten.

Natürlich gäbe es noch viele andere Möglichkeiten, ein beliebtes Plugin bzw. seinen Autor oder seine Autorin dauerhaft zu unterstützen; und auch wenn es sicher nicht immer Euros sein müssen – schaden tun die eigentlich nie.

Contributor Days

Der Contributor Day war als fester Bestandteil vieler WordCamps bekannt, bis Jenny Wong auf dem WordCamp London 2013 auf die Idee kam, ihn in den Stand eines eigenständigen Events zu heben.

Manchester hat es im März 2014 vorgemacht:

  • 1 Tag
  • 1 Raum
  • 1 Agenda

Für Raum und Verpflegung lassen sich Sponsoren finden. Ein Team aus erfahreneren Teilnehmenden übernimmt die Leitung und koordiniert die Aufgaben. Ergebnis: Eine Menge Leute arbeiten an gemeinsamen Zielen für die Software WordPress, schaffen, lernen und haben Spaß dabei.

Contributor Days könnten, außer natürlich von den WP Meetups, auch innerhalb von Unternehmen organisiert werden, oder (als sportliche Challenge?) von mehreren Unternehmen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Tag lang produktiv am WordPress-Projekt arbeiten.

Der Contributor Day beim WordCamp Europe 2013 zählte einige hundert Aktive.

WordPress Deutschland neu denken

Für ein (sicherlich unstrittig fälliges) Redesign der deutschen Community-Plattform könnte ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Zuvor bräuchte es aber wohl einen multidimensionalen Dialog über die Rolle und die Inhalte von wpde.org.

WordPress ändert sich, die globalen Communities ändern sich – will man da mitmachen? Sollte man? Wie genau? Welche Unangepasstheiten leistet man sich eventuell weiterhin, weil sie einen echten Mehrwert gegenüber der WordPress.org -Zentrale darstellen?

Hier sind natürlich auch die Meetups gefragt! Eine Umfrage könnte den Anfang machen: Wie sollte unser wpde.org aussehen?

Zusammenarbeit mit der WordPress Foundation

Wie bitte?!“ – Ja.

Veränderung ist überall, und genauso wie mir altem Zentralisierungskritiker ein Licht aufgehen kann, dass die WPF in der Praxis ein 2-Mensch-Betrieb ist und dass man mit zwei Menschen problemlos reden kann, genauso scheint die WPF mittlerweile verinnerlicht zu haben, dass selbst der Schutzauftrag für eine populäre Open-Source-Marke aus einer verbalen Direktive kein geeignetes Mittel transatlantischer Verständigung macht. You live, you learn.

Kurz, die WordPress Foundation zählt auf dich, liebe WordPress-Community in Deutschland, und freut sich über jedes offene Fenster in deinen Mauern – die Orga-Leute vom WordCamp Hamburg können das sicher bestätigen.

Die WPF zählt aber nicht nur, sie hat auch einiges zu bieten.

Bei Andrea Middleton fließen Erfahrungsströme aus vielen internationalen Gemeinschaften zusammen in einen Wissenspool, aus dem zu schöpfen und in den sich einzuspeisen für jede WordPress-Community eine Bereicherung darstellen muss – auch für die deutsche.

WordCamp Hamburg 2014
Das WordCamp Hamburg 2014 organisieren Freiwillige des WP Meetup Hamburg. Die WordPress Foundation unterstützt u.a. administrativ, sowie mit „Multi-Event Sponsorship Packages“, einer Art Sponsoren-Abo.

Schluss.

Das Schlimmste, was mir persönlich an dieser Stelle passieren könnte, wäre ein Schweigen im WordPress-Wald. Daher hoffe ich auf und bitte eindringlich um Kommentare! Bevor jetzt aber (vielleicht, hoffentlich) die Späne fliegen, sei noch angemerkt:

Der schizophrene Aspekt dieses Pamphlets ist mir durchaus bewusst.

Wenn ich mich selbst nicht zu dem Konglomerat von Adressaten zählte, in dessen sprichwörtlichen Hintern motivierend zu treten die Absicht dieses Artikels darstellt, hätte ich unmöglich die Vermessenheit aufbringen können, dir, liebe Leserin und lieber Leser, eine solche Wortwand zuzumuten.

Wen ich erbost haben sollte, bitte ich, im Interesse der Sache, höflich darum, mit Retourkutschen zur puren Selbstbefriedigung bis zum WordCamp in Hamburg zu warten, wo ich sie gerne auf direktem Weg entgegen nehme (und wieder los werde).

Alle anderen Sorten von Kommentaren, Protestnoten, Watschen, Ideen, Erfahrungen und Vorschlägen gerne jetzt und hier!

Und als allerletzte Bitte: Ich habe mir echt Mühe gegeben mit diesem Artikel. Bitte lies ihn wirklich, bevor du kommentierst. Kommentare sind mit Update vom 11. Juni geschlossen.

Danke.

Nachträge

5. Juni 2014

Aktuelle Blogantworten zum Artikel:

WordPress Deutschland und Inpsyde

Hier und da sind in der Diskussion Meinungsäußerungen gefallen zu der Tatsache, das eine Plattform wie wpde.org von einer Firma wie Inpsyde betrieben wird. Dazu ein paar Fakten:

  • Die Inpsyde GmbH hat sich aus dem Team um WordPress Deutschland herum gegründet, nicht umgekehrt.
  • Inpsyde finanziert die technische Infrastruktur von WordPress Deutschland und schaltet im Gegenzug Werbung auf der Plattform. Das entspricht in der Sache, zumindest aus meiner Sicht, einer durchaus üblichen Form des Sponsorings.
  • Einige der bei WordPress Deutschland aktiven Autorinnen und Autoren, sowie Administratoren sind Mitarbeiter/innen oder Gesellschafter der Inpsyde GmbH. Man muss aber nicht für Inpsyde arbeiten, um bei wpde.org mitzumachen.
  • Die Inpsyde GmbH ist seit Mai 2013 mein Arbeitgeber.
  • Die auf GlückPress und speziell in diesem Beitrag geäußerten Ansichten entsprechen nicht notwendiger Weise denen meines Arbeitgebers; oder mit anderen Worten: ich blogge hier nicht „im Auftrag von“.

Diskussionsstil, Inhalte, Adressaten

Im Großen und Ganzen zieht sich ein, meiner Ansicht nach, fairer und konstruktiver Diskussionsstil durch die Kommentare und Antwort-Beiträge. Vielen Dank dafür!

Vereinzelt fielen dennoch Begriffe wie „bashing“ oder Interpretationen wie die WP-Community in DE sei „tot“. Beides entspricht nicht der Ab- oder Ansicht hinter diesem Artikel.

Meine Fragen und die darin verpackte Kritik können sich, meines Erachtens, inhaltlich gar nicht an die aktiven Mitglieder der Community richten (und tun es auch nicht), ob das nun 20-30 sind, wie z.B. Sergej meinte, oder mehr, oder weniger, ob sie nun auf wpde.org publizieren, oder in eigenen Blogs.

Die Hoffnung war und ist, mit diesen teilweise absichtlich pointiert formulierten Gedanken wenigstens einen Teil derjenigen zu erreichen, die professionell mit WordPress arbeiten, sich aber bisher keinen Kopf um dessen Zustandekommen und Zukunft machen – oder es aufgegeben haben, sich aktiv am Projekt zu beteiligen.

Natürlich können in der Praxis nicht 5.000 Leute auf einen Schlag eine Sprachdatei übersetzen oder das Blog einer Community-Plattform bespielen. Sinnvolle Strukturen zur Mitarbeit zu schaffen ist eine Herausforderung, mit der sich jedes Open-Source-Projekt früher oder später konfrontiert sind.

Mir geht es darum, dass „wir“ – diese vielschichtige, vielseitige und vielerorts zu findende deutschsprachige WordPress-Community – verstehen, dass wir bezüglich unserer gemeinsamen Aufgabe keine Insel sind. Es gibt ja bereits gute Anfänge beim „Mutterprojekt“, an die man anknüpfen kann.

Wie genau das geschieht, sollten und können (rein vom Aufwand her) nicht einige Wenige „im stillen Kämmerlein“ aushecken. Damit WordPress auch in Deutschland von generell als das Projekt wahrgenommen wird, dass es weltweit geworden ist, brauchen wir einen Dialog mit breiter Beteiligung. Den haben wir jetzt vielleicht in Gang gebracht. Was wir als Nächstes brauchen, ist Zeit und einen langen Atem.

6. Juni 2014

Blog-Antworten zum Artikel seit dem letzten Nachtrag:

Themenvielfalt

Aus der umfangreichen und vielschichtigen Diskussion hier und in den Blog-Antworten kristallisieren sich einzelne Themen-Spitzen heraus. Aus meiner Sicht wären das bisher:

  • Wer ist eigentlich gemeint mit „WordPress-Community“?
    • Einige Dutzend ohnehin schon Aktive (Stichwort: Meetups oder Foren-Moderation), von denen in diesem Artikel nun noch mehr Engagement gefordert würde?
    • Oder die mit WordPress arbeitenden Freelancer, deren Einkommens- und Auftragssituation die Forderung nach ehrenamtlichen Engagement vermessen erscheinen lässt, besonders wenn sie von einem Nicht-(mehr-)Freelancer komme?
    • Oder die breite Masse der Anwenderinnen und Anwender, von denen mehr Engagement zu fordern vermutlich aussichtslos sei?
    • Oder die mit WordPress arbeitenden Unternehmen, denen ein gewisses Maß ehrenamtlichen Engagements für das WordPress-Mutter-Projekt unter Umständen möglich wäre, denen aber die organisatorischen Hebel fehlen, wo und womit sie anfangen bzw. an wen sie sich wenden könnten?
  • Wie sollte die zukünftige Rolle der Plattform WPDE als Community-Instrument für deutschsprachige Einstiegsmöglichkeiten ins WordPress-Projekt und Freiwilligen-Support aussehen?
    (Bei allem Enthusiasmus bzgl. Anregungen, bitte nicht vergessen: WPDE wird von Menschen gemacht, nicht von Robotern. Für Gespräche beim WordCamp würde ich persönlich mir eine fragende Grundhaltung und ein Diskussionsstil auf Augenhöhe für alle Beteiligten wünschen. Vielleicht für manche ein Widerspruch zur obigen Form meiner Kritik; mir ging es um die Erscheinung von WPDE aber lediglich als „Symptom“ für den Zustand einer Community.)
  • Kommunikative und konkrete technische Herausforderungen bei der Mitarbeit am WordPress-Projekt, die in der Summe für die Betroffenen eine deutliche Motivationsbremse darstellen können.

Bitte bleibt weiter im Gespräch!

7. Juni 2014

  • Die Startseite des Codex und die Seite zum Mitwirken daran gibt es nun, dank der fleißigen Birgit Olzem, in einer ersten deutschsprachigen Fassung.
  • Zur Rolle der Inpsyde GmbH für WPDE hat Olaf Schmitz, Mitbegründer von beiden, WPDE und Inpsyde, in einem Kommentar Stellung genommen. Danke sehr!
  • Von Ursula kommt ein Kommentar der Sorte, die ich mir für diesen Beitrag besonders gewünscht hatte: Jemand, der/die WordPress einfach nur anwendet und damit glücklich ist, macht sich die Mühe, in diese vielschichtige Diskussion einzusteigen und Fragen zu stellen. Danke! 🙂
  • Noch einmal Birgit Olzem (@BirgitOlzem):
    „WIR“ sind WordPress – ein Essay über das Wir-Gefühl und Verantwortung

Ein erstes, sehr vorläufiges Fazit

Die Absicht hinter dem Artikel bestand darin, Fragen aufzuwerfen und eine Diskussion in Gang zu bringen. Dieses Ziel scheint auf jeden Fall erreicht: wir sprechen miteinander. Das Gespräch wird für Einige beim WordCamp Hamburg „live“ weitergehen – eine Chance, die so schnell nicht wieder kommt. Nutzen wir sie, um nach vorne zu schauen und konstruktiv-ergebnisorientiert zu diskutieren!

Für das, was ab jetzt kommen muss und hoffentlich kommt, brauchen wir einen langen Atem. Erfahrungsgemäß bleiben von einer Masse, die mit diskutiert, am Ende nur Wenige kontinuierlich am Projekt aktiv, und das ist im Prinzip auch völlig in Ordnung. Wichtig sind einfache, funktionierende Strukturen der Kommunikation zum Projekt; das zeigen u.a. etliche Kommentare, in denen von bisher vorhandenen (oder wahrgenommenen) Hürden bei der Mitarbeit die Rede ist.

Wenn wir es schaffen, die bestehenden Einstiegsmöglichkeiten in die Mitarbeit an WordPress in Deutsch zugänglicher zu machen und deutschsprachige WordPress-Anwender/innen z.B. einfach schon bei der Frage „Wer macht meine Software eigentlich?“ abzuholen; wenn wir es schaffen, den Professionellen genauso wie den „Nur-Nutzern“ – die ja den riesigen Hauptteil dieser wie auch immer sich zusammensetzenden „Community“ ausmachen! – die einzelnen Bereiche des Projekts (siehe auch das Video in Torstens Beitrag) und die Grundidee Freier Software verständlich zu präsentieren – dann erreichen wir vielleicht, dass sich ein größerer Teil als heute der Zusammenhänge bewusst wird, wie diese Software zustande kommt und die Wahl trifft, einen Beitrag (in welcher Form auch immer) zu leisten.

Euch allen frohe Pfingsten! 🙂

11. Juni 2014

Nachdem in den letzten Tagen noch einige interessante Kommentare von Anwenderinnen und Anwendern herein kamen, werde ich das Kommentarfeld unter diesem Beitrag heute schließen.

Zum Einen komme ich mit dem Beantworten schlicht nicht hinterher, insbesondere wenn in manchen Kommentaren der Fokus weg vom Inhalt und Kontext des obigen Artikels in Richtung Bash-Fest geht und es eine Menge Zeit und Sorgfalt bräuchte, manches offenbar seit Jahren erhitzte Gemüt mit Fakten zu kühlen. (Für einen bestimmten Kommentar möchte ich aus diesem Grund tatsächlich nicht die Verantwortung der Veröffentlichung übernehmen; passiert mir so auch zum ersten Mal.)

Zum Anderen wurde bis zu diesem Punkt der Diskussion imo auch alles Wesentliche gesagt. Wir haben uns aufgeregt, mit dem Finger in verschiedene Richtungen gezeigt (glücklicher Weise hier und da auch in die eigene), Frust geäußert und stellenweise sogar erste Verbesserungen umgesetzt. Damit scheint mir das Maß dessen, was im Kommentarfeed eines Beitrags passieren kann, erstmal ausgeschöpft. Weiter geht es hoffentlich beim WordCamp Hamburg!

Allen, die sich mit konstruktiven und kritischen Beiträgen an der Diskussion beteiligt haben, nochmals: danke!

23. Juni 2014 (nach WordCamp Hamburg)

Wow.

Gemeinschaft, gemeinsam, offen
Gemeinschaft, gemeinsam, offen – Worte zum WordCamp Hamburg 2014 von Zé Fontainhas

November 2015

Offener Brief II – 500 Tage später

Dezember 2015

WPDE kündigt Umbau an

113 Antworten zu “Offener Brief an die WordPress-Community in Deutschland

  1. Alle Achtung, Caspar! Da hast Du ein mächtiges Manifest verfasst. Ich stimme dir fast überall absolut zu.
    Ich ergänze und bereichere nur ein wenig mit meiner Sicht:
    Nach dem WordCamp Europe in Leiden habe ich als Moderator die Seite http://de.forums.wordpress.org übernommen und noch zwei Moderatoren dazugeholt. Dieser Ort fehlt noch als aktiver Ort, der es jetzt endlich wieder ist. Vorher strandeten die Leute dort oft und bekamen nie eine Antwort. Viel schlägt da nicht auf, aber es sind drei aktive Moderatorenda, die Fragen beantworten und im Zweifelsfall Spam löschen können. 0,5-1 Stunde am Tag geht dafür drauf, die mir als Selbständiger fehlt, die ich aber trotzdem investiere, um selbst zu Lernen und anderen zu helfen, so wie es getan habe, als ich am Anfang stand.

    Auf de.wordpress.org könnten „wir“ das WordCamp bewerben. Auf diese Idee sind wir (obwohl naheliegend) bisher nicht gekommen. Auch die Startseite von WPDE.org könnte das Camp bewerben. Aktuell muss man explizit auf die entsprechende Seite klicken oder im Forum den entsprechenden Thread finden. Für Anfänger, dei nicht wissen, was ein Camp ist, vielleicht schon zuviel verlangt.

    Was fehlt ist sicher Transparenz an vielen Stellen. Wer kümmert sich um was (Übersetzung, Release, etc.)? Wie erreiche ich ihn/sie? Kann mein Blog im Planet erscheinen? Wer entscheidet das? Nach welchen Kriterien?

    Die Werbeanzeigen für MarketPress und Inpsyde sind verständlich, wenn man bedenkt, dass hier ja auch ständig Geld investiert wird. Die Übersetzer und Release-Betreuer sind alle (bis auf mich?), glaube ich, bei Inpsyde angestellt. Und die investierte Zeit für WordPress fehlt womöglich woanders, insofern ist ein Ausgleich (ein kleines Banner) absolut gerechtfertigt. Aber wieder das Stichwort Transparenz: Wenn aufd er inpsyde.com-Seite steht: „Wir unterstützen die Community, indem wir WordPress Deutschland betreiben und WordCamps organisieren.“, dann ist das irreführend (wenn auch nicht falsch), denn die Word/WPCamps wurden in Deutschland 2012, 2013 und 2014 nicht von Inpsyde, sondern von Meetup-Gruppen organisiert.

    Zum Thema Zurückgeben: Wir betonen es immer wieder im Forum: Meldet euch beim Pluginentwickler, wenn ihr ein Problem findet. Auch wenn das Englisch gebrochen ist, egal. Insbesondere wenn ihr gutes Geld damit verdient das Plugin einzusetzen (Ja, ich meine euch Werbe- und Digital-Agenturen!) – dann kauft Pro-Versionen, teilt erstellte deutsche Sprachdateien und meldet Bugs, insbesondere, wenn Ihr sie gefixt habt! Dankbarkeit und erhöhte Motivation Wissen und Plugins zu teilen wird der Lohn sein.

    Vor vier Jahren war ich ein kleines Licht (und bin es immer noch im Vergleich zu vielen anderen), ich war alleine auf meinem ersten WordCamp und habe nur ein wenig Erfahrung mit WordPress gehabt, weil ich eine Vereinsseite damit erstellt habe: Vier Jahre später bin ich Validator der Sprachdatei, habe zwei kleine Core-Patches eingereicht und organisiere das WordCamp in meiner Stadt mit. Und in dieser Zeit habe ich viel von den „Pionieren“ in Deutschland gelernt. Daher teile ich mein Wissen auf WordCamps und in meinem Blog. Das ist der Spirit der GPL und von WordPress. Lasst uns diese „olympische Open-Source-Fackel“ weitertragen an nächste Generationen.

    Die WordPress Foundation war uns eine riesige Hilfe und Andrea und Cami (die beiden Mitarbeiterinnen) sind immer hilfsbereit, lösungsorientiert und keine der Sorgen von uns hat sich bestätigt. Im Gegenteil. Wir können nur empfehlen diesen Weg zu gehen. Die Sprachbarriere ist ein lösbares Problem.

    Warum es immer noch Tickets für das Camp in Hamburg gibt, kann ich auch nicht verstehen. 😉 Wir freuen uns riesig auf das Event und wer sich mehr bei WordPress einbringen möchte, kann sich jederzeit beim Camp an mich wenden!

  2. Auf jeden Fall den größten Respekt für die Menge an Fakten!!! Im Punkt „Perspektivlosigkeit“ hättest du mich ruhig als Referenz benennen können 😉 Ich hoffe, ich kann meinen Nachwuchs – in der Firma und in der Familie – für die Community begeistern und selbst bald auch wieder mehr Energie spendieren!

  3. Du schreibst:
    „Wo finde ich, liebe WordPress-Community in Deutschland, die detaillierte Anleitung zum Mitmachen? “
    Das Forum, der Blog ist ein Projekt der Firma Inpsyde, warum macht sie es nicht….

    Ich fühle mich seit Juni 2005 als Teil der WP Community in De. Zeitlich würde es mich einfach überfordern neben der ModTätigkeit auch noch anders zu organisieren.

    Was ich tu ist zu motivieren – in meinem Umfeld – und „Werte“ vermitteln.

    Es ist zum x-ten Male, dass ich einen WordCamp Termin so spät erfahre, dass ich einfach keine Chance habe.

  4. Es ist zum x-ten Male, dass ich einen WordCamp Termin so spät erfahre, dass ich einfach keine Chance habe.

    Wo hätten wir dich erreicht? Auf welcher Plattform oder welchem Medium/Blog?

    • Es lag an der Bekanntgabe des Termins, das war für meine Terminplanung einfach zu spät.
      Die Frage nach der Erreichbarkeit ist ein gutes Feedback. Danke dafür.
      Entweder hier oder hier

      • Warum der Termin so spät verkündet wurde, hatte ich ja schon in deinem Blog erklärt. Wir hätten gerne früher verkündet …

        Zu deinen Vorschlagen der Erreichbarkeit: Ohne jetzt jede Seite gecheckt zu haben kann ich sagen, dass mindestens 4 Seiten von der Liste dazu gebloggt haben (oder ein Banner auf der Seite steht), inkl. dem von WPDE. Und dazu kommen natürlich noch mehr Blogs.

        Und wir haben auch im Forum von WPDE gepostet: http://forum.wpde.org/wordcamp/126258-wordcamp-hamburg-2014-a.html

  5. Bis Ende letzten Jahres war ich noch „aktives WordPress-Community-Mitglied, seit 5 Monaten habe ich keinen WordPress-Code mehr von nahen gesehen. Warum?

    Die Mitarbeit am Core wird von Tag zu Tag schwieriger, auf jeden Fall für mich persönlich. Bis zur Version 3.8 habe ich noch eigene Patches für Fehler, die ich gefunden hatte, geschrieben (oder wenigstens den Versuch gestartet). Mittlerweile ist der Code so umfangreich (und vor allem komplex) geworden, dass ich es aufgegeben habe, Versuche zu starten einen Patch zu schreiben. Wofür ich einen ganzen Tag brauche schaffen andere in wenigen Minuten.

    Zum zweiten muss ich zugeben, dass nach 9 Jahren WordPress bei mir ein wenig die Motivation nachlässt, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich habe keine Lust mehr, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten, bei meinen Plugins immer wieder den Core-Änderungen hinterher zu jagen, immer wieder frustriert zu werden. So ist Open Source nun einmal, damit muss ich leben, aber auch das OS-Projekt.

    Um es krass auszudrücken: Im Moment finde ich WordPress langweilig. Die Luft ist für mich raus. Vielleicht ändert sich das wieder, vielleicht hilft dieser Blogeintrag mich wieder etwas mehr mit WP zu beschäftigen. Ich werde jetzt mal ein angefangenes Tutorial ausgraben und weiterschreiben…

    • Hallo Latz,
      mach einfach mal etwas Pause, hol Luft und fang mit neuer Kraft wieder an, wenn es soweit ist. Wenn Du merkst es reicht nur für das Tutorial, dann mach eben nur das. Was Du tust, tust Du nicht nur für WordPress, sondern für die tausende Nutzer, die ’nur‘ stille Teilhaber sind. Aber ohne die wäre WordPress klein, sehr klein.

    • @Latz: Hut ab vor diesem ehrlichen Statement, das ich nicht selbstverständlich finde. In der Tat ist es tatsächlich ein Aspekt, ob die „alten“ WP-Haudegen möglicherweise allmählich müde werden. Ist WP noch „sexy“? Dient es vielen nur noch als Mittel zum Zweck? Statt Blog-System nun ein Massen-CMS? Gibt es den enthusiastischen WP-Nachwuchs? Das wären weitere Fragen, denen sich die Community (wie auch immer diese aussehen mag) stellen sollte. Eine Antwort habe ich nicht parat. Aber ich glaube, dass die Diskussion wichtig und richtig ist.

    • Zum zweiten muss ich zugeben, dass nach 9 Jahren WordPress bei mir ein wenig die Motivation nachlässt, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich habe keine Lust mehr, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten, bei meinen Plugins immer wieder den Core-Änderungen hinterher zu jagen, immer wieder frustriert zu werden. So ist Open Source nun einmal, damit muss ich leben, aber auch das OS-Projekt.

      @Latz Danke, ehrlich und nachvollziehbar.

  6. Die Übersetzer und Release-Betreuer sind alle (bis auf mich?), glaube ich, bei Inpsyde angestellt.

    Um das kurz klarzustellen (da es auf Twitter Unmut dazu gab). Ich meinte die Validatoren und selbst da habe ich Unrecht, da ich Kevin Kyburz unterschlagen habe.
    Unter /wp-admin/credits.php kann jeder sehen, dass die Validatoren (die mit Avatar-Bild) die folgenden sind: Robert Windisch, Dominik Schilling, WordPress Deutschland Team, Kevin Kyburz, Birgit Olzem und ich. Damit sind 4 von 6 bei Inpsyde.
    Ich wollte damit auch nicht die anderen Übersetzer weniger Wert schätzen. Im genauen Gegenteil! Alle weiteren Übersetzer (namentlich: Alphawolf, daveshine (David Decker), Frank Klein, glueckpress, jortmann, Konstantin Obenland, lynk, Pascal Birchler, pixolin und Sergej Muller) wollte ich mit meinem P2-Blog (http://teamwpde.wordpress.com/) ja gerade an einen Tisch bringen, damit Entscheidungen auf eine breitere Basis gestellt werden.
    Und ich weiß wovon ich rede. Ich übersetze seit 2006 die Plattform WordPress.com mit und erst in diesem Jahr (nach 8 Jahren!) haben wir eine nennenswerte Rückmeldung für unsere Leistung erhalten. Ich will das gar nicht so hoch hängen. Fakt ist aber: Entweder man engagiert sich auch sich selbst heraus oder eben nicht. Sehr viel Dankbarkeit oder Feedback ist (leider) nicht zu erwarten. Sonst gäbe es diesen Artikel von Caspar ja auch nicht.
    Und um noch einmal zum eigentlichen Thema zu kommen: Ich beneide auch Inpsyde/WPDE nicht um ihre Rolle. Zugleich buttern sie viel Arbeit hinein und trotzdem (oder gerade deswegen) wird ihr Einfluss auch immer kritisch beäugt. Sie treffen Entscheidungen, weil sie irgendwer treffen muss, aber müssen sich immer rechtfertigen, warum sie das getan haben. Eine schwierige Gratwanderung, die sich bessern würde, wenn mehr Leute Verantwortung übernehmen würden und auch diese mit viel Arbeit verbundenen Aufgaben verbindlich an sich nehmen würden. Transparenz ist, wie oben schon beschrieben, in meinen Augen an dieser Stelle das wichtigste Werkzeug.

  7. Die füntausendnochwas Menschen in der G+ Community würde ich nicht unbedingt als Maßstab für irgendwas nehmen.
    Ein Großteil der dort „aktiven“ Leute gehören zur Kategorie „Gibt’s da auch ein Plugin für?“ und haben mit WordPress, außer dass sie es benutzen nichts, am Hut.

  8. Vielen Dank für eure reichhaltigen Kommentare bis hierhin! Seiten-Threads bei Twitter und G+ bestätigen für mich, dass es bei aktiven Community-Mitgliedern teilweise ein ganz schönes Frustpotenzial gibt, weil sie offensichtlich mehr als einmal gegen Wände gerannt sind mit ihrem Versuch, sich einzubringen.

    Zur Rolle der deutschen Plattform meint Torsten:

    Sie treffen Entscheidungen, weil sie irgendwer treffen muss, aber müssen sich immer rechtfertigen, warum sie das getan haben. Eine schwierige Gratwanderung, die sich bessern würde, wenn mehr Leute Verantwortung übernehmen würden und auch diese mit viel Arbeit verbundenen Aufgaben verbindlich an sich nehmen würden.

    Beisst sich hier die Katze vielleicht dadurch in den Schwanz, das wpde.org nur bedingt auf die Anfragen freiwilliger Helferinnen und Helfer vorbereitet ist? Das Make.WordPress.org-Projekt hat sich während der letzten 24 Monate rasant entwickelt und Strukturen zur besseren Organisation freiwilliger Mitarbeit geschaffen. Auch wenn diese vielleicht noch lange nicht perfekt sind, bieten sie eine Anlaufstelle, von der aus man sich weiter durchfragen kann, wenn man aktiv beitragen möchte.

    WordPress Deutschland hat seine deutschsprachige Foren, zeigt aber darüber hinaus bisher keine Anbindung ans „Make Dot Org“-Mutterschiff. Wo sollen sich Freiwillige, deren Sache nicht unbedingt der Foren-Support ist, hinwenden? Sie landen, wenn sie landen, beim englischsprachigen Make-Projekt. Dessen Aufbau mal in deutscher Sprache zu erklären und transparent zu machen, könnte vielleicht ein Anfang sein, die deutschsprachigen Community-Strukturen zu beleben und für Neuankömmlinge interessanter zu machen?

  9. tl;dr: wir sollen uns alle mehr einbringen?
    Wenn das mal so einfach wäre …

    Seit 2005 bin ich im Forum auf wpde.org registriert und gehöre nach anfänglich reger Teilnahme inzwischen zu den rund 62.000 inaktiven Nutzern. Warum? Ich konnte einfach nicht so schnell tippen, wie andere (sachlich völlig richtig) geantwortet haben.

    Dafür nutze ich seit 2009 regelmäßig den IRC chat #wordpress, verfolge aktuelle Entwicklungen und helfe Anwendern, wo ich kann.

    Das läuft nicht immer reibungslos ab. Manchmal sind es Sprachbarrieren, manchmal ist ein Anwender einfach frustriert, dass etwas nicht so klappt, wie man es sich erhofft. Der Ton kann dann schon mal etwas rau werden. Aber es macht trotzdem Spaß, wenn man dann im nächsten Moment wieder jemandem weiterhelfen kann. Schwenke ich dabei still und heimlich ein Deutschland-Fähnchen und denke an die deutsche Community? Sorry, eher weniger.

    2011 habe ich am WordCa…, nein, sorry, am WP-Camp Köln teilgenommen. Da waren ganz viele, wichtige Leute. Nur Kontakt hat man zu denen nicht bekommen. Waren einfach zu wichtig.

    Ganz anders beim fantastisch organisierten WordCamp Europe 2013 in Leiden. Tolle Atmosphäre, entspannte Gespräche auch mit Core Entwicklern (wirklich toll, mal Otto42 life zu erleben, Nacin, Matt Mullenweg, … ), irgendwie ganz anders. Ich hatte allerdings wieder kein Deutschland-Fähnchen dabei. (Man erkennt meine Nationalität ohnehin an Akzent und mangelndem Sinn für Humor.)

    Auf dem WordCamp Europe habe ich dann nachgefragt, ob man sich denn auch bei der Übersetzung einbringen kann, wie das technisch abläuft, ob das überhaupt erwünscht ist – mir war das bis dahin nicht bekannt. Danach habe ich den einen oder anderen WordPress-Begriff übersetzt. Spannend ist das und man bekommt auch einen tollen Einblick.

    Leider ist das Übersetzen auch ein wenig anstrengend. Dabei meine ich weniger die Übersetzung an sich, sondern dass so genannte Validatoren (wichtige Menschen, siehe WordC… Köln) kommentarlos streichen, was man mühsam recherchiert und korrigiert hat. Ich meine auch überflüssige Diskussionen über denn Sinn einer einheitlichen Rechtschreibung (Duden) in einem Forum, von dessen Existenz man nur durch Zufall erfahren hat. Oder dass es ein Glossar gibt, in dem man aber nichts ändern kann. Oder das es eine Übersetzungs-Richtlinie gibt (naja, eigentlich für WordPress.com, aber wo man gerade dabei ist, kann man die ja auch nutzen?), von der man nur eben nichts gehört hat, bevor man rund 300 Satzstücke übersetzt hat. Aber immerhin: man hat auch mal was für die deutsche Community geleistet. Also: Fähnchen rausgekramt, heftig geschwenkt.

    Seit einem halben Jahr nehme ich hier in Köln regelmäßig an WordPress Meetups teil. Den übrigen Teilnehmern habe ich enthusiastisch vom WordCamp Hamburg erzählt. Und dass die Stimmung ganz toll wird. Dass man Core Entwickler „zum Anfassen“ trifft. Dass man sich einbringen kann. Dass jedes Engagement sich lohnt. Und dass es überhaupt ganz toll wird. Ein paar Teilnehmer haben sich schon angemeldet.

    Also: Versauen wir’s nicht. Und Fähnchen mitbringen. Unbedingt.

    • @pixolin: Ich verstehe deine Frustration, aber deine Interpretationen sind in meinen Augen falsch.

      Ich bin nicht aus Machtgründen Validator geworden, sondern weil ich seit 2006 über WordPress.com übersetzt habe und so kam ich wie die Jungfrau zum Kinde auch zu WP.org als Validator. Seitdem versuche ich Kontakt aufzunehmen mit WPDE. Auf dem WordCamp 2010 das erste Mal, dann hatte ich 2011 in Köln eine Übersetzer-Session mit 4 (!) Teilnehmer, mich eingeschlossen. Kurz darauf wurde das interne System bei WPDE geschlossen und die Übersetzung wurde auch auf translate.wordpress.org gemacht. Und da war ich dann halt plötzlich auch Validator, weil ich es schon vorher für andere Sachen auch war. Aber wir hatten immer noch keine Abstimmung oder Kommunikation untereinander.

      Es ist irrsinnig mühsam gewesen, dieses Blog (welches man kennen muss 😉 überhaupt zu machen bzw. alle Leute dazu zu holen, die jetzt drin sind. Wenn es einfacher wäre die Kontaktmöglichkeiten zu einem Übersetzer herauszufinden, hätte ich dich übrigens viel früher dazu geholt, weil du mir als guter, regelmäßiger Übersetzer aufgefallen bist.

      Ich würde auch zu gerne Kommentare zu den Übersetzungen schreiben, weil so viel Arbeit verhindert werden könnte. Oder man Missverständnisse aufklären könnte. Leider bietet das GlotPress nicht an.

      Aber jede Diskussion, die etwas klärt, ist doch gut und richtig und nicht überflüssig. Ich hatte ja schon über Twitter/das P2 gesagt, dass ich falsch und du Recht hattest. Was möchtest Du mehr? Wir ziehen hier doch alle am selben Strang! All diese Dinge passieren halt (Glossar, Richtlinie, etc.) – das kommt nicht von uns, sondern von Automattic. Ich teile es nur weiter, wenn es uns hilft. Es soll uns ja nicht gängeln, sondern mehr Konsistenz ermöglichen. Wie wir das allerdings hinbekommen, dass alle potentiell Interessierten davon erfahren, dass weiß ich auch nicht …

      Ich freue mich sehr auf das WordCamp, da können wir das sehr gerne etwas ausführlicher besprechen, als das in einem Blog-Kommentar möglich ist!

      • @Torsten
        So, so, Du bist also „nicht aus Machtgründen Validator geworden“, hm? 😉

        Spaß beiseite: dass jemand die Übersetzungen „gegenlesen“ und „abnicken“ soll, ist absolut sinnvoll und ich denke, wir alle (fähnchenschwenkende Community) dürfen Dir und allen anderen Validatoren für ihre Arbeit dankbar sein.

        Ich schätze auch sehr, dass Du meine Fragen und die sich anschließende Diskussion offen und fair beantwortet hast (auch wenn ich mir in dem einen oder anderen Thread etwas mehr Entscheidungsfreude gewünscht hätte).

        Thema in Carstens Blogbeitrag ist aber, dass sich mehr Anwender der deutschen Community engagieren könnten. Völlig korrekt. Dem halte ich nur entgegen, dass die Mitwirkung bisher mühsam und frustrierend ist.

        Sicher, es mag an GlotPress liegen, dass Kommentare zu Änderungen in der Übersetzung nicht möglich sind – für den Anwender, der sich damit beschäftigt hat, ist es aber eine reichlich frustrierende Erfahrung, wenn die Arbeit kommentarlos gelöscht wird. Nur darum ging es mir.

        • Und mir geht es darum, dass ich/wir anderen der falsche Adressat sind für diesen Frust. Wir teilen dieses Gefühl. Auch ich habe mich jahrelang geärgert, warum Dinge nicht passieren.

          Ein Beispiel: Die Forensoftware in allen internationalen Foren läuft auf bbPress 1.1 – aktuell wäre bbPress 2.4. Aber seit der 2.x-Version ist es nicht mehr standalone, sondern ein WP-Plugin, deshalb ist der Umbau nicht trivial. Seit Monaten (Jahren?) ist alles, was das Forum betrifft „on hold“, weil ja das bbPress update kommt. Problem nur: Es kommt schon seit ewig nicht. Tag spam verstopft das Forum, die Suche ist kaputt und so angenehme Funktionen wie das als gelöst markieren eines Threads existieren nicht … Das nervt mich selbst, aber ich bekomme als Moderator auch den Frust der Anwender ab, die sich zurecht darüber beschweren, dass die Suche z.B. kaputt ist. Ich kann es aber weder ändern, noch bin ich Schuld daran. Und so ähnlich ist es bei der Übersetzung auch an vielen Punkten.

          Noch vor ein paar Jahren wurde die Sprachdatei von einem unbekannten Team hinter verschlossenen Türen gepflegt, in einem privaten Forumteil diskutiert und niemand konnte in irgendeiner Forum daran mitwirken. Jetzt haben wir ein gemeinsames P2 in dem jeder schreiben kann und das auch noch zusammen mit den Kollegen von WordPress.com. Glossar, Translation Guidelines kommen von Automattic, weil die seit ein paar Monaten das Thema Internationalisierung deutlich ernster nehmen. Jenia und Naoko von Automattic sind explizit für diesen Teil zuständig und treiben die Sachen dort voran.

          Natürlich gibt es Verbesserungspotential, aber ich finde wir haben in den letzten Jahren auch schon einiges geschafft. Wenn das Übersetzerblog zu wenig bekannt ist, dann sollten wir es bekannter machen. Darüber bloggen, es häufiger verlinken, etc. – und wenn es schwierig ist, einen Punkt zu finden, wo man mitmachen kann, dann sollten wir gemeinsam daran arbeiten hier Abhilfe zu schaffen. Ich helfe aber lieber jemandem der enthusiastisch ist, als jemanden der mir Vorwürfe macht ich hätte an dieser Stelle bisher versagt.

  10. Ich zähle mich auch zu denen, die die ganze Zeit knopfnickend gelesen haben und dennoch als einer, der noch ein wenig intensiver mitwirken könnte. Aber meinen ersten „größeren“ Core-Patch habe ich schon so gut wie fertig und werde dann wohl auf dem Contributor-Tag in Hamburg nochmal alles testen und einreichen.

    Gerade als Plugin-Entwickler kann ich aber sehr viele Stellen im Text sehr gut nachvollziehen und genau so unterschreiben. Ich werde wohl aus diesem Grund auch bald meine ganzen Plugins zu Github kopieren, damit ich die Mitarbeit und den Support daran auf ein neues Level heben kann.

    Ich hoffe, dass einige durch diese Artikel doch noch zum WordCamp kommen und wir es als Neustart für eine aktivere Community verwenden können.

  11. Caspar, bravo! Zu gerne würde ich den Artikel ausdrucken und einrahmen.

    Können wir diesen Beitrag bitte vor dem WordPress-Download hängen und mit einer Pflicht-Checkbox „Gelesen“ versehen? Danke 😉

    Die deutschsprachige Community (also die echte jetzt) besteht in meinen Augen aus 20 – 30 Menschen. Fleißige Bienen. Ohne all die Menschen würden wir den nächsten WordPress-Release nicht über/erleben.

    Die restlichen WordPress-Nutzer sind nur Konsumenten. Ich hatte viele Gespräche geführt, zahlreiche Aufrufe gestartet. Bringt nichts, das Rad ist eingerostet. Das soziale Engagement scheint mit Dinosaurier ausgestorben zu sein. Bedauerlich.

    Viele WP-Nutzer meinen auch, sie verfügen über kein technisches Knowhow, um „mitreden“ zu können. Aber Texte zu übersetzen schafft doch jeder – selbst ich, der 10 Jahre lang kasachisch als Zweitsprache hatte 😉

    Der Wille zählt. Ohne diesen wichtigen Faktor kann man sich zweihundertzwanzig Gründe ausdenken, warum man nicht mitmachen sollte.

    Meine Plugins gibt es ausnahmslos (auch) in Deutsch. All meine WordPress-Artikel sind in Deutsch. Jedes Plugin ist mit ausführlicher Dokumentation versehen, die ebenfalls in deutscher Sprache vorliegt. Der Plugin-Support – auch bei Free – nimmt ebenfalls Anfragen in Deutsch an. Ich tue ein Maximum dafür, dass auch deutschsprachige Community über hochwertige Software und Inhalte verfügt. Viel Arbeit für mich. Manchmal habe ich das Gefühl, ich tue das alles für mich selbst oder mein Gewissen 😉 Der Trick ist aber (den ich mir selbst beigebracht habe) folgenden Spruch vor Augen zu halten: „Erwarte keine Gegenleistung und du wirst nie enttäuschst.“

    In diesem Sinne: macht weiter, wer es für richtig hält.

    • Viele WP-Nutzer meinen auch, sie verfügen über kein technisches Knowhow, um “mitreden” zu können.

      Ich habe bisher drei Bugs reported. Bug eins war ein Bedienungsfehler, Bug zwei bereits bekannt und bei Bug drei hieß es „von höchster Stelle“, da könne man später mal dran arbeiten. Damit schwindet dann so langsam der Bedarf, sich (mit mäßiger Fachkenntnis) weiter zum Narren zu machen.

      Aber Texte zu übersetzen schafft doch jeder … 
      Ich denke, dass vielen nicht bewusst ist, wo (und dass) sie sich überhaupt einbringen können und dass bei vielen noch das Bild verankert ist, dass eine bestimmte Firma „den Daumen draufhält“.

      Meine Plugins gibt es ausnahmslos (auch) in Deutsch.
      Ich bin jedesmal perplex, wenn ich englischsprachigen Anwendern das Plugin Antispam-Bee empfehle und dann die entrüstete Antwort kommt, das wäre ja in Deutsch (sic). Dabei hat das Plugin eine englische Sprachdatei.

      • @PIXOLIN
        1. Das mit Bug-Reports passiert mir auch oft, dass diese bereits gemeldet wurden oder Fixes auf später verschoben werden. Für mich aber kein Grund aufzugeben 😉

        2. Auf wpde.org wurde mal ein Beitrag veröffentlicht: http://blog.wpde.org/2013/06/03/wordpress-auf-deutsch-hilf-mit.html
        Eigentlich müsste jeder zweite diesen Artikel in seinem WP-Dashboard sehen 😉
        Wie Caspar schon sagte, man müsste den Nutzer sensibilisieren und auf die Möglichkeiten hinweisen.

        3. Antispam Bee gibts in vielen Sprachen (auch hier bin ich auf die Community angewiesen). Die Beschreibung auf wp.org war mal Englisch. Aus vielen Gesprächen habe ich mitbekommen, dass Nutzer aus D-A-CH sich an der Stelle eher eine deutschsprachige Plugin-Beschreibung wünschen. Und da das Plugin auch primär für den deutschsprachigen Raum ist (Amis schwören auf Automattic-Produkte), habe ich den Einleitungstext umgestellt.

      • Damit schwindet dann so langsam der Bedarf, sich weiter zum Narren zu machen.

        Ich kann dir versichern, dass dich kein Core Entwickler für einen Narren hält. Wir versuchen unser Möglichstes solche Gefühle zu vermeiden, allen voran Andrew Nacin, der Beitragende auch schonmal Beiseite nimmt, wenn ein Kommentar zu harsch wird.

        Vor kurzer Zeit wurden Hinweise in Trac Tickets eingefügt, um eben sicher zu stellen, dass sich die Person gut aufgehoben fühlt, wenn es sich um die ersten zwei, drei Tickets handled die jemand eröffnet: https://cloudup.com/c2Wp9zQguiF

        Wir haben auch ein neues Tag eingeführt, dass es beginnenden Beitragenden (entschuldige mein Deutsch) einen leichteren Einstieg bereiten soll. Vielleicht findest du dort etwas für dich?

        Ansonsten würde ich empfehlen auf den Start der Entwicklung von Twenty Fifteen zu warten. Default Themes sind eine sehr gute Möglichkeit einzusteigen, da es übersichtliche Projekte sind mit relativ einfacher Logik. So habe ich auch angefangen 😉

    • >Die deutschsprachige Community (also die echte jetzt) besteht in meinen Augen aus 20 – 30 Menschen.
      In Deinen Augen gehören zur Community also nur die, die direkt zum WordPress Code beitragen oder sich aktiv an der Übersetzung beteiligen?
      Ich halte diese Sichtweise für zu kurz gegriffen, was ist mit all denen die WordPress in Ihrer Freizeit kostenlos supporten und dies nicht direkt auf wordpress.org oder wpde.org machen? Sind, die, weil nicht irgendwo öffentlich sichtbar kein Teil der Community?
      Bin ich, als jemand der in seiner Freizeit kostenlos NGOs bei WordPress unterstütze und das WordPress Meetup in Köln mitorganisiere nun Teil der Community oder nicht?

      • @SLEEPY
        Es geht doch nicht darum, welche Art von Hilfe man leistet. Es muss nicht immer etwas mit dem Code zu tun haben. All die, die bei WordCamps/Meetups tatkräftig dabei sind, sind großartig. Dennoch komme ich nicht auf mehr als 30. Wie ich es aber schon sagte, es handelt sich dabei um *meine* Sichtweise des Zustandes.

        • Danke für die Klarstellung, und ja bei genauerem Hinschauen/Nachzählen hast Du mit der kleine Zahl leider wohl recht 🙁

        • .. zumindest was die offensichtlich sichtbare „Community“ angeht. Ich denke aber das es auch noch eine gewisse Anzahl an Leuten gibt, die auch WordPress fördern und im verborgenen Ihren Teil beitragen. Eben die, die Support in Ihrem direkten Umfeld leisten und nicht in Foren.

    • Hallo Sergej,
      „Die restlichen WordPress-Nutzer sind nur Konsumenten.“, das mag so sein aber ist auch nicht schlecht, denn wo wäre WordPress, ohne die vielen Millionen Konsumenten?
      Jeden Tag wachsen neue potentielle Entwickler nach, die gerne einen Beitrag leisten würden. Aber wie ich dich auch schon einmal fragte, wie schaffst du es, bei den ständigen Updates noch deine Plugins aktuelle zu halten und nebenher noch mit Arbeit dein Geld zu verdienen?
      Nicht alle programmieren so schnell und genial wie Du und können den Zeitaufwand einfach nicht leisten. Und angenommen man macht sich die Mühe und übersetzt ein Plugin, dann kommt zwei Tage später vielleicht ein Update und alle Arbeit war umsonst.
      Die WordPress Entwicklung geht zu schnell, viel zu schnell als dass viele noch mithalten könnten.
      Dein letzter Satz gefällt mir:
      “Erwarte keine Gegenleistung und du wirst nie enttäuschst.”
      Man macht es, oder macht es nicht.

      VG,
      Frank

      • @Frank Wäre dem Dilemma, das du aufzeigst, nicht wenigstens teilweise beizukommen, indem die Kanäle, über die man mitarbeiten kann, wenn man möchte, besser dokumentiert bzw. z.B. in Tutorials noch einmal erklärt wären? s. Sleepys Kommentar?

        • @Caspar – Sleepys Kommentar spricht genau das aus, was ich auch denke: Es muss Scheunentor-Großer Eingang offen sein für diejenigen, die etwas beitragen wollen. Wenn man schnell mal etwas machen will, ist oft die Hürde zu groß, um sich erst Stundenlang irgendwo einarbeiten zu müssen.

          Ich selbst habe als Beispiel bei einem Projekt entdeckt, dass in irgendeiner Klasse oder Funktion ein Wert fest eingetragen war, der eigentlich optional festlegbar sein sollte. Wie das bei Projekten ist, ist es stressbesetzt und schnell mal den „Fehler“ irgendwo dokumentieren ging nicht, ich fand den Zugang nicht. Später dann habe ich es vergessen, als Zeit gewesen wäre.
          Und im Codex fiel mir damals auch auf, dass viele weniger benützte Tags oder Funktionen kaum oder gar nicht dokumentiert sind, da muss man sich den Code anschauen. Wo und wie dokumentiert man aber im Codex? Und in Deutsch?
          Weiter unten habe ich gelesen, dass das scheints gar nicht so einfach geht.
          Und wer mit seiner Arbeit als Selbständiger seinen Lebensunterhalt verdienen muss, hat meistens wenig Zeit um sich um solche Sachen zu kümmern.

          Vielleicht wären so knallbunte Teaser-Buttons am Seitenrand und darauf folgend eine Schritt für Schritt Führung ganz gut, damit man zur eigenen Doku quasi geführt wird, ohne sich selbst zusammensuchen zu müssen wie Doku geht.
          Man muss und möchte vielleicht nicht gleich alles übersetzen oder Dokumentieren, aber wenn viele einen kleinen Teil machen, wird es irgendwann vollständig.

          Dann taucht das Problem auf, wer kontrolliert und koordiniert das alles? Gibt es einen Workflow? Unbesehen online stellen könnte nicht immer gut sein 🙂

  12. Wow, was für ein beeindruckender Artikel Caspar. Danke für deine offenen Worte. Dieser Artikel wird bestimmt viel Dynamik in die Community-Diskussion bringen.

    Ich kann es leider auch überhaupt nicht nachvollziehen, dass es in einer wirtschaftlich florierenden Stadt wie Frankfurt nur 4 Menschen gibt, die es regelmäßig zum Meetup schaffen. Hier werden zigtausend Projekte auf WordPress Basis betrieben, aber man hat nicht das Gefühl Teil von irgendwas zu sein. Wir freuen uns über jede Neuanmeldung egal auf welchem Level die-/derjenige ist. Eine Teilnehmerin ist nach einem halben Jahr sogar ein zweites Mal erschienen. Ein trauriger Rekord. Wir werden überlegen wie wir Sichtbarkeit und Interesse steigern können.

    Als Gestalter werde ich mich zukünftig gerne im Themenbereich Design einbringen und engagieren. Das ist fest geplant und ich freue mich schon auf die Erfahrungen, die ich dann machen werde. Aufregend und motivierend.

  13. Caspar, wie stellst du dir die ideale WordPress Community vor? Wie soll das gehen, dass 7000 Leute an einem gemeinsamen WordPress Artikel arbeiten? Das geht nicht! Eine so große Nutzergemeinschaft wird sich immer in kleine Gruppen aufteilen und ich finde das ist auch gut so. Kleine Gruppen sind meist effektiver als große Gruppen. Und auch die passiven WordPress Nutzer tragen ihren Teil zur Community bei, indem sie die Popularität von WordPress erhöhen und zur Verbreitung beitragen. Ich will keine Massencommunity und liebe die Fachforen und meine kleinen WordPress Inseln im Netz, wo die Leute aus Interesse und nicht aus Pflichtgefühl gegenüber der Community posten … 🙂

    • @esther Mehr und fokussiertere Beiträge aus der Community zum Kern-Projekt oder zu Plugins braucht natürlich Organisation. Kleine Gruppen, die sich untereinander effektiv verständigen, könnten sicher mehr erreichen als verstreut aktive Einzelne.

  14. @Caspar: Guter und wichtiger Artikel als Denkanstoss so vor dem WordCamp Hamburg 🙂

    Neben dem plazieren des „Hilfeersuchen“ an möglichst allen WordPress relevanten Stellen in DE ist es IMHO gleichzeit wichtig die Hürde für Helfende Hände so gering wie möglich zu machen.

    Welche Hilfe wird wo konkret gebraucht und wie kann ich da jetzt gerade helfen? Ich könnte mir da so eine Art zentrale ToDo Liste vorstellen, von der ich mir, wenn ich gerade 30min. Zeit habe einfach eine Aufgabe runternehme und diese erledige. Möglichst ohne viel Verwaltungsgedöns drumherum.

    Ich habe z.B. ein Problem damit regelmäßig in einem Forum Support zu leisten, aber durchaus mal 2 Std. Zeit in denen ich einfach was machen könnte, wenn ich nur wüsste was und wo.

  15. Ich kann da natürlich nicht für alle sprechen, sondern nur für mich. Aber es gibt im Grunde genommen nur einen Grund: Zeitmangel. Ich würde gerne so viel mehr machen, aber den Spagat zwischen Arbeit, Familie mit Kindern und Freizeit (auch das sei jedem gegönnt) bekomme ich so schon kaum hin – und das sorgt z. B. dafür, dass ich die letzten drei Male am ursprünglich von mir ins Leben gerufenen Meetup in Köln nicht teilnehmen konnte. Ebenso nicht am WordCamp, weil da der Termin mit viel zu kurzer Vorlaufzeit angesetzt wurde (was natürlich kein Vorwurf ist)…

    So oder so ähnlich wird es so Einigen gehen. Irgendwie traurig, aber auch nicht zu ändern…

  16. @all Noch einmal vielen Dank für die angeregte und faire Diskussion! In eigener Sache: Mir ist klar, dass die eine oder andere Formulierung im Beitrag provozieren muss. Deswegen möchte ich nochmal klar stellen, dass es hier nicht um „bashing“ geht — weder einer aktiven Community, noch einer Plattform — sondern um einen konstruktiven Dialog, von dem das WordPress-Projekt im Ganzen hoffentlich profitieren wird.

  17. Ein sensationeller Artikel – danke für die „Mühe“ und „Energie“.

    Ich gehöre zu denen, die mit WordPress Kundenprojekte realisieren und keine Tiefgang-Programmierer sind. In den letzten Jahren gab es immer mal kurze Begegnungen mit WordPress-Experten, aber ein „Hallo, ach Du nutzt auch WordPress“ oder etwas Ähnliches, das ein „Wir-Gefühl“ schafft, das ist mir noch nicht begegnet.

    Der Beitrag ist wirklich gelungen und ja, ich würde gerne etwas zurückgeben, aber wo?
    Ich müsste auf die Suche gehen und wann immer ich das mal tat, hatte ich den Eindruck eine Gruppierung zu finden, aber niemals „die Community“.

    Vor kurzem habe ich mein erstes Buch zum Thema Kommunikation bei Amazon veröffentlicht. Also habe ich geschaut, wo sich Autoren so treffen. Wow, ich wurde begrüsst, willkommen geheissen und in null komma nix gab es einen wunderbaren Austausch.
    Da dachte ich mir, warum gibt es das nicht bei WordPress? Ich kann „nur“ Kommunikation, psychologisches Marketing und Business-Konzepte umsetzen – wo bitte wird das in einer WordPress-Community gebraucht?

    Das alles sind einfach nur ein paar Gedanken von mir, kein Gemotze und halt meine Sicht der Dinge.
    In jedem Fall danke für diesen Beitrag, er wird mich noch eine Weile beschäftigen.

    • @Frank: Ich nehme deinen Kommentar einmal zum Anlass, einen meiner vielen Gedanken zu Caspars Beitrag zu formulieren. So wie es längst nicht mehr DIE Blogosphäre gibt, so gibt es möglicherweise auch nicht mehr DIE WP-Community? Aus einem kleinen BlogSystem ist innerhalb weniger Jahre eines der größten CMS weltweit entstanden (Ist es nicht gar das größte?). Damit ändert sich sehr vieles, auch die Art und Weise, welche Menschen wie mit diesem „System“ (das eben nicht nur System sein will) umgehen.

      Ich hoffe, ich ernte jetzt keinen Sturm der Entrüstung. Aber vielleicht können nicht nur Entwickler einen Beitrag zu dieser/diesen Communities leisten. Wenn ein Designer oder auch ein ganz normaler Blogger (ohne große technische Kenntnisse) begeistert für WordPress missioniert, ist er dann nicht auch Teil der Community? Dann würde sich auch schnell der Eindruck u.a. von @Sergej relativieren (den ich durchaus nachvollziehen kann), dass die gelebte Community aus nur 30 Leuten besteht.

      Für mich sind die zahlreich entstandenen MeetUps der letzten Monate ein Hoffnungsschimmer. Ich sehe, dass dorthin Menschen kommen, rein um Wissen aufzusaugen. Doch manche dieser Menschen bleiben hängen, kommen wieder. Und sie geben dann etwas zurück, manchmal auf ihre ganz eigene Art und Weise. Helfen sich gegenseitig, ob es nun um Code, Plugins, Design, Texten, Kommunikation oder Marketing geht.

      Doch es ist nicht leicht. Einige von den MeetUp-Organisatoren berichten darüber, dass es „hartes Brot“ ist, regelmäßig ein paar Interessierte zusammenzubekommen. Ich hoffe, dass diese Organisatoren durchhalten. Ich werbe an jeder Ecke wo es geht für die Meetups. Selbst bei Firmen und deren Blogger, die meines Erachtens auch etwas in die Community geben könnten. Steter Tropfen höhlt den Stein, so meine Hoffnung.

  18. Ein mutiger Aufruf, der durchaus Respekt und Anerkennung verdient.

    Und weil Sie/Du um Rückmeldung gebeten haben/hast:

    m2c: Ich bin seit Jahren Nutzer vom WordPress, mit einigem Wissen um Hintergründe und Funktionen eines Apache-WebServers und wie man ein WP-Blog installiert, anpasst und konfiguriert. Was bitte soll ich bei einem Meeting von Programmierern und anderen Menschen, die sich um das Backend von WordPress kümmern? So oft ich um diese WP-Meetings lese, ich sehe nicht was das bringen soll. Abgesehen davon, erwarte ich, dass ich mir mit zu 85% Wahrscheinlichkeit am Ende eingestehe, dass ich mich fehl am Platz fühlte. Für mich ist es Zeitverschwendung. sry.

    Beitragen zu einer Sache wie der WP-Community ist ein gutes Ding, nur was? Ich habe keine Ahnung ob ich Fähigkeiten habe, die die WP-Community gebrauchen kann. Aus dem Stand wüsste ich auch nicht, wo ich mich darüber informieren könnte. Will ich mich denn überhaupt einbringen? Ich habe keine Ahnung, hier bin ich schon seit Jahren unentschlossen.

    Tendenziell eigentlich eher nein. Seit 25 Jahren mache ich Software-Kundendienst, da habe ich keine Lust mich in meiner Freizeit mich mit noch mehr Usern zu umgeben, die keine FAQ lesen können/wollen und bei selbst verursachten Problemen um Hilfe schreien. Ich brauche das nicht. WP ist prima dokumentiert, man muss nur wollen.

    Ich mache mein Ding und löse meine Probleme alleine und falle niemanden zur Last. /out

  19. @Caspar Stell dir vor, da würden plötzlich 1000 Leute, die ihre Fähigkeiten nicht einschätzen können an WordPress mitarbeiten wollen. Wer soll das managen? Was ist mit der Qualitätssicherung? Ist zwar eine nette Idee, dass die Community WordPress entwickeln soll und sich möglichst viele dran beteiligen. Aber irgendwo muss das Ganze am Ende noch funktionsfähig sein. Ist ja jetzt schon problematisch bei den vielen (kostenlosen) Themes und Plugins. Einfach nur auf den Button fürs Update klicken und es läuft danach alles, ist eher selten der Fall.
    Und am Ende wäre die Arbeit doch nur auf ein paar wenige verteilt. Von den ganzen Aufrufen nach Beteiligung an der WordPress Community bekommt doch die Masse gar nichts mit, die interessiert die Community nicht. Das Zeug gibts kostenlos und wird genutzt, da fragt sich kaum einer wer das macht und wie viel Arbeit dahinter steckt, außer die, die eh schon dabei sind.
    Was spricht dagegen, wenn es so viel zu tun gibt, ein Team zusammenzustellen von Leuten, die auch wirklich in der Lage sind mitzuarbeiten und die dafür zu bezahlen? Warum nicht von den Millionen von Anwendern einen kleinen Beitrag pro Nutzung der extra Features (wie deutsche WordPress Version) verlangen? 1€ pro Version? Wem würde das weh tun? Und was könnte man mit dem vielen Geld entwickeln können? Die Last wäre gerechter verteilt. Muss denn alles immer kostenlos sein? Oder hat irgend eine Organisation ein Interesse daran?
    Der Frust in der WordPress Community hat denke ich durchaus auch was mit der Kost-Nix-Mentalität zu tun. Kaum dass man irgendwo etwas kostenlos macht, sei es einen Blogbeitrag schreiben oder in Foren und WP Gruppen Fragen beantworten, geht es los mit dringenden Anrufen am Wochenende von WP Nutzern denen man weiterhelfen soll, aber bitte schön kostenlos. Oder Anfragen der Art: mach mir mal nen Shop für 100€. Wer soll denn da langfristig Lust haben, das mitzumachen?
    Viel wichtiger als ständig auf der Suche nach freiwilligen Helfern zu sein, fände ich, der Masse einmal klar zu machen, dass dieses WordPress sich nicht von alleine macht. Da steckt Arbeit dahinter und die Arbeit hat einen Wert für den man bezahlen muss. Und bezahlt wird bei uns nun mal mit Geld. Von was anderem können diejenigen, die WordPress und WordPress Seiten machen, ihre Familien und sich selbst nicht ernähren. Ruhm und Ehre in der WordPress Community reicht da nicht aus. Ich wette mit dir, dass dann die WordPress Community wieder aufblüht und sich WordPress noch besser weiterentwickeln wird. Was nutzt denn eine Community aus Leuten mit Helfersyndrom, die in ein paar Jahren frustriert mit Burnout aufgeben? Ich wäre eher für eine aus zufriedenen WordPress Nutzern (in welcher Form auch immer – als reine Anwender oder aber auch als Webdesigner/Programmierer ), die Spaß an der Sache haben, wissen was ihre und die Arbeit anderer wert ist und sich nicht tagein tagaus mit „Kost Nix und Kann Ja Jeder“ herumschlagen müssen.
    Ja, ja, der schnöde Mammon…

    • @christina

      Viel wichtiger als ständig auf der Suche nach freiwilligen Helfern zu sein, fände ich, der Masse einmal klar zu machen, dass dieses WordPress sich nicht von alleine macht. Da steckt Arbeit dahinter und die Arbeit hat einen Wert für den man bezahlen muss.

      Grundsätzlich völlig einverstanden. Und: In einem Open-Source-Projekt gibt es mehrere Währungen. Eine davon sind Euros, Dollars usw. Andere sind Wissen und aktive Beiträge.

      • @caspar Wissen geben wir doch jetzt in den Meetups weiter. Das hat sich sehr positiv entwickelt. Deswegen verstehe ich da auch gar nicht die Aufregung.
        Ich frage mich schon, wer hier welche Interessen hat und warum nach noch mehr kostenlosem Einstaz geschrien wird anstatt die fehlenden Ressourcen mit Leuten, die für ihre Arbeit bezahlt werden, zu decken und im Gegensatz dafür von den Nutzern etwas zu verlangen.

        • Sorry für die knappe Form oben, ich komm’ gerade nicht ganz hinterher … 😉

          Wissen geben wir doch jetzt in den Meetups weiter. Das hat sich sehr positiv entwickelt.

          Absolut, das ist herrlich, großartig und vorbildlich! Vielleicht finden manche Meetups ja Gefallen daran, sich in Zukunft ab und an zu gemeinsamen Aktionen zusammen zu tun? (Der Hackathon vom WP Meetup Hamburg fällt mir da ein.) Das ist aber, logisch, Sache der Meetups. Wenn mit denen alles „nur“ weiterläuft wie bisher, bin ich der letzte, der da was gegen hat. 😉

          anstatt die fehlenden Ressourcen mit Leuten, die für ihre Arbeit bezahlt werden, zu decken und im Gegensatz dafür von den Nutzern etwas zu verlangen.

          Das möchte ich gerne richtig verstehen: wer verlangen für was? Jede/r, der/die mit WordPress professionell arbeitet, verdient doch Geld damit? Das ist ja prima so, niemand will daran rütteln. Bloß wäre es imo schön, wenn es von – ich sage mal mutig – „uns Professionellen“ einen kontinuierlichen Rücklauf in das Projekt gäbe.

          • wer verlangen für was?

            Die Arbeit, die du von der Community erledigt haben willst, kann jemand machen, der dafür bezahlt wird. Support, Übersetzung, was auch immer. Wer das braucht, zahlt dafür.

            Jede/r, der/die mit WordPress professionell arbeitet, verdient doch Geld damit?

            Die einen verdienen Geld damit und die anderen versuchen es und andere sind einfach so lieb und nett. Anstatt hier die Community, von denen die meisten kein Geld mit WordPress verdienen, verpflichten zu wollen, schreib doch die an, die wirklich Geld mit WordPress verdienen, sie mögen sich anteilig beteiligen in Abhängigkeit von der Höhe ihrer Einnahmen. Am besten du fängst bei Inpsyde aka WordPress Deutschland an. Ich schicke dir eine dicke Rechnung für meinen Einsatz in der Community, ich rechne nach Stundensatz ab, die paar Einnahmen, die ich bislang mit WordPress erzielt habe, ziehe ich ab. Das Geld kannst du dann bei denen eintreiben. Dann sind wir doch quitt. Und wenn ich wieder Einnahmen habe, dann werde ich mich anteilig auch wieder beteiligen.
            Sorry Caspar, du gehörst zu einer Firma, ich bin eine Firma und ich muss schauen, wo ich bleibe. Ich glaube das hast du aber heute schon mal woanders gehört.
            Ganz ehrlich: ich weiß nicht, wie es bei dir lief, bevor du bei Inpsyde warst. Vielleicht erinnerst du dich daran und kannst dich anschließend in meine Lage hineinversetzen.

          • @Christina Keine Sorge, die Erinnerung ist noch sehr frisch, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Den Rechtfertigungs- bzw. Sich-zu-Recht-nicht-rechtfertigen-wollen-Modus können wir von mir aus gerne aus der Diskussion kippen. (Meine ich generell, nicht nur an dich gerichtet.) Jede und jeder weiß doch selbst am Besten, ob und was er oder sie der freien Software „schuldet“, die er/sie kommerziell nutzt, und niemand muss sich für sein/ihr Geschäftsmodell rechtfertigen. Bloß: Zwischen Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern und einer Menge einzelkämpfender Freelancer gibt es eben auch noch ein paar andere Schattierungen von professionellen WordPress-Nutzern.

            Ich glaube halt, mit etwas besserer Information und Organisation wären die Leute, die mit etwas gutem Willen ein paar Kapazitäten frei machen könnten, in der Lage, ganz gut was zu schaffen — mit all den positiven Seiteneffekten für Networking usw., die Open-Source-Kollaboration mit sich bringen kann.

        • Wow – ich komm schon gar nicht mehr in die Tiefe um die Antwort an die richtige Ecke zu hängen 😀

          @christina: … und ich dachte, ich formuliere undiplomatisch 😮 Aber das »… ich schreib‘ ’ne Rechnung … « toppt das dann doch ;-).

          @caspar: Fakt scheint doch zu sein, das es eine irgendwie gestörte Wahrnehmung von und in Sachen inpsyde zu geben scheint. Möglicherweise nicht mal ein real existierendes Problem im Spannungsfeld OpenSource vs. Geldverdienen, sondern vielleicht in der Tat nur ein Wahrnehmungs-, sprich: ein Marketingproblem von inpsyde. Das Stichwort »Transparenz« ist ja schon häufiger gefallen.

          Und bei allen Diskussionen um neue/andere/bessere/… Plattformen zur Vernetzung, technischen Umstellungen etc. etc. – ich hole da gerne meinen Einwurf vom Vernetzungs-Workshop in Berlin 2013 noch mal hoch: Am Ende des Tages wird es so etwas wie einen (Community-)»Kümmerer«, einen »Herrn (Ver)Netzer« brauchen, der gezielt durch die Lande zieht, Meetups und Agenturen besucht, Foren/Groups/whatever Plattformen im Blick behält, Leute kennt und kennenlernt, Ressourcen und Fähigkeiten einschätzen und aktivieren kann und ggf. auch mal gezielt einzelne oder Gruppen zur Mitarbeit ermuntert. Der Rest ist mir pers. deutlich zu technokratisch – sicher ein wichtiger Aspekt, aber eben nicht das allein selig machende. Die G+ WP-Dienstleister-Ecke die nach Berlin gut gestartet war, nun aber gefühlt eher vor sich hindümpelt bestätigt mich da in meiner Auffassung.

          Die »sich selbst organisierende Organisation« ist für mich einfach zu nahe am Perpetuum Mobile – sprich: das geht (leider) nicht, das gibt es (leider) nicht, sondern damit Bewegung entsteht braucht es immer wieder mal einen kleinen Schubs, einen Energieimpuls.

          Das wäre durchaus eine inpsyde-Aufgabe die ich sehe und die ganz nebenbei die geforderte Transparenz und die Wahrnehmungsdiskrepanz auflösen könnte. IRL würde man so was wohl »Keyaccounter« nennen.

          *hach*, hab ich die Jobbeschreibung nicht hübsch geschrieben … ich glaube ich bewerb‘ ich gleich mal drauf 😀

          • @Stefan

            und ich dachte, ich formuliere undiplomatisch Aber das »… ich schreib’ ‘ne Rechnung … « toppt das dann doch ;-).

            die Emotionen … 😉

            *hach*, hab ich die Jobbeschreibung nicht hübsch geschrieben … ich glaube ich bewerb’ ich gleich mal drauf .

            So gefällt mir das Stefan! Du hast einen Job geschaffen, jemand der Spaß daran hat wird dafür bezahlt, ernährt seine Familie davon, ist glücklich. Wir kommen alle weiter und zahlen alle gerne einen kleinen Beitrag dafür. Und so machen wir weiter.
            Und wenn die Stelle innerhalb von 6 Monaten angetreten werden kann, dann spende ich 100€ Weihnachtsgeld extra.
            So und jetzt genießt euren Urlaub, Ferien, Wochenende oder was auch immer.

  20. Wow, starke Worte. Vielen Dank für den Artikel. Vieles davon war mir nicht bekannt.

    Ich arbeite seit 2007 mit WordPress und arbeite mittlerweile fulltime als Plugin- und Themeentwickler. Meine Kunden sind international und durch meinen nomadischen Lebensstil arbeite von verschiedenen Orten auf der Welt.
    Wenn mir Fehler im WP Core oder Third Party Plugins auffallen, schreibe ich auch gerne mal einen Bug Report oder Pull Request. Wenn ich über ein Problem stolpere ergänze ich den Codex oder schreibe einen Blogartikel darüber auf meiner Seite. Das alles auf englisch wohlgemerkt.

    Provokant gesagt: ich kenne keine deutsche WP Community. Das Denken in Nationen schließt z.B. die Schweizer und Österreicher aus. Die Konzentration auf die Sprache schließt Nachbarn und Expats aus. Die jährliche Smashing Conference in meiner Heimatstadt Freiburg findet z.B. auf Englisch statt und zieht damit Interessierte aus ganz Europa und noch weiter weg an.

    Ich würde mich freuen, wenn wir dieses nationale Denken mit einem internationalen Projekt wie WordPress überwinden könnten.

    • @Jan: es währe sicher schön die Sprachbarriere aussen vor zu lassen, aber bei ca. 50% der Bundesbürger die gar nicht oder nur sehr schlecht Englisch können (http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2008/11/19/englischkenntnisse/) würde man ohne deutschem WordPress auch eine sehr große Gruppe ausschliessen, und das ist sicher auch nicht im Sinne von OpenSource.

      Wo ich Dir aber zustimme, das ich es Sinnvoller halten würde von einer „deutschsprachigen WordPress Community“ zu reden, statt von der „Deutschen WordPress Community“, denn den Großteil der Übersetzungsarbeiten muss man ja nicht doppelt und dreifach machen.

      • @Sleepy @Jan Ich wollte die KollegInnen aus AT/CH nicht zwangskolonialisieren und habe deswegen die Ansprache mit „Deutschland“ gewählt. 😉

    • mit diesen Worten sprichst du mir sehr aus der Seele..
      „Provokant gesagt: ich kenne keine deutsche WP Community. Das Denken in Nationen schließt z.B. die Schweizer und Österreicher aus. Die Konzentration auf die Sprache schließt Nachbarn und Expats aus.“

      Nichts desto trotz ist Englisch eine Sprachbarriere. Deutschsprachige Community tät auch mir besser gefallen, weil ich bin Österreicherin und keine Deutsche, wennglich ich die Nachbarn sehr gern hab.

  21. Ich beschäftige mich seit ein paar Jahren mit WordPress und natürlich musste ich beim Lesen deines Artikels an ganz vielen Stellen heftig mit den Kopf nicken. Klar stellt sich irgendwann Frustration ein wenn man wenig bis gar kein Feedback zu seiner Arbeit bekommt (bisher hat es grade einer geschafft mal ein Plugin von mir zu ‚reviewen‘ und Verbesserungen vorgenommen). Auf der anderen Seite stehen nämlich unendliche Stunden die man damit verbracht hat Probleme zu lösen die man selber gar nicht hat damit ein anderer glücklich wird. Oft geug habe ich – auch ad hoc – einige Stunden Arbeit investiert, teilweise sogar einige Tage an kniffelige oder umfangreicheren Problemen gesessen.
    Aber da ist auch schon der Punkt der meine derzeitige Auszeit begründet. Ich habe einen Hauptberuf der viel Zeit in Anspruch nimmt und nichts mit Computern zu tun hat. Ich stehe in der Regel um 4 Uhr auf, verlasse zw. 4:30 und 5 Uhr das Haus und bin selten vor 17 Uhr wieder daheim. Selbst wenn ich derzeit die Opferbereitschaft hätte täglich noch 1 oder 2 Stunden in WordPress zu investieren, ich wüsste nicht wo ich anfangen sollte. Support leisten und Fragen beantworten? Übersetzung? Plugins? Betaversionen testen? Core patchen?
    Wenn die Zeit so knapp bemessen ist, muss man zusehen das man sich ein Thema aussucht das man in der Zeit auch schaffen kann. Der Support bietet sich da am ehesten an, es sind kleine abgeschlossene Aufgaben die man in 1-2 Std bewältigen kann. Ich denke aber das der Support mehr als ausreichend abgedeckt ist, zumal mittlerweile die Fragen fast durchgängig „Gibt es dafür ein Plugin?“ oder „Was muss ich in Plugin x wie/wo einstellen damit …“ lauten.
    Neben der Zeit fehlt somit natürlich auch der Reiz sich zu engagieren. Für andere die Bedienungsanleitung lesen ist halt nicht so atemberaubend spannend als das man damit seinen Feierabend verbringen wollte.

    Kommen wir aber noch mal auf den Faktor Zeit zurück. Mir fehlt mittlerweile schlicht und ergreifend die Zeit all die Blogs, Foren, Artikel und Beiträge im Social Media Stream zu verfolgen. Als ich mit WP angefangen hatte, waren es vielleicht 10 oder maximal 20 Blogs die man gelesen hat. Twitter war noch recht unbekannt in Deutschland, Google+ gab es erst gar nicht und Matt hatte noch alles selbst geblogt was er zu sagen hatte. Irgendwelche Camps gab es ebenso wenig we MeetUps oder sonstige Treffen.
    Heute verteilt sich alles auf hunderte Blogs, Magazine, Konferenzen, MeetUps, Social Media und was weiß ich nicht noch. Würde ich auch nur 10% der Informationen konsumieren, würde ich mit 2 Std am Tag kaum auskommen. Wobei … es würde wohl reichen 2% der Informationen zu konsumieren. Denn gefühlt bestehen die restlichen 98% aus Listen mit den besten Themes, den neuesten Themes, Plugins für ___, Listen mit Tricks die man garantiert noch nicht kennt und sonstwas für Listen. Meine verfügbare Zeit würde schon damit drauf gehen die 2% an interessanten Artikeln zu finden.
    Verfügbare Zeit ist natürlich weiterhin ein Problem. Ich erwarte gar kein Geld, Gold, Ruhm, Flachbildfernseher oder nackte Frauen die sich mir willig hingeben (oder zumindest mal meine Wäsche waschen). Etwas Hilfe und/oder Unterstützung wäre deutlich fruchtbarer.
    Aber genau in diesen Punkt musste ich die bittere Erfahrung machen das man investierte Zeit nie zurück bekommt. Ich habe eher selten Fragen und frage noch seltener direkt um Unterstützung. Als ich vor einiger Zeit um Hilfe gebeten hatte, gab es keine Reaktionen darauf. Ich bin deswegen nicht verbittert oder enttäuscht. Ich musste mich aber an diesen Punkt entscheiden ob ich meine Zeit in meine eigenen Probleme investiere bei denen mir niemand hilft. Oder ob ich die Zeit in die Probleme anderer investiere. Die Entscheidung fiel schnell und zugunsten meiner eigenen Probleme. WordPress war an diesen Tag für mich (vorerst) gestorben.

    Mittlerweile habe ich Probleme gelöst und hätte eigentlich auch wieder ab und zu Zeit die ich in WP investieren könnte.
    Aber WP ist in den letzten Jahren schnell geworden. Ich meine nicht die Performance, sondern die Entwickelung. Bevor ich aufgeholt habe was sich in den letzten Monaten geändert hat, hat sich die WP-Welt schon wieder fast grundlegend verändert und es sind 3 neue Versionen raus gekommen.

    WordPress ist mittlerweile ein Fulltime Job. Bist du einmal raus, ist der Wiedereinstieg schwer bis unmöglich (je nachdem wie lange man raus war). Und das ist ein Punkt den du der Community nicht zum Vorwurf machen kannst. Auch wenn die Lernkurve bei WP hoch ist, bevor ein Anfänger sich in die Materie eingearbeitet hat, sind schon die nächsten Versionen im Anmarsch. Ich habe kaum Zeit mich in die aktuelle Version einzuarbeiten, von Beta-Testen kann ich da eher nur träumen. Ein Anfänger hat im Schnitt 3 Monate Zeit sich in WP einzuarbeiten bevor er befürchten muss das sein Wissen mit der nächsten Version veraltet ist. Und dann sollen sie sich auch noch an der Entwickelung, Testen oder den Support beteiligen?
    Machbar, wenn man täglich 8 Stunden mit WP arbeitet. Unmöglich für all diejenigen, die es in ihrer Freizeit machen.
    Ist man so wie ich schon etwas länger dabei, dann merkt man das mit jeden Versionssprung immer mehr Leute abspringen die WP nicht als Vollzeitberuf haben. Wie viele Plugins kann man zwischen zwei Versionen testen, debuggen und ggf. noch weiter entwickeln wenn man es in seiner Freizeit macht? Fünf? Zehn? Eins?
    Wenn sich im Laufe der Jahre einge Plugins/Themes angesammelt haben die man pflegen will, wie viel Zeit bleibt einem dann noch für Beta-Tests, Core patches und Support?

    Mein Eindruck war und ist, dass sich WordPress um so mehr von den vielen ehrenamtlichen Entwicklern entfernt, wie es von Automaticc professionell betrieben wird. Als es Automaticc noch nicht gab und WordPress „nebenbei“ entwickelt wurde, konnten viele noch Schritt halten. Mittlerweile wird die Entwickelung voran gepeitscht und es springen zahllose Helfer einfach aus Zeitgründen ab.

    Auch ich werde die nächsten zwei Wochen dafür nutzen gnadenlos aufzuräumen. Viele Projekte die ich angefangen und bisher noch nicht beendet habe werden gelöscht. ich werde mich auf 1 fremdes Projekt intensiv und vielleicht 1-2 eigene konzentrieren (müssen). Der komplette Rest fällt hinten rüber.

  22. so, eine stunde beim lesen dabeigesessen und mir fallen schon die augen zu.
    nichts was ich hier großartig sagen könnte wäre neu – es wurde alles bereits ausgesprochen oder niedergeschrieben.
    AUSSER:

    German Deutsch • {{de|…}} http://web.archive.org/web/20081014004108/http://doku.wordpress-deutschland.org//

    ich bin als beitragender zum codex regelmäßig aktiv und würde auch so manchen artikel übersetzen. ja wenn….

    wenn….ES MÖGLICH WÄRE.

    warum man für die deutsche übersetzung auf eine externe lösung vertraut und die dann auch noch killt und damit das übesetzen ins deutsche unmöglich macht ist für mich nicht erklärbar. das ist stümperhaft. oder absicht. und fällt in den verwantwortungsbereich von…? na?
    die ersten suchergebnisse zum thema wp sind oft codex artikel.
    viele angehende wordpress entwickler verwenden den codex als einstiegsdroge.
    der codex ist umfassend, leicht verständlich, hilfreich und mit beispielen versehen.
    auf:
    englisch.
    für mich persönlich kein problem. besten dank an das österreichische schulsystem und die begeisterung für metallyrics.
    aber für andere ist eine dokumentation rein in englisch eine heftige barriere.
    der erste punkt um an mehr entwickler ranzukommen ist für mich daher, die deutsche übersetzung zurück an codex.w.org zu geben.

    abschließend und weil mir langsam die augen zufallen:
    ich machs mir jetzt einfach und teile david deckers post zu 100%.
    de.wordpress.org.
    go for it.
    zentrale anlaufstelle.
    go for it.
    wpde als einstiegsdroge – auch als dank (?) an inpsyde
    ähm…go for it 🙂
    so long
    souri

  23. Da wurde ja eine regelrechte Lawine los getreten. Aber die rege Beteiligung lässt doch auf viel gutes in der noch leben Community hoffen.

    Ich selber bekenne mich teil-schuldig. 😉 Ich nutze schon länger WordPress, habe schon viele Themes dafür entwickelt und dennoch bin ich nicht Mitglied im wpde.org Forum oder habe noch nie eine Übersetzung rausgefeuert.

    Es liegt sicherlich auch an Faulheit, teilweise am immensen Arbeitsaufkommen in der eigenen Firma aber das ist es nicht alleine.

    Dem Team rund um wpde.org ist viel zu verdanken. Die Kritikbreitseite kann daher sicherlich momentan etwas frustrierend sein, aber ich denke, es ist größtenteils auch konstruktive Kritik, die allen weiterhelfen wird.

    Ich habe wpde.org immer für eine „inoffizielle“ Geschichte gehalten, wie viele andere auch (http://www.chefblogger.me/2014/06/04/ist-die-deutsche-wordpress-community-faul-geldgeil-vermarktungsschwach-oder-einfach-tot/). Ups, verklickt und weiter zum „offiziellen“ de.wordpress.org. Das Werbung geschaltet werden muss, um Überleben zu können, verstehe ich. Dennoch sollten man gemeinsam einen neuen Ansatz finden, um WordPress besser, professioneller und „aggressiver“ zu präsentieren.
    Einer der häufigsten Sätze von potentiellen Kunden ist immer: „Sie nutzen WordPress? Diese Blogplattform? Ne, da nutzen wir lieber für unsere 1-sprachige, 10 Seiten umfassende Info-Seite Typo3.“ Dann heißt es für uns immer, erstmal Aufklärungsarbeit leisten.

    Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Leider ist es mir nicht möglich nach Hamburg zu kommen und auch das demnächst statt findende Meetup in Köln wird leider nicht in meinen Terminkalender passen. Im Ruhrgebiet selber ist WordPress-technisch tatsächlich tote Hose! Da werde ich gerne eines besseren belehrt (Count me in, Ruhrpottler!).

    Ich war dieses Jahr allerdings zum ersten mal auf der BeyondTellerrand. Ein super Event. Man verließ die Konferenz und war euphorisch, voller Tatendrang. Aber selbst als Nicht-Teilnehmer hat man etwas von der Konferenz, da alle Talks versetzt im eigenen Vimeo-Kanal veröffentlich werden. Vielleicht kann man so auch neue Kanäle nutzen, um den WordPress-Nachwuchs zu erreichen? Wo tummelt sich denn der potentielle Nachwuchs?

    ABER: Neben der ganzen Diskussion, ob die Community lebt oder schon das zeitliche gesegnet hat, hat Caspars Artikel eins geschafft: Er hat zumindest einen der Zig-Tausend Nutzer aufgerüttelt. Melde mich zum Dienst!

    • Hi Marcel, „melde mich zum Dienst“ ist ganz wunderbar! Jetzt bitte noch dich selbst zum Dienst einteilen, wo du am liebsten etwas beitragen möchtest. 😉

  24. Ich bin nur Nutznießer von Eurer Arbeit, da ich des programmierens nicht mächtig bin.

    An dieser Stelle möchte ich Euch allen ein großen Dank ausprechen, für die tolle arbeitet die Ihr geleistet habt, und hoffentlich noch leisten werdet.

    Vielen Dank
    Sven

  25. Der Tag, an dem mich die »deutsche WP Community« endgültig verloren hat, der Tag, an dem ich beschlosen habe, niemals wieder eine Zeile Code für diese „Community“ der Inpsyde GmbH zur Verfügung zu stellen und niemals wieder einen konstruktiven Beitrag zum Forum zu leisten, ist mir heute noch ganz genau bekannt. Es war der 26. August 2007. Der verlinkte Thread im Forum lohnt das Blättern, insbesondere auch in der Verwendung des Begriffs »Community« durch Leute, die für die Inpsyde GmbH tätig sind (natürlich unter so tun als ob man auch den Code von WordPress geschrieben hätte, wo im Wesentlichen »nur« eine deutsche Sprachdatei erstellt wird) – und im Rückzug auf irgendwelche »Firmengeheimnisse«, wenns dann mal um Fragen von Nutzern geht.

    Wenn heute jemand beklagt, dass nur noch daran gedacht wird, ein »bisschen« Coding für WordPress zu monetarisieren, dann sollte er auch betrachten, von welcher Seite derartige Bestrebungen mit welchen halbseidenen Mitteln erstmals begonnen wurden. Dieser Rückblick kann den Scharfsinn schulen. Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (die mit der Absicht der Gewinnerzielung betrieben wird) als Grundlage einer »Community« führt in ein Miteinander mit bescheidener Hoffnung.

    • Hi Elias
      ich gebe unumwunden zu, dass ich mir das Betreiben dieses Forums hier finanziell und zeitlich nicht leisten könnte und ich fühle mich persönlich als „wohlhabend“.

      Von den monatlichen Serverkosten abgesehen wäre der Rest die Freizeit, die für die technische Instandhaltung nötig ist, dazu käm noch Mods zu suchen, etc etc…
      Urlaubsvertretung natürlich auch.
      D.h. ich bin sehr froh, dass dies die Firma macht, weil sie die personellen und Geldressourcen hat.
      Sehr bedauerlich finde ich, dass nach 7 Jahren immer noch soviel Emotion und negative Erinnerung in dir drin sind. Ich heiße das was damals geschah nicht für gut. ich gestehe aber jedem zu mal Fehler zu machen oder in einer doch heißen Diskussion die Conntenance zu verlieren.

      Doch es freut mich narrisch, dass dir WP irgendwie doch soviel Wert ist, dass Du dich hier meldest. 🙂 🙂

      • Ein fröhliches Hallo, Monika,

        keine Sorge, in mir ist nicht mehr die geringste Emotion. (Außer der Heiterkeit, die mein gesamtes Leben prägt.) Aber Erinnerung, die ist in mir. Deshalb kommt von mir auch gar nichts mehr, und ich werde niemals mehr ein Theme auch für Veröffentlichung aufbereiten oder meine kleinen Hacks in gute Plugin-Form bringen. Vom »Community«-Stil, der mir wie ein Frost aus der Brust von Menschen entgegenschlug, legt der weiter oben verlinkte Thread immer noch beredtes Zeugnis für jeden ab, der des Lesens mächtig ist. Die Firmierung Inpsyde ist für mich so etwas wie ein Warnschild.

        (Ansonsten hab ichs natürlich auf meinen als »polemisch« bezeichneten Seiten lobend anerkannt, dass die damalige, in meinen Augen extrem dumme Monetarisierungs-Idee durch Plugin-Spam schnell wieder aufgegeben wurde – an meinen persönlichen Konsequenzen ändert das freilich nichts. Die tendenziell anti-soziale Geldzentrierung in der »Community«, die auch hier im Blogposting beklagt wurde, sie ist von dem Laden vorgemacht worden, aus dessen Mitarbeiter-Mund nun die Klage erklingt. Für mich hat das schon etwas hochnotlächerliches, ja, so viel Abstand hab ich davon, dass es einfach nur zum Lachen reizt…)

        Und ansonsten: WordPress gibts ja zum Glück auch aus Quellen, die ich nicht als vergiftet empfinde – an einem englischen Dashboard habe ich mich noch nie gestört.

    • Hallo Elias

      Ich glaube dein Wertesystem ist stark verschoben. Zum einen mal ist wpde NICHT WordPress Deutschland. Die dürfen “WordPress“ noch nicht einmal in der URL verwenden. Ich glaube das war 2007 schon so. Die hätte also durchaus auffallen können das du da nicht auf der offiziellen Webseite von WordPress bist, sondern auf einen Angebot von jemanden anderes.
      Jeder kann ein WordPress-Paket schnüren und dort hinein packen was er für sinnvoll hält. Ob das eine Übersetzung in eine Sprache ist oder ein Haufen Müll.
      Nun sich doch bitte einmal nach einer Alternative zu wpde, nenne und doch mal jemand anderes der in seiner Freizeit ein WordPress-Paket mit einer Übersetzung schnürt. Niemand da? Nichts? Nur weil es keine Alternative gibt, bedeutet dies nicht das das einzig verfügbare Angebot das offizielle Angebot von WordPress ist.

      Du kannst deine Unwissenheit nicht zum Maßstab erheben. Wenn dir das private (!!!) Angebot nicht gefällt, starte ein eigenes Angebot. Mach eine Alternative zu wpde. Dann kannst du auch nach Herzenslust über die Konkurrenz lästern.

      Aber genau solche Kommentare und Fragen sind es, die die aktiven inaktiv werden lassen. Dinge Frage wurde zehnmal beantwortet. Die Antwort lautete: Du bekommst die Info nicht. Fertig.
      Dennoch hast du weiter genervt (anders kann ich es nicht beschreiben). Die Zeit vieler ist zu kostbar um sich mit solchen Themen herum zu schlagen. Das Ergebnis ist der Blogartikel von Caspar.

      • Ich glaube dein Wertesystem ist stark verschoben […] Du kannst deine Unwissenheit nicht zum Maßstab erheben.

        Unwissenheit und verschobenes Wertesystem, da fehlt nur noch das Wort vom »Realitätsverlust«. 😉

        Tatsache ist, dass in Folge dieser LinkLifter-Geschichte die Verärgerung der richtigen WordPress-Programmierer – also nicht der Leute, die »nur« eine Sprachdatei machen – so groß wurde, dass die Verwendung der Marke »WordPress« zumindest temporär untersagt wurde. So weit zumindest mein »unwissender« Informationsstand. Ebenso ging es damals ganz schnell, das Leute, die eine alternative Sprachdatei anfertigen wollten, die offizielle Domain de.wordpress.org bekamen – allerdings haben diese sich am Aufwand deutlich verhoben. (Ich »Ahnungsloser« muss einräumen, dass ich sie gewarnt habe – und wegen meiner damals sehr unstetigen Lebensumstände konnte ich auch nicht daran mitarbeiten.) Ach, was erzähle ich verschoben-unwissender das alles?! Es steht doch im alles noch in einem Web, das noch weniger vergesslich ist als jeder Mensch.

        Und nein, ich »lästere« nicht, ich teile nur als Reaktion auf einen durchaus lesenswerten Blogpost mit, wie es bei mir aussieht. Ganz persönlich. Und ich würde auch nicht über Konkurrenz lästern, wenn diese Situation gegeben wäre, sondern versuchen, besser zu sein. Das freilich, das ist mehr, als ich zurzeit als Einzelner wuppen kann. (Denn was meine eigene Kraft und Zeit betrifft, habe ich eine sehr präzise Wahrnehmung.)

        • Hallo Elias, es gehört wohl zur Natur eines Fehlers, dass man ihn hinterher lieber nicht gemacht hätte. Ich zum Beispiel hätte rückblickend lieber meinen Urlaub genossen, als diesen Artikel geschrieben. Jetzt gebe ich gerade alles, damit meine Frau nicht auf die Idee kommt, den Link zu speichern und ihn mir ein paar Jahre lang vors Gesicht zu halten. Und dann kommst du, und meine Hoffnung auf ein Recht auf Vergessen-werden schmilzt dahin…
          Wie auch immer, danke für deine persönlichen Statements und willkommen! 🙂 (zurück?)

  26. In den Kommentaren zu Caspars Beitrag dreht es sich häufig um das Verhältnis der Inpsyde zu WPDE.org und der der deutschsprachigen Community. In diesem Zusammenhang scheint es eine Reihe von Missverständnissen zu geben, und mindestens ebenso viele gute und konstruktive Denkanstöße.

    Inpsyde versteht sich als Teil der internationalen Open-Source- und WordPress-Szene, und wir werden uns weiterhin engagieren, um WordPress im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen. Allerdings kann weniger ja manchmal mehr sein. Wir werden uns sehr genau überlegen, wie wir WordPress besser unterstützen können und wo wir umdenken müssen.

    Die Reaktionen auf Caspars Beitrag zeigen deutlich, dass die Nutzer/innen-Gemeinschaft lebendig, bunt und kreativ ist. Wir lesen jeden Kommentar und jeden Beitrag sehr aufmerksam und möchten in angemessener Weise darauf reagieren. Wir freuen uns auf einen lebendigen Dialog in Hamburg!

    Olaf A. Schmitz
    (Mitbegründer WPDE und Inpsyde GmbH)

  27. Ich bin ein WordPress-Poweruser, der sich auch mal per Plugin eine fehlende Funktion selbst nachbastelt 🙂 Ich würde sehr gerne auch mal zur offiziellen deutschen WP-Ausgabe beitragen, leider habe ich aber keinerlei Möglichkeiten dazu gefunden, da die WPDE-Seite etwas unübersichtlich gestaltet ist…

    • Hi Konstantin, die Übersetzer/innen der de_DE-Sprachdatei findest du hier: http://teamwpde.wordpress.com/
      Codex-Seiten lassen sich auch (wieder?) übersetzen.
      In Zukunft wären vernünftige Einstiegsseiten in den Support, das Schreiben/Übersetzen von Dokumentation etc. wichtig. Dafür brauchen wir noch Strukturen – die du mitgestalten kannst. 😉

  28. Ich habe jetzt wirklich alles gelesen: Den sehr interessanten Beitrag von Caspar und alle Kommentare dazu. Gefunden habe ich den Beitrag über die WordPress-Nachrichten in meinem Dashboard, denen ich immer sehr interessiert folge.

    Zum Lesen habe ich ziemlich viel Zeit gebraucht – dazu noch zwei Becher Kaffee und einige Schokokekse. Soll ich ehrlich sein? Ich habe beim meisten, was ich gelesen habe, nicht wirklich Ahnung, worum es eigentlich genau geht. Was auch daran liegt, dass mir viele Begriffe und Namen einfach nichts sagen.

    Ich fürchte, ich bin eine typische Vertreterin der 180.000 Downloader pro Version. Ich betreibe einen kleinen, fröhlichen, schaflastigen, werbefreien und nicht kommerziellen Blog zu meiner persönlichen Erbauung und der einiger (wohl eher weniger) Mitmenschen. WordPress eingesetzt habe ich zum ersten Mal vor ca. acht Jahren, in einem anderem Blog, der sich mit einem PC-Spiel (auch nicht kommerziell) beschäftigt hat.

    Ich mag WordPress, weil ich es verstehe, also nicht das, was dahinter ist, sondern wie man es bedient und damit umgeht. Ich habe viel gelesen und manches Problem, das ich hatte, so lösen können. Ich habe einige Plugins installiert und auch damit komme ich gut klar. Mein Blog ist nach einigen Umbauten genau so, wie ich ihn mag und ich bin damit sehr glücklich. Ohne WordPress wäre das nicht möglich.

    Ich kenne einige Mitmenschen, die auch WordPress im Einsatz haben, aber alle so, wie ich: Dankbar, dass es diese Software gibt und völlig ahnungslos in Bezug auf das, wie sie ‚hinter den Kulissen‘ funktioniert. Ich fürchte, dass die allermeisten WordPress-Benutzer so sind wie ich.

    Ist das schlimm? Irgendwie habe ich nach dem Lesen des Beitrags und der Kommentare so ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich mich im Grunde einfach nur fröhlich am Werk anderer ‚bediene‘ – aber ich dachte bisher auch, dass das völlig in Ordnung ist. Ich wüsste auch ehrlich nicht, was ich beitragen könnte – ich habe einfach keine Ahnung, sondern bin nur eine Anwenderin, die WordPress schlicht genial findet. Und die ohne WordPress nicht das machen könnte, was sie mit viel Spaß macht: Den eigenen Blog. Und das würde ich so gerne auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen tun dürfen.

    • Hallo Ursula, danke für deinen Kommentar, es ist klasse, dass du dich einmischst! Nein, es gibt überhaupt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen – jedenfalls ist der Beitrag oben nicht so gemeint. WordPress ist genau dafür da: es einfach zu nutzen. Davon spricht auch die „Mission“, die die WordPress Foundation für WordPress propagiert: „to democratize publishing through Open Source, GPL software“.

      Zum Thema kostenfreie Plugins: Du hast sicher im Laufe der Zeit mitbekommen, dass es möglich ist, die Entwickler, die ihre Arbeit kostenlos zur Verfügung stellen, mit einer freiwilligen Spende zu unterstützen? Das wäre etwas, was jede/r hier und da mal tun kann; man vergisst es halt nur so leicht. Umgekehrt zeigt so eine Spende – wie klein oder groß sie auch sein mag – oder sogar einfach nur ein schlichtes „Danke!“ aber einfach das bisschen Anerkennung, das wir uns ja letztlich alle für unsere Arbeit wünschen – und Entwickler/innen, die ihre Produkte frei her geben, sie aktuell halten und sogar noch in ihrer Freizeit Support dafür leisten, machen da keine Ausnahme. Einfach dem Autor oder der Autorin deines Lieblingsplugins eine Mail schreiben, danke sagen und vielleicht nach einer PayPal-Spendenadresse fragen kann für die- oder denjenigen wirklich viel bedeuten.

      Wenn ich oben im Artikel eine wie auch immer geartete „Community“ kritisiere, dann meine ich eigentlich nichts weiter als: Leute, bitte kapiert endlich (bzw. vergesst nicht), das eine Gemeinschaft rund um eine Open-Source-Software wie WordPress nur mit gegenseitigem Respekt und einer gewissen – ich will’s mal so nennen – „menschlichen Sorge“ umeinander funktionieren kann. Dazu gehört eben auch, dass man sich mal Gedanken macht, woher eigentlich all die kostenfreien Plugins usw., aber auch die Kern-Software, eigentlich kommen. Wer macht das alles? Werden die dafür bezahlt? Von wem? Und dann stellt man eben fest, dass ganz Viele (auch wenn es einen Trend in Richtung „Firma zahlt Entwickler für Open-Source-Beiträge“ zu geben scheint) eben nicht bezahlt werden für das, was sie in das Projekt hinein geben, und dass Open-Source-Software zu nutzen zwar kostenfrei ist, aber nicht umsonst sein darf. Wenn sich dieses Bewusstsein nicht durchsetzt, sondern Menschen anfangen, die freiwillige Arbeit anderer buchstäblich einzufordern (was leider ebenfalls ein Trend zu sein scheint), landet das Ganze irgendwann an den Frust-Punkten, die wir in manchen Kommentaren hier und in den anderen Diskussionsbeiträgen lesen können.

      Also, langer Rede kurzer Sinn: kein schlechtes Gewissen haben, aber vielleicht jetzt, wo du auf diese Diskussion gestoßen bist, noch ein paar Schritte weiter gehen und überlegen, ob du nicht doch ab und zu etwas beitragen möchtest? Jede/r so, wie er/sie kann halt. Dass die ganze Open-Source-Thematik eben auch für reine Anwender/innen verständlich kommuniziert und bekannt gemacht gehört, ist richtig und wichtig. Da müssen die Leute, die Beiträge wie diesen hier schreiben, dann einfach mal ihre Hausaufgaben machen und verständlicher nach außen kommunizieren … wir arbeiten dran! 🙂

      • Hallo Caspar,

        Dankeschön für Deine ausführliche Antwort 🙂

        …sondern Menschen anfangen, die freiwillige Arbeit anderer buchstäblich einzufordern (was leider ebenfalls ein Trend zu sein scheint)…

        Das ist in der Tat etwas, das ich auch immer wieder feststelle, grade im Internet. Da ist die Umsonst-Mentaliät wirklich erschreckend.

        Es ist doch klar, dass man auch mal Danke sagt, und zwar nicht nur mit Worten. Ich mag Paypal-Knöpfe nicht besonders, aber dafür bin ich ein Fan von Amazon-Wunschlisten – das finde ich viel persönlicher. Ich habe schon des Öfteren als kleines Dankeschön von so einer Liste an Menschen, die mir wordpressmäßig weiter geholfen haben, etwas verschenkt. Und wenn ich ein Plugin mag, das es auch als Kaufversion gibt, kaufe ich es in der Regel, selbst dann, wenn ich die Features der Kaufversion gar nicht brauche.

        Auf der anderen Seite muss ich auch sagen, dass es mich manchmal stört, dass eine finanzielle Anerkennung oft fast schon eingefordert wird. Kaum ein Plugin, das nicht auf der Einstellungsseite einen ‚Buy me a coffee‘-Button oder ähnliches hat. Wenn ich mich entschließe, etwas kostenlos zur Verfügung zu stellen, muss ich auch damit leben, dass es kostenlos, also ohne freiwillige finanzielle Zuwendung, genutzt wird.

        Ich habe zum Beispiel eine kleine Aufgabe in einem Verein. Als ich die Aufgabe angenommen habe, war klar, dass ich damit nichts verdienen kann – und ich käme auch nie auf die Idee, auf einer Mitgliederversammlung einen Becher vor mich hinzustellen mit der Aufschrift ‚Spendier mir ’nen Kaffee‘. Ich wusste, dass ich das unentgeltlich mache – hätte ich was verdienen wollen, hätte ich mir was anderes suchen müssen.

        Natürlich ist der Unterschied zum Schreiben eines Plugins der, dass ich im Verein direkt mit Menschen zu tun habe und die auch mal Danke sagen; bei einem Plugin sieht man nur, wie oft es runter geladen wird und hat eher selten mit den Anwendern direkten Kontakt. Aber das weiß ich, wenn ich im Internet was mache.

        …„to democratize publishing through Open Source, GPL software“…

        Das ist ein weiteres Problem für Anwender wie mich: Mein Englisch ist eher rudimentär und ich scheitere bei vielem einfach daran, dass das so ist.

        • Hallo Ursula,

          danke für deine guten Kommentare. Ich gehöre sowohl zu denen, die kostenlose Plugins einsetzen, bin aber selbst auch Plugin-Entwickler. Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn ich Feedback zu meinen Plugins bekomme. Aber leider ist auch viel zu oft etwas inder From „programmiere mir mal noch folgendes Feature speziell für meine Bedürfnisse rein – natürlich auch kostenlos“. Ich lasse mich aber dadurch nicht entmutigen. Ich freue mich aber natürlich viel mehr über jedes oder Danke (kam leider eher selten) oder jede noch so kleine Spende (bisher auch sehr wenig). Ich muss aber gesehen, dass ich auch nur etwa der Hälfte der Pluginautoren, deren kostenlose Plugins ich verwende etwas freiwillig gespendet habe. Ich muss mir also auch an die eigene Nase fassen 😉

  29. Wenn ein *Unternehmen* wie Inpsyde eine tragene Säule der Community darstellt, und das scheint ja die allgemeine Wahrnehmung zu sein (zu Recht) – dann ist das größte Problem von Inspyde, dass sie das einzige, mir bekannte, Unternehmen ist, welches sich ganz klar mit und für WordPress in Deutschland positioniert.
    Als „Agenturkind“ spreche ich dieser Positionierung meine ganze Anerkennung aus.

    Aus eigener direkten Erfahrung und Beobachtung scheuen sich die meisten sich für WordPress zu bekennen.
    Coder, weil WordPress eben eher off-the-edge ist, als on.
    Entscheider, weil die mit dem Geld da draußen eher auf „Typo3/Drupal“ anspringen, weil sie mal gehört haben…Enterprise CMS und so.., da kann man sich als WordPress-Agentur mal ganz schnell pauschal, für eine relevante (kaufmännisch betrachtete) Zielgruppe aus dem Rennen nehmen.
    Solange Kunde (Geld) skeptisch ist, Vertrieb schoneinmal vorsorglich in Deckung geht bevor das „W“-Wort fällt, solange werden einige potentielle Community-Bereicherer auch im Schatten verweilen, denke ich.

    Vermutlich erbringe ich der Community schon die ganze Zeit ein großen (unbewußten) Dienst, indem ich durch mein persönliches, sehr lokales WordPress-Engagement, mein (rein kommerzielles) Umfeld nach und nach davon überzeugen kann und ein (Selbst)Bewußtsein dafür erschaffe.
    Wenn ich damit fertig bin, melde ich mich zurück 🙂
    @Inpsyde: Also, so weitermachen!

    Darüber hinaus bin ich durchaus ein Freund der Idee einer „Deutschen WordPress Community“, in Hinblick darauf, dass es eben doch (augenscheinlich) nationale Besonderheiten gibt, über die wir uns ‚intern‘ vermutlich besser unterhalten können.
    Das schließt eine Coexistenz mit anderen Communities nicht aus, und an dem großen, globalen Schmelztiegel darf sich ja eh jeder , entsprechend seiner Möglichkeiten, 24/7 beteiligen. In meiner täglichen Argumentation helfen mir Vergleiche mit dem Spirit der andersorts vorherrscht leider nicht, zu abstrakt und zu weit weg.

  30. Ich bin nur eine schlichte Nutzerin von WordPress. Aber ich will mich hier einfach mal für das Engagement der „paar Aktiven“ Entwickler bedanken und sagen: Macht weiter so wie bisher.

    Ich nutze WordPress ausschließlich um eine private Website zu realisieren und habe auch schon einige Sachen über WordPress thematisiert.

    Was die WordPress Community angeht, da bin ich durchaus dafür zu haben. Allerdings sind die Leute, die hier schreiben und posten für mich ersteinmal Gesichtslos (auch alle jene, die ein Foto von sich hier haben).

    Ich muß jetzt gestehen, daß ich bisher noch nicht alle geposteten Meinungen hier zur Gänze gelesen habe (einfach zuviel auf einmal halt). Es wurde hier aber mehrfach angesprochen, daß nationales Denken (nur Deutschland oder Österreich oder Schweiz) aber auch die Sprache bei großen Internationalen Treffen die Leute verschreckt.

    Ich bin durchaus bereit, auch mal an einem Wochenende durch Deutschland zu fahren – zu irgendwelchen Treffen, aber leider finden diese zu selten statt. So war ich letztes Jahr (2013) auf der Cebit und habe da nur einen einzigen kleinen Stand mit sagen wir 3 oder 4 Leuten im Open Source Park vorgefunden. Und dann ist ja noch das regelmäßige WordPress Camp, zu dem ich leider bisher aus arbeitstechnischen Gründen die Zeit gefunden hatte zu fahren.

    Jedenfals währe ich dafür, daß man Deutschlandweit doch mehrere solcher Treffen (erstmal in kleinem Rahmen) organisieren würde oder bestehende Veranstaltungen wie Cebit, Linuxtage und dergleichen doch besser ausnutzen würde, um da WordPress zu präsentieren. Sicher, das zieht mehr Leute an, die WordPress nur als „Stück Software“ sehen, aber es hat durchaus einen positiven Effekt. Die aktive Community würde sich besser kennenlernen und durch direkte Gespräche mit potenziellen Nutzern ließe sich auch mehr „Nachwuchs“ finden, der irgendwelche Aufgaben (angefangen vom Testen und Tutorials schreiben über Übersetzen, Plugins und Themes entwickeln etc).

    Dann wirkt eine Community nicht mehr abstrakt und ohne Spirit, wenn die Leute sich untereinander kennen. Und wenn Richtung Communitytreffen mehr gemacht würde und solche Treffen mehrfach in Ganz Deutschland stattfinden würde, dann isses fast ganz klar, daß auch der jenige, dem die Anfahrt zu weit ist, zumindestens an einem Treffen in seiner Nähe teilnehmen könnte.

    • Hallo Eve, vielen Dank für deinen Kommentar! Diese regelmäßigen, kleineren Treffen gibt es: sogenannte „WP Meetups“. Es gibt sie in verschiedenen Städten. Bei dir in der Nähe wäre vielleicht am ehesten Dresden? Sonst mal hier schauen; das Verzeichnis ist nicht immer auf dem letzten Stand, aber im Zweifelsfall hilft dann halt Google. 😉

    • Hallo Eva,

      Caspar hat die Meetups ja schon erwähnt. Du hattest aber auch Veranstaltungen wie CeBIT Linuxtage angesprochen. Auch da ist WordPress vertreten. Es gibt einen Verein, den „CMS Garden“, bei dem sich sehr viele Open Source CMS Systeme gemeinsam präsentieren. Ich komnte da letztes Jahr auf den Linuxtagen auch am Stand stehen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

      • Auf der CeBit 2013 hab ich WordPress ja im Open Source Park, da das erste Mal im CMS Garden, gesehen und konnte da mit den Ausstellern auch ein recht interessantes Gespräch führen und mich dazu informieren. Aber die CeBit ist groß und ich war die letzten 15 Jahre jedes Jahr dort gewesen als Besucherin. Manches Jahr waren WordPress und andere CMS gar nicht dort vertreten und manches Jahr hatte WordPress, wie auch andere CMS nur einen kleinen Stand, während beispielsweise Drupal einen eigenen Stand hatte und dazu noch von verschiedenen Hostingfirmen (beispielsweise Mittwald) noch Stände in deren Bereichen hatte und damit stärker vertreten war, als WordPress (und andere CMS). Sicher das ist alles irgendwo eine Geldfrage, so ein Stand kostet Geld, aber ich denke, es ist Möglich, durch irgendwelche Sponsoringverträge (bei irgendwelchen Hostingfirmen) auch breiter vertreten zu sein, bei solchen Technologieveranstaltungen.

        Spontan fällt mir ein, daß bei der CeBit 2012 auch Mediawiki stärker vertreten war. Ein eigener Stand im OpenSource Park, dann BlueSpice, die Plugins und AddOns dazu herstellen (eigene Texteditoren z.B.), dann war Twoonix mit WikitoGo (siehe mein Blog) dabei und noch 2 oder 3 andere Firmen, die auf Basis von Mediawiki Enterpriselösungen wie SearcheEngines fürs Wiki und dergleichen herstellen und vertreiben.

        Nein ich will nicht jammern und irgendjemand nerven. Das waren so meine Beobachtungen aus den letzten Jahren. 2014 war die erste Cebit, zu der ich seit Jahren nicht mehr war, wegen der neuen Ausrichtung für Fachbesucher (ich bin immer Privat dort hingefahren um mich selbst ein bisschen zu informieren). Von daher kann ich nicht sagen, was da so los war.

  31. Wie bezeichnend ist es eigentlich, dass ich auf den Artikel über G+ zufällig und nicht über WordPress aufmerksam geworden bin?

    Ich gehöre wohl zu jenen Endnutzern, die Du ansprechen möchtest. Gucken wir mal, was so ein typischen (?) Ednutzer ausmacht: Vor einigen Jahren sprang der Webadmin meiner Website aus beruflichen Gründen ab (eine kleine, private Rollenspielwebsite) und dachte mir, ich könnte ja mal einen Blog ausprobieren, zumal es damals in der (RPG-)Szene einen regelrechte Aufbruchstimmung gab. Als Commuity etablierte sich einige Jahre später rsp-blogs, die allerdings Plattformübergreifend ist. An WordPress gefällt mir, dass ich damit 80% der Sachen, die ich mit meiner Website machte, hier auch machen kann – und das extrem einfach – und gar einiges mehr.

    Ähnlich die Wahrnehmung in der Filmbloggerszene, in die ich über den Media Monday reingerutscht bin – auch hier eine plattformübergreifende Community.

    Will man mehr Nachwuchs (was ja überall ein Problem ist, auch bei den Pfadfindern und der Freiewilligen Feuerwehr – und auch online gibt es ja genug „hippere“ Sachen, auf die man sein Engagement richten kann), dann muss man auch besser auf sich aufmerksam machen, damit der Nachwuchs die Chance bekommt, davon etwas mitzubekommen.

    In der Rollenspielszene hat sich übrigens ein GratisRollenspielTag etabliert, quasi en Tag wo die Leute in die Läden gegen und was abgreifen können, aber auch – und das ist der wichtige Punkt, Neulinge angelockt, abgeholt und mitgebracht werden. Ein Aktionstag zu WordPress, vielleicht als Nachlese zu diesem Camp, wo man massiv(er) auf sich aufmerksam macht, das wäre doch was.

  32. Guten Abend zusammen,

    was für eine herrliche Diskussion! Ich bin durch die entsprechende Meldung im Dashboard darauf aufmerksam geworden und habe mich erst mal oberflächlich durchgelesen, da ich noch was erledigen muß.

    Ich schreibe jetzt also vorläufig nichts dazu, habe aber schon einen eigenen Artikel dazu im Kopf! 😉 Mal sehen, ob ich den heute noch zusammen bekomme. Ich bin nämlich der Meinung, daß das den üblichen Rahmen eines Kommentars sprengen würde. Wer meine Artikel kennt, der wird mir wohl recht geben! 😛

    Als Blogger mit WordPress.* ist man ja eigentlich Teil der Community, da ja jeder neue Blog WordPress weiter verbreitet und bekannt macht… natürlich nur, wenn Sie/Er WordPress verwendet. Hier kommen aber schon die ersten Probleme, doch dazu dann mehr in meinem entsprechenden Artikel. Mal sehen, wer ihn lesen wird, denn besonders bekannt bin ich ja eher nur in einem relativ kleinen Kreis… oder so! 😉

    Grüße aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

  33. Danke, ich werde öfters mal reinschauen auf diesen Kalender vorbeischauen. Wenn ich es zeitlich einrichten kann, werde ich mich sicherlich auf dem einen oder anderen Meetup mal blicken lassen.

    Ich hoffe für die Zukunft, daß ihr weiterhin an der deutschen Version von WordPress werkelt und ein paar tolle Themes und Plugins zur verfügung stellt. Selbst habe ich nicht das KnowHow so tief in die Materie einzusteigen, bin aber durchaus bereit ein paar nützliche Plugins und Funktionen in meinen Blog zu integrieren und dazu Feedback zu geben oder darüber zu schreiben.

  34. Hallo Caspar,
    nachdem ich deinen Artikel und die Diskussion die daraus entstanden ist gelesen habe, möchte ich als „Newbie“ ein paar Gedanken dazu beisteuern.

    Aber zuerst möchte ich sagen …
    Respekt für diesen Artikel. Für die sehr offene, differenzierte und konstruktive Kritik.
    Respekt für die Art der Diskussion innerhalb der Community.
    Und … noch größeren Respekt und Dank … für die großartige Arbeit jedes einzelnen an und mit WordPress.

    Ich bin vor ungefähr zwei Jahren eher zufällig auf WordPress aufmerksam geworden, nachdem ich eine Webseite ins Leben rufen wollte. Ich war und bin immer noch von den unglaublichen Möglichkeiten begeistert. Und je mehr ich über WordPress gelesen habe, wuchs (zumindest in Gedanken 😉 … meine Webseite.

    Und an dieser Stelle möchte ich meinen ersten Gedanken beisteuern.
    Wordpress … wer bist du? Wo bist du?
    Ich habe gegoogelt (und einige Bücher gekauft). Dabei habe ich natürlich viele, sehr gute Webseiten gefunden. Unglaublich … großartig … vielen Dank.
    Aber … und hier greife ich im Ansatz auch einen Beitrag von David auf … wo ist DIE „deutschsprachige Anlaufstelle“? Sicherlich ist WPDE.org eine sehr gute und informative Webseite. Nur habe ich lange die Strukturen dahinter nicht verstanden und frage mich bis heute, wer trifft die Auswahl z.B. für den „Deutschsprachigen Channel“? Wenn ein „Newbie“ auf DIE deutschsprachige Webseite für WordPress kommt und den PLANET durchstöbert, bleiben viele sehr, sehr gute Webseiten im Schatten dieses PLANETENS. Schade eigentlich. Hier ist noch viel Potenzial nach oben. Denn selbst wenn man sich ausführlich mit WordPress beschäftigt (und das habe ich getan) bleiben viele gute Inspirationsquellen außen vor. Selbst nach zwei Jahren intensiven googelns habe ich durch diesen Artikel mehrere Webseiten entdeckt, die ich vorher noch nicht gefunden hatte. Insofern war dein Artikel für mich schonmal sehr hilfreich … Danke dafür.
    Ich glaube, dass eine deutschsprachige Anlaufstelle, in der sich ALLE die mit und für WordPress arbeiten vernetzen können, einen unglaublichen Gewinn für uns alle bringen würde.

    Ich habe gerade „uns“ gesagt … durch deinen Artikel fühle ich mich erstmals als Teil dieser Community … Danke dafür.

    Und mehr noch … hier könnte gezielt nach Mitarbeit gefragt werden … hier könnte gezielt für Tätigkeiten geworben werden … hier könnte gezielt nach „Bedarfen“ gefragt werden … hier könnte gezielt für die unterschiedlichsten Treffen (Camps, Meetings, …) geworben werden … hier könnte gezielt … was weiß ich noch alles. Und das schöne ist … WordPress kann das alles 🙂

    Das Web und WordPress ist toll. ABER wenn ich (als Newbie) nicht eine ungefähre Ahnung von dem habe, was ich suche, wie soll ich es dann finden. UND … vielleicht weiß ich ja auch noch gar nicht, das es etwas gibt, das mir helfen könnte.
    Aus ähnlichen Gedanken heraus ist auch meine Webseite entstanden. Ich habe häufiger die Erfahrung gemacht, dass ich und viele FachkollegInnen neue Angebote, Hilfen und Möglichkeiten (aus unserem Bereich) nicht kannten. Wie sollen wir diese weiterempfehlen, uns mit diesen austauschen und vernetzen? Leider waren viele Angebote schneller weg als sie gekommen waren. Frust und Enttäuschung sind zurückgeblieben.

    Mein zweiter Gedanke betrifft die Sprache. Ich weiß, dass wenn es diese tollen deutschsprachigen Webseiten und deutschsprachigen Hilfestellungen nicht geben würde, wäre meine Webseite niemals mit WordPress entstanden. Und ich glaube es geht vielen so.
    Bitte denkt bei der weiteren Diskussion daran, dass rudimentäre Englischkenntnisse noch dafür reichen ein Plugin einzustellen, aber mit vielem anderen z.B. dem Core (ich weiß immer noch nicht was das eigentlich ist) völlig überfordert sind.

    Mein dritter Gedanke richtet sich an die Frage, was kann ich zurückgeben. An dieser Stelle muss ich selbstkritisch zugeben, dass ich mir diese Frage vor deinem Artikel noch nicht gestellt habe. Ich war und bin begeistert von WordPress und freue mich, dass es kostenlos angeboten wird. Arbeitet man etwas länger damit und möchte die Funktionen ausbauen, ist es allerdings nicht mehr umsonst. Ich bin auch gerne bereit für Themes und Plugins zu bezahlen (mittlerweile habe ich schon einige hundert Euro für meine Webseite investiert). Allerdings habe ich da die kostenfreien Plugins (und WordPress an sich) aus den Augen verloren.
    Nach deinem Artikel werde ich nachholen, was ich versäumt habe. Das mindeste ist wirklich eine Anerkennung in Form eines … Danke für deine Arbeit.

    Ich wünsche euch/uns allen noch schöne Pfingsten 😉
    Gruß
    Werner

  35. Hallo zusammen und danke für den Artikel, die Arbeit und die Denkanstöße.
    Mein Problem mit WordPress, welches ich ab Version 2.9 verfolge, ist das Wachstum, welches für mich als Privatperson neben meiner eigentlichen Arbeit, die nichts mit Internet, Programmierung und WEB zu tun hat, einfach zu schnell ist.
    Ich bin vom Typ her eher jemand der sich gerne erst einmal in die Materie einliest und einarbeitet bevor er anfängt Fragen zu stellen und dann auch anderen hilft (wenn es vom Wissensstand her funktioniert). So habe ich die Erfahrung gemacht das es bis zur Version 3.0 relativ gut möglich war auf einen guten Stand zu kommen, bei dem man zumindest teilweise als Laie mitreden konnte. Inzwischen würde ich allerdings sagen das ich WordPress nicht mehr wirklich kenne. Klar kann ich WordPress als Endanwender mit fertigen Dingen nutzen, verstehe aber einen Großteil der dahintersteht nicht mehr. Gerne würde ich wieder ein eigenes Blog betreiben, mit eigenem Theme und vielleicht auch mit Funktionen die für mich zugeschnitten sind…aber ich schaffe es nicht mich wieder einzuarbeiten.
    Ich habe mir als Beispiel ein Buch zu WP 3.8 gekauft, ein Monat später war WP 3.9 da. Das Buch habe ich in dieser Zeit nicht durchgearbeitet, mir fehlt dazu einfach auch die Zeit. Das Internet ist inzwischen für viele einfach zu schnell. Und WP passt sich dieser Geschwindigkeit einfach an. Das ist keine Kritik, ich finde es gut das man mit der Zeit geht, aber so bleiben viele auf der Strecke. Oben wurde dieser Punkt schon einmal angesprochen.
    Das nächste Problem für einen Laien ist aus meiner Sicht die Hilfestellung die er nicht geben kann. Die Probleme sind oftmals einfach zu speziell oder nicht für die breite Masse. Wenn dann eine Frage/Problem auftritt bei dem man helfen kann, ist dies bereits beantwortet.
    Das andere Problem an Supportforen ist oftmals die Standardantwort: „Schau im Codex, da steht alles…“. Das ist richtig, aber ich habe beispielsweise auch die „Sprachbarriere“, das ich des englischen zwar mächtig bin, aber trotzdem nicht alles verstehe was dort steht. Und als Laie tut man sich dann zweimal schwer.
    Dies sind so meine Sicht der Dinge, vielleicht ein bisschen wirr zusammengeschrieben, man verzeihe mir, der Beitrag hier ist echt lang mit all seine Kommentaren…
    Ich werde aber trotzdem weiter versuchen wieder auf einen guten Stand zu kommen, und werde weiterhin diversen WordPressblogs folgen.
    Und nochmals als Abschluss – vielen Dank an ALLE die hinter, vor, neben, oben, unten oder sonstwo und sonstwie mit WordPress in Zusammenhang stehen und es zu dem gemacht haben was es jetzt ist.

  36. Wirklich interessante Ansätze. Ich glaube aber kaum, dass sich durch den mehr als ausführlichen Artikel viele WP-Nutzer zum Mitmachen bewegen lassen. Viele sind eben nur einfache Nutzer und haben mit Programmierung wenig am Hut. Für mich ist das WP-Forum immer wieder eine interessante Fundstelle, um Probleme zu lösen. Ich schließe mich Florian gern an und danke Allen, die WordPress aktiv begleiten.

  37. Mir ist ein Punkt wichtig, der mir hier zu unscharf ausgedrückt wird.

    Es gibt keine Pflicht, dem Projekt WordPress etwas zu geben. Niemand muss Schuld beim reinen Gebrauch empfinden. Gäbe es solche Imperative, kämen wir alle nicht mehr zu irgend etwas anderem, denn wir benutzen täglich so viel Open-Source-Software und haben so wenig Zeit. WordPress ist auch nichts Besonderes, vom starken Geldgeber und den sehr senkrechten Entscheidungsstrukturen mal abgesehen.

    Also: macht mit, wenn ihr Spaß daran habt oder zumindest etwas lernen wollt. Schuld jedoch ist ein schlechtes Motiv; sie versaut die Augenhöhe.

    • @Thomas Danke. Den Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung nicht deutlich genug herauszuarbeiten, war vielleicht ein klassisch deutscher Fehler von mir.

      • Ich sehe auch keine Verantwortung der Nutzer für WordPress oder die Community. Gleiches gilt für Git, PHP, Apache und andere Software.

  38. Hallo, dieser Artikel ist der Megahammer für mich als WP neuling. Ich versuche so oft wie möglich mich aktiv zu beteiligen. Durch eigene Fragen und Antworten. Ja ich weiss sogar auch mal was und versuche anderen bei problemen zu helfen. Hatte mich schon gewundert warum auf Foreneinträge mit einer Frage seltenst eine Antwort kommt. Na ja bei so vielen Leuten ist die Wahrscheinlichkeit gering das es einer weiß! (Scherz). Aber wenn jemand ein problem hat und dann schreibt , hab es selber rausgefunden. Ich schreibe…ja sag mal wie…es kommt nix…ich ihn per pm anschreibe …es kommt nix…tja , da mach ich mir als Neuling schon meine Gedanken. Aber ich warte ab und mache weiterhin aktiv weiter, so gut es geht. Viel Glück und Kopf hoch.. Ich drück die Daumen und hoffe auf bessere Tage…
    lg. Hari

  39. Ich komme etwas zu spät zur Party, sag aber trotzdem mal ein paar Wörter. Grundsätzlich: Ja, richtig, schon richtig.

    Ich würde ein paar Sachen zur Eläuterung, oder aus einer anderen Perspektive.

    1. Ich finde das gar nicht schlimm, dass das Wordcamp noch nicht ausverkauft ist. Ich finde es sogar gut, dass man im Zweifel noch am selben Tag reinkommt. Das ist eine gute Sache, weil halt nicht jeder das Monate vorher mitbekommt oder planen kann. Das ist latürnich unbesehends der Tatsache, dass 260 Leute nicht die Welt sind. Aber he, wie sinnentleert große Events sind kann man schön an der Entwicklung der Drupal-Cons sehen.

    2. Auch wenn ich Inpsyde sehr mag (Great Work, girls and guys!) und auch wenn die Geschichte und der Support der deutschen Community durch Inpsyde die Präsenz auf der Seite natürlich rechtfertigt. Aber das hat trotzdem ein Geschmäckle, gerade weil es ja auch schon ziemlich prominent ist. Wenn man für einen anderen Arbeitgeber arbeitet oder (wie ich) Teil einer anderen Agentur ist, die auch von WordPress lebt, dann ist das natürlich auch eine Hürde. Das Inpsyde-Logo da ist auch ein Kennzeichen „Das hier ist unser Spielplatz“.

    3. Man darf das auch nicht ganz so düster sehen, finde ich: WordPress ist auch in Deutschland das erfolgreichste Redaktionssystem und unter den Gründen dafür scheint mir einer ganz weit vorne zu sein: WordPress macht das Richtige und zwar ziemlich unsichtbar. Der Vorteil von WordPress gegenüber Systemen wie Drupal oder Typo3 ist, wie intuitiv es Dinge löst. Das gleiche gilt für WordPress als Ganzes. Als Entwickler oder Agentur kommt man mit WordPress alleine ganz gut zurecht. Nur selten gibt es wirklich Bedarf für eine Community. Ich kenne etliche Kunden und Marktbegleiter, die mit WordPress still und leise und vor allem ZUFRIEDEN ihr Ding machen. Und auch das ist eine gute Sache.

    4. Ich bin immer etwas skeptisch, wenn es um „Community Building“ geht. Das bekommt schnell ein Tonalität von Burgfrieddenken. WordPress vs. Drupal, Typo3 vs. Joomla. Das kann dazu führen, dass man sich in Selbstbeweihräucherung ergeht, die eigenen Schwächen übersieht, die Stärken der andere erst Recht nicht wahrnimmt und etwas abschätzung über die eigenen Burgmauern wirft. Damit tut man dem Projekt keinen Gefallen, denn ich hab noch keinen Kunden getroffen, der gesagt hat: Ich will WordPress und nichts anderes. Die meisten möchten gerne vorher sowas wie einen neutralen Überblick. Und: Ich kenne auch
    auch immer weniger Entwickler, die sich nur auf ein System festlegen wollen,
    das gilt inbesondere für den Nachwuchs. WordPress war hier bisher eigentlich
    angenehm undogmatisch.

    5. Ich finde auch das Konzept „Deutschland“ in dem Zusammenhang irgendwie schräg, genau wie das schwarz-rot-goldene WordPress Logo. Ein Open-Source-Projekt ist doch, fast egal wie klein es ist, sofort international. Selbst bei den kleinsten Initiativen hat man ratzfatz Leute aus der ganzen Welt mit an Bord. Und selbst wenn man sagt, ‚Wir kümmern uns halt
    um die Deutschsprachigen User und Entwickler‘, dann sind immer noch die Schweizer und Österreicher vor den Kopf gestoßen.
    Oder anders: Ich wüßte nicht, was WordPress nun besonders mit Deutschland verbindet, als dass es eine ‚eigene Community‘ rechtfertigen würde. Es ist doch das großartige an dem Erfolg von WordPress, dass es eben nicht wie Typo3 nur ein nationales Phänomen ist, sondern sich halt für nationale Grenzen nicht interessiert, dass derjenige der Dir mit Deinem Wunsch helfen kann, in Amerika, Polen oder Japan sitzen kann.

    6. Und, zum Schluss noch etwas Kritisches, was in Deinem Artikel nicht erwähnt wurde und in dem Zusammenhang nicht so gaaanz wichtig, aber auch nicht völlig irrelevant ist: Das Verhältnis vieler Entwickler und Agenturen zur GPL und Open-Source ist gerade bei WordPress etwas in den letzten Jahren eher distanziert. Ich bin mir nicht so ganz sicher, was die Leute treibt, die meinen, sie könnten die GPL ignorieren, aber ich sag’s mal so: Das passt halt ins Bild. Wer meint, mit einer Software unter der GPL könne man machen was man will, (und meint damit zuerst das Drucken von Geld), dem liegt eine Beteiligung an der Community wohl eher nicht am Herzen.

    Zum Abschluss: Wie eingangs erwähnt: Das soll kein Widerspruch zum eigentlichen Artikel sein. Grundsätzlich stimmen ich mit Dir überein. Das sind nur ein paar der nicht so klarer Facetten.

    Ich freu mich überigens sehr auf das Wordcamp und die Fortführung der Diskussion dort! Und ich freu mich ganz besonders, einen hoffentlich tollen Beitrag zu WordPress präsentieren zu dürfen.

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  42. Pingback: WordPress – Ein paar Gedanken | michael-fitzen.de

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