Das Theme-Verzeichnis auf WordPress.org sollte das beste der Welt sein.

Heisse Diskussion auf make/org/themes: Sollte es ein kuratiertes Theme-Verzeichnis geben? Hier meine spontanen Gedanken dazu.

Das Theme-Verzeichnis auf WordPress.org sollte das beste der Welt sein.

Nicht das mit den meisten Themes.

Nicht das mit den meisten irgendwie ganz netten Themes, die es durch den Review-Prozess geschafft haben.

Nicht das, in dem du dein erstes selbst fabriziertes Themes hochladen und der Welt anbieten kannst (es sei denn, du bist ein Genie und legst einen Blattschuss an Design und Code-Qualität hin).

WordPress.org ist das Haus von WordPress. In diesem Haus dürfen Regeln gelten, und sie sollten der Sicherheit und dem Wert aller Beteiligten dienen.

Das Theme-Verzeichnis auf WordPress.org sollte das verdammt noch mal am schwersten zu erobernde des ganzen WordPress-Kosmos sein. Massenware und Theme-Malls gibt es genug.

Qualität über Quantität

Wer ein Theme im Theme-Verzeichnis bei dotorg landet, sollte damit automatisch eine nicht zu toppende Validierung ihres/seines Könnens in der Tasche haben. Die Themes dort sollten allesamt herausragend sein!

Das wären dann aber wenige? Genau. Deswegen wäre der Anreiz, dort ein freies Theme unterzubringen, auch extrem hoch. Natürlich nur für solche Anbieter/innen, denen Qualität im Sinne ihrer Nutzer/innen wirklich am Herzen liegt und die fachlich in der Lage sind, diese Qualität auch zu garantieren.

Für alle anderen – die Fließband-Theme-Schmieden und Hobby-Coder (nichts gegen Letztere!) – wäre der Ort ganz einfach nicht mehr interessant. Die würden von alleine weg bleiben.

Wer die Regeln machen und durchsetzen sollte? Die gleiche Sorte Leute, die jetzt schon Themes reviewen – und von denen ebenfalls die Besten. Qualität für Qualität.

Theme-Review wäre dann natürlich keine Mitmach-Tätitgkeit mit niedriger Schwelle mehr, sondern eher ein Hochamt. Novizinnen und Novizen müssten einiges mehr lernen, als den gegenwärtigen Review-Prozess durchzuziehen. Sicher kein Ehrenamt, um das sich allzu viele reissen würden, aber mit strengeren anstatt weicheren Kriterien auch wiederum weniger Zähigkeit beim Review selbst.

Schon klar: das hier ist ohne Filter einfach runter geschrieben. Vielleicht gibt es eine ganze Masse Argumente für ein Theme-Verzeichnis mit „Krabbelstube“, wie Justin es vorschlägt.

Ich würde mir eins mit einem 1-A-gepflegten Vorgarten wünschen, mit einem so wirksamen Einlassverfahren, dass man im Theme-Verzeichnis nicht mehr Gefahr liefe, andauernd in Brownies zu treten, sondern einfach entspannt und glücklich zum Feierabend mal eine Runde Theme-Browsen einschieben und sich dabei freuen könnte.

Update: Mike McAlister von Array hat’s schöner gesagt als ich:

I agree with several of the statements here that design of a theme should be more closely considered alongside code quality. Design is surely a subjective quality, but there are many concrete design, typography and layout principals that should be followed to ensure a quality experience for the theme consumer and their visitors. When these basic rules are ignored in favor of upholding code quality alone, we are doing a disservice to the directory, it’s patrons and the websites these themes ultimately power.

Code and design quality should be harmonious, and only themes that can achieve that should ultimately be available for download, in my opinion. If we’re going to suggest that the standards of themes be raised, do it across the board instead of fragmenting the quality further. The ultimate goal should be an entire directory of “gold standard” themes.

Mike McAlister

28 Antworten zu “Das Theme-Verzeichnis auf WordPress.org sollte das beste der Welt sein.

  1. Wozu sollte das Theme Verzeichnis zum Superschau der besten Designer werden?
    Nicht warum, sondern wozu, welches Ziel verfolgst du damit, ich vermute nicht nur einen beschaulichen Abend mit frischer Inspiration und
    aus welchen Gründen darf Lieschen Müllmayir, die nette, hoch bemühte Designerin ihr Theme dann dort nicht mehr als Dankeschön an die Community anbieten?

    Darf dieses „Danke zurück“ an die Community nur mehr von Profis gemacht werden?

    Oder andersrum: dürfen nur mehr Profis dort eine kostenfreie Schaufläche haben, damit sie ihre PaidThemes dann besser verkaufen?

  2. Ich teile voll und ganz deine Gedanken, dass dort ein Platz von Qualität (Welches Maß?) sein sollte. Merkwürdig ist aber, dass so etwas bei Plugins quasi nicht vorhanden ist.
    Vermutlich liegt das aber auch einfach an der Masse von Plugins und der Einfachheit, wie man solche erstellen kann.

    Wieso dann nicht eher eine Art – es mag komisch klingen, nachdem wir ja in den Medien soviel über „Schmiergelder“ hören – „Güte“-/“Qualitätssiegel“ (hier auch wieder die Frage: Welches Maß?)

    Letzenendes braucht es hier mehr Man-Power.. Wobei.. Wer anderes wie das von dir erwähnte „Genie“ könnte das Werk eines „Genies“ bewerten? Ich glaube es fallen da <5% der WordPress-Entwickler in dieses Schema.

    Kurzum: "Wir" müssen das Problem eher wo anders angehen, nicht erst bei der Kontrolle, sondern schon bei der Erstellung braucht es einen gewissen "Stand". Wie man diesen erreicht und ob jemand den erreichen will… Schwierig.. Es gibt ja immer y schwarze Schafe die sich recht wenig Arbeit machen, aber trotzdem " erfolgreicher" sind.

  3. Tja … hm … ich fang mal so an: Ich bin auch an der Antwort zu Monikas Frage gespannt. Mal abegesehen von Deinen eigenen Wünschen: Meinst Du das dient einem besonderen Zweck?

    Ich sag mal meine eigene Meinung nochmal anders: Das scheint mir ein bischen elitär. Und ich glaube elitär steht einem Projekt wie WordPress nicht gut zu Gesicht. WordPress wird sich das heute vielleicht leisten können, weil es einen Status hat. Aber der ist nicht in Stahlbeton gegossen.

    Mal zum Vergleich: Ich hab gerade zwei Tage sehr tief in Drupal8 reingeschaut. Fakt ist dort: Man koppelt sich mit 8 von der gesammten nicht-professionellen Entwicklergemeinde ab. Führt das zu besserem Code? Ganz klar.
    Ist das für ein Projekt wie Drupal eine gute Idee? Ziemlich sicher nicht.

    Ich glaube dass Projekte wie WordPress und Drupal von ihrer Niedrigschwelligkeit leben, das Leute schnell und einfach einsteigen und mitmachen können und das Gefühl haben mit dabei zu sein.

    Oder anders gefragt: Was kommt als nächstes? Es darf nur noch derjenige Themes und Plugins hochladen, der von Automattic zertifizierter Entwickler ist?

  4. Achso: Und … ich bin auch der Meinung, dass es möglich sein sollte, die wirklich guten Themes auch schneller zu finden. Und ich bin auch der Meinung, dass WordPress.org ein wichtiges Schaufenster ist, das wirklich gute Themes verdient. Aber dafür gibt es einfacherer Wege (schlichte Fragen der Benutzerführung), die nicht kategorisch alle anderen ausschließen.

      • Nicht nur, für gutes Design gibt es sehr gut anwendbare Bewertungskriterien. Es bleibt ein Rest Geschmacksfrage, aber das lässt sich imo gut trennen.

  5. @Monika, @Chris, @Ben Danke für eure Kommentare! Ich nehme mir ausnahmsweise mal die Freiheit, auf alle vier zusammen zu antworten, weil ich mich sonst im Einzelnen wiederholen würde.

    Eure Kritik an meiner Kritik lässt sich, glaube ich, in etwa so zusammenfassen:

    Es gibt einen Community-Aspekt beim Theme-Verzeichnis (Stichwort: etwas zurück geben), der mit einem elitären Anspruch an die Qualität dort komplett verloren ginge.
    Mit einem solchen Anspruch (und entsprechenden Maßnahmen) würde das Theme-Verzeichnis zu einem reinen Schaufenster für professionelle Theme-Shops, da nur solche die dann geltenden Qualitätsstandards bedienen könnten.
    Es stellt sich ohnehin die Frage der Durchführbarkeit, denn für die Bewertung von Elite-Qualität braucht man eine Elite von Bewertern. Über kurz oder lang könnten letztere, wenn überhaupt, mutmaßlich nur aus dem Corporate-Umfeld von WordPress kommen.
    Das Projekt als Ganzes liefe Gefahr, seinen „Bodenkontakt“ zu verlieren. Die ansonsten so attraktiv niedrige Einstiegsschwelle bei WordPress würde an einer wichtigen Stelle für Normalmenschen quasi unüberwindbar.

    Um’s kurz zu machen: ja.

    Stimmt, alles Blickwinkel, die ich teilen kann und die in meinem Schnellschuss oben keine Berücksichtigung finden. In gewisser Hinsicht also: zurückruder. 🙂

    Und (fettes „und“):

    WordPress.org hat imo eine Verpflichtung, die Werte und Qualitätsstandards eines Open-Source-Projekts zu repräsentieren, das in den letzten Jahren weltweit enorm an Bedeutung und Sichtbarkeit zugelegt hat – und zwar auch und gerade wirtschaftlich.

    Die „Basis“ von WordPress als Projekt hat sich entscheidend in den Corporate-Sektor hinein erweitert. Community bei WordPress ist heute eben auch Enterprise.

    Eine Projekt-Plattform muss imo diesen neueren Aspekten genauso gerecht werden, wie den DIY-Nutzer/innen – und allem, was sich zwischen diesen beiden Polen tummelt.

    Gerade, wenn man die Entwicklung des Projekts in Zukunft nicht komplett dem Corporate-Sektor überlassen möchte, muss man sich der Frage stellen, wie sich die Plattform des Projekts präsentieren und welchen Wert sie Nutzerinnen und Nutzern bieten sollte.

    Ben erwähnt die niedrige Einstiegsschwelle als vorteilhaft für ein Projekt wie WP. Ich sehe sie als Segen und Fluch gleichzeitig. Die die sich daraus ergebenden, teils massiven Qualitätsunterschiede bei Themes und Plugins bewirken, dass WordPress.org zwar die „offizielle“ Heimat von WordPress ist, aber gleichzeitig nicht ganz ernst genommen werden kann, wenn es um professionelle Ansprüche bei Themes und Plugins geht.

    Oder zugespitzt formuliert: Wie, bitte schön, soll die von Monika erwähnte „Lieschen Müllmayr“ (oder ihr männliches Pendant) momentan selbst die Qualität eines Themes oder Plugins beurteilen? Ohne Fachwissen?

    An dieser Stelle muss imo WordPress.org selbst Verantwortung übernehmen:

    Gerade aus Fürsorge um die „Basis“, die Nutzer/innen-Community, sollte Dotorg imo besonders hohe Qualitätsstandards bei Themes (und Plugins) ansetzen.

    Das von Chris vorgeschlagene „Gütesiegel“ (in der Diskussion bei make/themes ist von „Gold Stars“ als Bewertungssystem die Rede) könnte imo ein Schritt in die richtige Richtung sein. Wahrscheinlich wird es auch eh keine Radikallösung geben, dazu muss Dotorg zu viele Interessen ausbalancieren.

    Ich bin gespannt, was bei der Diskussion heraus kommt!

  6. @Chris: Da bin ich dann ganz bei Caspar: Das darf gerne eine „Redaktion“ entscheiden. Irgendjemand reviewt ja jetzt schon die Themes. Und irgendjemand entscheidet ja auch, welche Themes bei „Vorgestellt“ also wp-admin/theme-install.php?browse=featured landen (auch wenn ich die Auswahl da etwas schräg finde).

    Oder anders: Dafür eine demokratisch legitimierte, kompetente Redaktion zu finden, sollte ja machbar sein.

  7. @Caspar: Da sind wir im Grund ja einer Meinung. Es tut WordPress sowohl auf der Community-Seite als auch auf der Commercial-Seite gut, wenn es auf WordPress.org die Leute so an die Hand nimmt, dass es ihnen zuerst das zeigt, was das Beste an WordPress ist. Und um das auch gleich noch weiter zu drehen: Ich finde, hier sollte auch bewertet werde, wie ernst es gerade den professionellen Entwicklern von Themes und Plugins mit der GPL ist.

    Um aber zurückzukommen: Das ist zuerst und vor allem eine Frage der Benutzerführung auf WordPress.org, resp. im Theme und Pluginverzeichnis innerhalb von WordPress.

    Den kompletten Zugang zu beiden Verzeichnissen nur noch auf ein Profilevel zu beschränken, würde – meiner bescheidenen Meinung nach – viele, die gerade erst einsteigen und noch auf dem Weg zu Profi sind (und dort möglicherweise gar nie angekommen), von den gewaltigen Vorteilen des Verzeichnisses aussperren, nämlich zuerst, Theme und Plugins in einer nie zuvor dagewesenen Einfachheit veröffentlichen und aktualisieren zu können. Letzteres ist ein Wert, den man kaum überbewerten kann, wie ich denke.

    Und ja: Das ist Fluch und Segen zugleich. Aber das erkennen auch die User, die es ernstmeinen, und erkennen dann den Wert von Profis, und holen Leute wie uns dazu um das eine zu vermeiden und das andere zu erlangen. Das ist auch ein Teil dessen, was die Community und die Profis darin erfolgreich macht.

    • Je länger ich drüber nachdenke und die Diskussion verfolge, desto mehr gefällt mir, wie Justin hier seinen Vorschlag näher erläutert:

      In my proposal, all but the most important guidelines would be relaxed (spam, etc.). Things checked by the automated scanner wouldn’t get through either. For new developers, this is awesome as it completely lowers the barrier to entry, which is one area I think we’ve struggled the most. If nothing else comes of all this, I’d love to see a lower barrier to entry for new theme authors.

      Assuming we were going with this proposal as is, a lot of theme authors would opt to skip the review simply because they want to get their theme submitted without any additional hassle. Then, when they’ve gotten a few themes under their belt, they might want to try out the “big review” to see how their theme stands up. Or, maybe they might want to get in on whatever incentives there are for going through the review.

      Kurz: besserer automatisierter Scan als einzige Einstiegshürde für das allgemeine Repo und strengerer menschlicher Review für den kuratierten Bereich. Wahrscheinlich doch ein sinnvoller Kompromiss. Die haben sich ausführlicher einen Kopf gemacht als ich hier. 🙂

  8. Ah. Ja. Da haben wir uns überschnitten, hehe. Hach, herrlich. Samstagmittag, das Kind schläft, es regnet, ein bisken in netten Blogs rumhängen. 😀

    Was die demokratische Legitimierung angeht: Hihi, das weiß ich latürnich und es war tatsächlich ein bisken als Spitze oder viel mehr als Denkanstoß gemeint, den ich sehr gerne in Köln weiterzudiskutieren würde!

  9. Ui ich weiß gar nicht wo ich antworten soll, deswegen ganz unten: Eigentlich kann man die „Qualität“ eines Themes (und Plugins!) nur an vorgegebenen Richtlinien und Standards festlegen. Je umfangreicher, ausführlicher und detaillierter diese sind, um so besser wird auch die Qualität der Themes (und Plugins), ABER auch der Aufwand solche zu erstellen. Ich sehe aber den erhöhten Aufwand auch als positive Hürde, denn dadurch bekommt man schon von Grund auf diese „fix gemachten unreifen Fummeleien/Ideen“ weg.

    Ich sehe es eher in der „Pflicht“ von WordPress(.org) solche Standardisierungen weiter auszuarbeiten und ihre Kontrollen entsprechend darauf abzustimmen – auch mit viel mehr Automatismen in den ersten Schritten um die Spreu vom Weizen zu trennen. Anschließend sollte erst ein Team zum Reviewen einspringen, was weitere händische Kriterien untersucht, aber auch die automatisierten Ergebnisse verifiziert. Ganz wichtig dabei: Es sollte das Kürzel des Reviewers öffentlich sichtbar sein, damit man das zum Einen offen darlegt wird und zum Anderen als eine Art „Absicherung“ das hier kein Schmu betrieben wird.
    Eventuell wäre auch ein Service an dieser Stelle gut, welcher es erlaubt ein Theme (oder Plugin) hochzuladen und dieses automatisiert für {n} Hürden prüfen zu lassen. So kann man schön iterativ sein Werk weiterentwickeln und verbessern.
    Auch würde ich nicht nach den 100%-Prinzip vorgehen, sondern Themes (..und Plugins ;)) schon bei erreichen der 75% der manuellen Kontrolle „freigeben“, aber entsprechend auch mit entsprechender Anzeige auf der späteren Downloadanzeige, wie „gut“ es den Standards, Regeln und Kriterien entspricht. Dadurch schafft man den Anreiz, dass Autoren natürlich 100% erreichen wollen, um entsprechend bessere Gewichtungen in z.B. Suchen zu erreichen.

    • Ich sehe es eher in der “Pflicht” von WordPress(.org) solche Standardisierungen weiter auszuarbeiten und ihre Kontrollen entsprechend darauf abzustimmen – auch mit viel mehr Automatismen in den ersten Schritten um die Spreu vom Weizen zu trennen. Anschließend sollte erst ein Team zum Reviewen einspringen, was weitere händische Kriterien untersucht, aber auch die automatisierten Ergebnisse verifiziert.

      Letzteres entspricht ja Justins Vorschlag.

      Ganz wichtig dabei: Es sollte das Kürzel des Reviewers öffentlich sichtbar sein, damit man das zum Einen offen darlegt wird und zum Anderen als eine Art “Absicherung” das hier kein Schmu betrieben wird.

      Das und alles, was du danach noch schreibst, finde ich gute Vorschläge zur Ergänzung von Justins. Magst du die nicht drüben einbringen?

  10. Hi Caspar,
    die meisten Sachen, die ich sagen wollte, sind eigentlich schon formuliert. Das Themeverzeichnis dient meines Erachtens vielen Anfängern als ein Goal, welches sie erreichen wollen. Dort reinzukommen. Beim nehmen von Qualitätshürden werden sie sozusagen weiter in die Community reingezogen und das ist einer der Aspekte, welche den Erfolg von WordPress mit ausmachen. Dabei muss man natürlich eine Balance aus einladendem Charakter und Qualität halten, um hier sozusagen eine gewisse Sogwirkung auf Entwickler/Designer zu erzielen. Ein Elitenschaukasten würde hier aber schnell nur zu einem Huldigungstempel, in welchem Anfänger reinschauen, um den Big guys zu huldigen und gleichsam mit dem Gefühl rausgehen, selbst nie Teil des Temples zu sein. WordPress lebt davon, dass jeder Teil sein kann.

    Das soweit zum Aspekt der Theme-Hersteller. Doch, das Repository ist eben in erster Linie dazu gedacht, dass die Leute sich ein Theme aussuchen und dann klick klack ne schöne Webseite am Start haben. Und hier ist wordpress.org eher bescheiden. Ich suche zwar immer mal wieder auch im org, bin aber regelmäßig enttäuscht. Das wirkt sich natürlich auch negativ auf WordPress aus. Es kann nicht sein, dass das Browsen des Theme Repositories eine enttäuschende Erfahrung ist. Das Gegenteil muss der Fall sein. Ein Elitenprojekt wäre eine Möglichkeit, aber sozusagen mit dem großen Hammer und schönes Porzellan geht kaputt.

    Automatisierte Prozesse wurden angesprochen. Den Eintritt erleichtern und dann einen Schaukasten mit menschlichem Reviewprozess. Ich glaube, man sollte eher mal ganz grundsätzlich über das Themeverzeichnis nachdenken. Die Enttäuschung, welche ich immer wieder erlebe kommt daher, dass ich mir Themes auch immer relativ blind runterladen muss, dann rumfrickeln, nur um zum Schluss festzustellen, na so dolle isses nich. Die Theme-Preview ist eine einzige standardisierte Katastrophe, welche die Features und den Look von Themes überhaupt nicht abbilden. Vergleichen wir doch mal das Theme-Verzeichnis mit dem Pluginverzeichnis. Da hab ich Screenshots, ausführliche Beschreibungen, Youtube-Links, Links auf Demoseiten und so weiter und so fort. Bei Plugins hab ich Screenshots und bei Themes, wo wenn nicht hier bräuchte ich das? Wo wenn nicht bei den Themes bräuchte ich Demoseiten statt einer Standard-Preview, die auf simplen Blogschemata aufbaut?

    Das Bewertungssystem. Es wäre tatsächlich interessant „professionelle“ (ich meine feste, nicht zwingend bezahlte) Reviewer zu haben. Vielleicht sogar Reviewes, die über ein Klick auf „accepted“ hinausgehen und Reviews verfassen (schade für die tausend Blogs mit ihren wöchentlichen Roundups, die 10 schönsten, besten, Magazin/Portfolio/Blog-Themes). Was mir aber eigentlich vorschwebt wäre hier den Schwarm etwas intelligenter zu nutzen. Einfach nur 1, 2, 3, 4, 5 Sterne ist mir ein bißchen wenig. Warum nicht mehrere Kriterien entwickeln (Codequality, HTML-Quality, Flexibility, Design-Quality, da müsste man mal nachdenken) und aus diesen dann interessante Sortieralogrithmen und Filterkriterien erstellen? Ich will nen schwarzes responsives Theme – äh ja…

    Ich glaube, meine enttäuschenden Erfahrungen im Umgang mit dem WordPress Theme Repository resultiert zum einen daraus, dass es nun mal schlechte Themes darin gibt, zum anderen aber aus dem Interface, welches es mir nicht erlaubt die guten von den schlechten Themes schnell zu unterscheiden. Ich glaube man muss gar nicht zu viel am Input-Prozess ändern (vor allem nicht mit dem Hammer vorgehen), sondern meines Erachtens hapert es am Output. Hier kann man tatsächlich viel schrauben.

    Um von hier aus nochmal zum Anfang, auf die „Sogwirkung“ zurückzukommen. Das würde meines Erachtens den Sog auch verstärken. Nach der ersten Hürde „Einlass in das Repository“ würden dann die nächsten Hürden kommen, das Theme zu verbessern, damit es auch gefunden wird. Was mir hier gerade einfällt, es wird sicherlich schwierig, wenn ein Theme in V 1.0 schlecht bewertet wird, das Ranking in V1.1 zu verbessern, obwohl die Kritikpunkte ausgeräumt sind. Da weiß ich nicht, wie man das sinnvoll gestalten könnte.

  11. Ein Blick über den Tellerrand auf WordPress.com hilft hier IMHO weiter.

    Ganz entscheidend ist der Auswahlprozess für Themes:
    https://theme.wordpress.com/
    vs.
    https://de.wordpress.org/themes/

    Ich kann im offiziellen Repo einfach nicht vernünftig filtern. Versucht mal nur Twenty Twelve Child Themes zu suchen oder Child-Themes auszuschließen. Geht nicht.

    Oder die Vorschau: Ich filtere nach 3-Spalten-Layouts, das Vorschaubild zeigt zwei Spalten und die Demo ist 1-spaltig. WTF?

    Für mich ist das WP.com-Theme-Verzeichnis das Tidyrepo vom WP.org-Theme-Verzeichnis. Hier haben die Themes den Automattic-Auswahlprozess geschafft. Die schaue ich mir näher an.

    Ich finde die Idee mit der einfachen Einstiegshürde (automatisierter Prozess) und dem „Gold-Status“ nach dem Review super, aber nur, wenn ich explizit danach filtern kann. Und wenn man den Filter-Prozess eh am Wickel hat, dann *muss* dieser auch endlich noch weiter verbessert werden. Und vernünftige ggf. individuelle Demoinhalte möglich machen. Sonst wird sich das Verzeichnis quasi selbst abschaffen, weil es von der Masse an Irrelevanz erdrückt wird, die man nicht wegfiltern kann.

    • stimmt die Verschlagwortung auf wordpress.org ist sehr oft falsch und sie bietet kaum Auswahl.
      Fluid Layout ist ungleich responsive, und unabhängig davon, wer sucht heute noch nach fluid oder verwendet dieses Wort => außer ältere Webdesigner?

      Doch unabhängig davon, es ist auch deswegen irre sich dort ein Theme auszuwählen, weil der Dummy-Inhalt unmöglich ist.

      Gutes, wirklich hervorragendes Design formt Inhalte => das kann sowieso kein Theme von der Stange, also wonach wird gesucht, wenn wer „gutes Design“ sucht.

      Und wie soll dies bewertet werden, so quer durch sämtliche Kulturkreise. Unsere europ. Designregeln mögen aus geschichtlichen Machtverhältnissen stammen, aber schau dir das mal in Schrift an, die von rechts nach links geschrieben wird :-).

      Oder gar den Designgeschmack von japanischen Designern an, die ich übrigens sehr oft für hervorragend halte, aber damit machts in De /AT keinen Staat 🙂

      • Und wie soll dies bewertet werden, so quer durch sämtliche Kulturkreise.

        Das finde ich nochmal einen wichtigen Punkt. Ich hatte mal eine WordPress-Seite für eine eritreische Demokratie-NGO aufgesetzt. Da hatte ich ein wirklich schönes Theme rausgesucht, alles sauber und klar strukturiert, das ging aber gar nicht durch. Was durchging war eine Seite mit 20 Youtube-Videos pro Seite, die ewig lud und auf der ich mich gar nicht mehr zurechtfand. Aber die Frau sagte, so finden wir das schön dort. Ich konnte es (die ganze Zeit reden wir über klare Strukturen, white spaces, padding und was weiß ich) gar nicht fassen, habe mir dann aber die anderen Seiten dort gesehen, die alle so aussahen.

        wie soll dies bewertet werden

        Deshalb sollte man versuchen andere Bewertungskriterien wie klare, kommentierte Codestruktur, valides HTML, Flexibilität (oder irgendsowas) oder ähnliches heranziehen. Nicht schön oder häßlich, das ist glaube ich bei einem globalen Repository nicht möglich.

        Aber, das meinte Caspar glaube ich auch, wenn er schreibt

        Nicht nur, für gutes Design gibt es sehr gut anwendbare Bewertungskriterien. Es bleibt ein Rest Geschmacksfrage, aber das lässt sich imo gut trennen.

        Würde mich aber auch interessieren, was Du darunter verstehst. Wird das langsam Off Topic?

        • So wie es Webstandards gibt, an die sich gute Webentwickler/innen halten (begründbare Ausnahmen bestätigen die Regel!), so gibt’s auch Design-„Standards“, oder Prinzipien, an denen entlang sich Gestaltung beurteilen lässt. Ich bin kein Fachmensch in dem Bereich (sonst sähe die Seite hier anders aus ;)), aber ich meine z.B. so was und so was. Auch was der Herr Zeldman hier sagt, klingt mir nach einer tauglichen Faustregel – ironischer Weise besonders für nicht-kundenspezifische Themes, bei denen der Inhalt im Vorhinein nur sehr ungenau vorauszusagen ist.

      • @Monika

        Gutes, wirklich hervorragendes Design formt Inhalte => das kann sowieso kein Theme von der Stange

        Einspruch! 🙂 Könnten Themes von der Stange sehr wohl können – und ein paar können es auch. Die von Array gehen imo in die Richtung. Allerdings nehmen sich offenbar eher wenige Autorinnen oder Autoren die Zeit, wirklich alle gängigen Standard-Views in einer WordPress-Site zu berücksichtigen und saubere Stile dafür zu coden.

        Die Anmerkung mit dem kulturellen Aspekt bei der Bewertung von Design finde ich einen hervorragenden Denkanstoß, herzlichen Dank, Monika!

  12. Freut mich, dass ich einen anderen Aspekt einbrachte.

    Ich habe mir nun die Designs von array angesehen. Sie sehen für mich wie tausend andere aus. Und wenn du Datum, Name, Zeit, Kategorien, Tags wie Vorschrift auf wp org reinbringen musst, dann würden die auch weniger aufgeräumt und gut aussehen.

    Vom ewig nicht stimmenden Header Bild mag ich gar nicht reden, unabhängig, dass ich das mittlerweile als schlechten Stil empfinde, wenn ich auf drei von fünf Seiten mit einem bombastischen Bild empfangen werde und ich scrollen muss, um eine Chance zum Lesen zu haben => da wären wir bei der Subjektivität.

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