Boone Gorges

Beitragen zu WordPress: Ehrenamt, nicht Martyrium

Boone Gorges, selbständiger WordPress-Entwickler und Lead Developer des BuddyPress-Projekts, erklärt in seinem Vortrag beim WordCamp San Francisco, warum freiwillige Mitarbeit an Freier Software wie WordPress kein Martyrium sein sollte und wie auch Freelancer in einem wirtschaftlichen Rahmen zur Weiterentwicklung von WordPress beitragen können.

Tipps zum Mitnehmen

Boone gibt in seinem Vortrag einige konkrete Tipps, wie du als Selbständige/r deine Mitarbeit am WordPress-Projekt gestalten und damit eine Win-Win-Win-Situation zwischen dir, deinen Kunden und WordPress schaffen kannst.

Schau selbst, welches Vorgehen an welcher Stelle für dich sinnvoll erscheint.

Plugin-Patenschaften

Du musst für ein Kundenprojekt eine bestimmte Funktionalität schaffen und schreibst dafür ein Plugin? Verhandle mit deinen Kunden, dass dieses Plugin auf WordPress.org veröffentlicht und damit für die Community frei nutzbar wird. Stelle außerdem sicher, dass du für die fortlaufende Wartung des Plugins bezahlt wirst. Diese Patenschaft kann ein „Wanderpokal“ werden: Kunde A fördert die Wartung im ersten Jahr, danach Kunde B, dann Kunde C usw.

Vorteile

  • Für deine Kunden: Sichtbarkeit als engagierte Förderer Freier Software (besonders bei öffentlichen Einrichtungen wie Hochschulen u.ä.).
  • Für dich selbst: Verbesserung deiner Kompetenzen durch community-gesteuerten Code-Review; Aufwertung deines Status als Expertin/Experte durch sichtbare Mitarbeit am WordPress-Projekt.

Reputationszyklus

Boone macht eine einfache Gleichung auf: Wenn du zu WordPress aktiv beiträgst, wirst du deine eigenen Kompetenzen damit verbessern, weil du direkt von der Arbeit am Projekt lernst – und von den besten WordPress-Entwicklerinnen und Entwicklern weltweit, die dort ebenfalls mitarbeiten.

Vorteile

Da deine Beiträge in deinem Profil bei WordPress.org sichtbar sind, hast du einen visuellen Beweis für deine besondere Kompetenz gegenüber deinen Kunden. Dein sichtbarer „Expertenstatus“ kann wiederum ein überzeugendes Verkaufsargument bezüglich angemessener Stunden- oder Tagessätze darstellen. Deine Kunden brauchen sich nicht auf dein Wort zu verlassen, dass du dich mit WordPress wirklich auskennst, sondern sehen den Beweis in deinem Profil.

Boone Gorges: Profil bei WordPress.org
WordPress.org-Profil, hier von Boone Gorges: sichtbarer Kompetenznachweis.

Zuletzt kannst du, aufgrund deiner steigenden Kompetenzkurve, mit der Zeit höhere Honorare verlangen und diese wiederum in freie Zeit übersetzen, die du zum Teil für weitere Mitarbeit am Projekt nutzen kannst.

Der Reputationszyklus, wie Boone ihn beschreibt, im Überblick:

  1. Beitragen
  2. Besser werden
  3. Stundensatz erhöhen
  4. Weniger Stunden arbeiten
  5. Die freien Stunden zum Teil als erneuten Beitrag einsetzen

Video bei WordPress.tv

Das Video von Boones Vortrag beim WordCamp San Francisco ist auf WordPress.tv zu sehen – noch ohne deutsche Untertitel, aber wer weiß, vielleicht fühlst du dich ja dazu berufen, das zu ändern? 😉

Boone Gorges: Be a Volunteer, not a Martyr – a Practical Guide to Contributing

Weitere Ideen für Beiträge

  • Werde Übersetzer/in bei den Polyglots und trage dazu bei, WordPress selbst, sowie Themes und Plugins in deutscher Sprache verfügbar zu machen.
  • Werde Moderator bei WordPress.tv und hilf dabei, Videos in deutscher Sprache zu untertiteln.
  • Hilf in den Support-Foren bei de.wordpress.org oder wpde.org.
  • Unterstütze eine/n Entwickler/in freier Plugins beim Support eines bestimmten Plugins, indem du das betreffende Support-Forum bei WordPress.org abonnierst und einfache Fragen beantwortest.
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Fazit

Deine freiwilligen Beiträge zu WordPress sollten freiwillige Beiträge bleiben, bei denen du Spaß hast. Aufopferung killt auf die Dauer Motivation, davon hat also niemand was.

Gestalte deine Mitarbeit bei WordPress am besten so, dass du selbst dabei wächst und anhand deines WordPress.org-Profils deine Kompetenzen zeigen kannst.

Interesse am Mitmachen? Die allgemeine Anlaufstelle für freiwillige Mitarbeit ist make.wordpress.org.
Update 2016: … oder das Slack-Team von de.wordpress.org.

Beitragsbild ganz oben: Screenshot aus Be a volunteer, not a martyr (CC BY-NC-SA 3.0 US)

2 Antworten zu “Beitragen zu WordPress: Ehrenamt, nicht Martyrium

  1. Sehr schöner Beitrag Caspar! Leider sehe ich es immer wieder, dass einige aufschreien (müssen), dass doch alles so doof und unfair wäre, aber mithelfen tun sie auch nicht. Aber solche Miesmuscheln gibt es wohl überall.

    Wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, dann kann was großes entstehen! 🙂

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