Attached WordPress Widgets und beitragsgenaue Sidebars

The times they are a-changin’.

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Achtung, in diesem Artikel geht es um Theorie! Es gibt (noch) kein Plugin hier! 
Je länger ich mir die Frage stelle, desto weniger kann ich sie beantworten: Warum gibt es in WordPress diesen Widget-Screen? Warum können Widgets ausschliesslich global definiert werden? Anstatt auf einer Pro-Post-Basis?

Vorgeschichte

Vor einer Weile stolperte ich während eines Auftrags über das Thema. Der Kunde wünschte sich die Möglichkeit, Widgets mit Sponsoreninformationen beitragsgenau einzusetzen. Schlussendlich landete ich bei dem My Snippets Plugin von Justin Tadlock – eine wunderbare, fein gecodete Erweiterung, die allerdings HTML-Kenntnisse voraussetzt, will man mehr als reinen Text in der Sidebar posten.
Für meinen Kunden hieß das: Editor auf, Widget-Inhalt inkl. Links, Grafiken usw. erstellen, Quelltext aus dem HTML-Tab kopieren und in die My Snippets Metabox einfügen – auf die Dauer unbefriedigend, aber machbar.
Für mich hieß es, für jedes erdenkliche Query-Szenario eine Sidebar in petto zu haben. :TILT:

Globale Widgets

Klar, solche Sachen wie Neueste Beiträge, Kommentare, Archive usw. machen im globalen Kontext einer Site absolut Sinn, und sie bilden sicher den Kern der ursprünglichen Widget-Idee.
Aber was ist mit Textinhalten, Grafiken, Links, Ads, Bannern?
Solche Widget-Inhalte gehören m.E. in die Meta-Ebene eines Beitrags, zumindest als optionale Variante!
Justins Lösung liefert einen richtigen Ansatz, geht aber für Autoren jenseits der Blogger-/Entwicklerklientel eindeutig nicht weit genug. Da ist WYSIWYG angesagt!

WYSIWYG-Widgets

Inhalte wie formatierten Text, Grafiken und Links ohne HTML-Kenntnisse als Widgets einzufügen, war nicht immer ganz einfach. Dank Custom Post Types und diversen Plugins, wie z.B. dem Custom Post Widget Plugin von Johan van der Wijk, geht das mittlerweile relativ easy – wenn auch noch mit einigen Klicks mehr, als zu wünschen wäre.

Stonehenge im Backend: die Sidebar

WordPress ist mittlerweile sowohl im Front-, als auch im Backend so skalier- und erweiterbar, dass man faktisch eine komplett eigene Applikation damit bauen kann. Warum, um alles in der Welt, schreibt mir ein derart flexibles System noch vor, wie ich mein Layout zu gestalten habe?

Die Rede ist von der Sidebar, auch Seitenleiste genannt: ein softwarearchitektonisches Fossil, dessen Name in Zeiten des responsi(ti)ven Webdesigns, der Web-Apps, CSS-Grids und endlich funktionierender Browser genauso urig wirkt, wie der Grundgedanke, der seiner Existenz voraus geht: dass eine Website ohne zünftiges Zweidrittel-Eindrittel-Spalten-Layout einfach nicht in den Rahmen der Möglichkeiten gehört.

„Dynamic sidebars – dynamische Seitenleisten“, das hört sich toll an, kommt aber mittlerweile einer Irreführung nahe. Denn wer will, bitte schön, darauf bestehen, das die Widget-Party am äußersten (rechten oder linken) Rand des Layout zu steigen habe? Sieht man sich Frameworks wie Thematic oder Hybrid an, huschen da Widgetbereiche aka Sidebars an den verwegensten Stellen durch die Templatewiese.

Die Sidebar, und mit ihr der Widget-Screen, sind das Stonehenge des WordPress-Backends – ein beeindruckendes architektonisches Gebilde, dessen Errichtung zu seiner Zeit eine unerhörte Leistung darstellte, und das bis heute den Schauplatz faszinierender Rituale bildet: drag und drop!

Drag & drop für den Edit-Screen – jetzt!

Die Überschrift klingt nach Petition, und ehrlich gesagt: ich bin kurz davor, eine aufzusetzen.
Ich möchte, wenn ich einen Artikel oder eine Seite neu anlege, zunächst einmal bestimmen können, ob die eine Sidebar kriegt oder nicht. In ordentlichen Themes kann ich das bereits wenigstens für Seiten tun, nämlich mit dem Full-Width-Template. Auswählen, speichern, Sidebar weg – ggnnniiiharrharrr!

Alsdann möchte ich die volle Kontrolle darüber haben, welche Inhalte in der Sidebar meines Artikels oder meiner Seite erscheinen. Dafür muss ich momentan mindestens My Snippets und ein weiteres Plugin installieren – und kriege bei der Konfiguration der Widgets mit Widget Logic oder Display Widgets [Update: anscheinend nicht weiterentwickelt] immer noch einen Gordischen Knoten im Hirn!

Muss das wirklich sein? Im 21. Jahrhundert?! Wie viel geiler genialer wäre es doch, im Edit-Screen meines Artikels eine Checkbox zu setzen („ja, bitte mach‘ mir eine Sidebar in die Einzelansicht“), es erschiene eine neue Metabox für die anzulegenden Widgets, vom oberen Screen-Rand glitte in jQuery‘esker Eleganz das Widget-Auswahl-Panel herunter und ich zöge mir meine Widgets bequem in die Sidebar-Metabox… (schmacht!)

Ernsthaft: Hat jemand eine Idee dazu?

Nichts ist so kraftvoll, wie eine Idee, deren Zeit… und so weiter. Der Spruch wurde leider vielfach zerdroschen, und so weit sind wir ja auch noch gar nicht.

Meine Frage an dich lautet: Gilt diese Idee schon etwas? Hat das Sinn, was ich mir hier zusammenseufze?
Oder bin ich der einzige arme Idiot, der die famose Leichtigkeit eines Edit-Widget-Screens zu schätzen wüsste? Dass die Entwicklung eines Plugin mit diesen Fähigkeiten nicht gearde trivial wäre, ist mir klar. Aber würde sie den Aufwand lohnen? Welche Anforderungen ließen sich formulieren?
Qualifiziertes Feedback sehr willkommen!