Offener Brief II – 500 Tage später

Liebe deutschsprachige WordPress-Community … jaja, er schon wieder. Ich dachte, ich schulde dir noch was seit dem letzten Mal.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich dich mutwillig angeniest, liebe deutschsprachige WordPress-Community, und du hast innerhalb von 7 Tagen 90 mal zurückgehustet.

Dann gab’s ein WordCamp Hamburg. Und ein Revival. Und mehr Meetups. Und ein WordCamp Europe in Sofia. Und ein WordCamp Köln, und noch ein WordCamp Europe, diesmal in Sevilla, und viele WordCamps quer durch Europa zwischendrin. Jetzt steht ein WordCamp Berlin vor der Tür. Und ich möchte nicht anstehen, nach 527 Tagen endlich mal Resümee zu ziehen und dir den gebührenden Respekt zu zollen.

I. Namen

Meine erste Schwierigkeit besteht darin, dass mir nur wenige deiner Namen einfallen.

Offener Brief 2014

Das war vor erst (!) gut einem Jahr. Mittlerweile kann ich dir, ohne lange nachzudenken, auf Anhieb gut zwei Dutzend Namen und Gesichter zuordnen – oder zumindest Profil-Fotos. Von diesen Namen und Gesichtern kannte ich locker die Hälfte vor einem Jahr noch überhaupt nicht.

II. Orte

Meine zweite Schwierigkeit, liebe WordPress-Community in Deutschland, besteht darin, dass ich dich nirgendwo als Gesamtheit, als ein Ganzes sehe.

Offener Brief 2014

War der Anspruch hinter diesem Vorwurf naiv? Muss es wirklich unbedingt ein singulärer Ort sein? Oder lag der Ursprung dieses Statements vielleicht eher in meiner persönlichen Weigerung, eine Dualität zu akzeptieren, deren Herkunftsgeschichte mich schlicht betrübte?

Wie auch immer, ein Jahr später scheint klar zu sein: Gemeinschaft braucht einen gemeinsamen Ort, auf jeden Fall.

Wir haben lange und zäh für eine P2-Plattform innerhalb von de.wordpress.org gekämpft und das Gesuch sogar bis zum Community Summit nach San Francisco getragen. Matt persönlich hatte in Sofia sein Ok dazu gegeben, und Andrew Nacin hatte mal schnell einen Proof of Concept aufgesetzt.

Dann passierte scheinbar nichts mehr. ›Scheinbar‹, weil eben doch eine Menge passiert, nur in anderer Reihenfolge, als wir es uns gewünscht hätten. Das #Meta-Team für WordPress.org leistet bewundernswerte Arbeit dabei, eine zehn Jahre alte Plattform sukzessive zu modernisieren und zu redesignen. Dass sich unser Wunsch nach einer Diskussionsplattform dabei in der Reihe der Aufgaben hinten anstellen muss, ist im globalen Kontext des Projekts nachvollziehbar.

Die Rosetta-Sites (also alle lokalisierten Projekt-Seiten à la {sprachkürzel}.wordpress.org) haben eine erste umfängliche Überarbeitung erhalten, so dass wir auf de.wordpress.org jetzt a) sauber trennen können zwischen der Validierung von Übersetzungen und der Blog-Redaktion, und b) gibt es endlich ein vernünftiges Blogarchiv und ein ziemliches responsives Theme. (Danke, Dominik! 😍)

#dewp @ Slack

Anmeldung für die dewp-Slack-Gruppe
Anmeldung für die dewp-Slack-Gruppe

Neben dem wiederbelebten de.wordpress.org hast du, liebe deutschsprachige WordPress-Community, dir einen neuen virtuellen Treffpunkt geschaffen, an dem du diskutierst und zusammenarbeitest: dewp.slack.com.

Alle können dorthin kommen, mitlesen und mitreden, ohne spezielle Einladung, einfach mit einem WordPress.org-Profil. Meetups und WordCamps werden dort besprochen, aber auch Themen, die dein Selbstverständnis, deine Identität als Open-Source-Gemeinschaft betreffen.

III. Tätigkeiten

Wo ist deine selbst gewählte gemeinsame Aufgabe, der rote Faden, das gemeinsame Ziel, das alle deine Beteiligten gemeinsam zu erreichen streben? Kurz: Wo ist dein „Wir“?

Offener Brief 2014

Es gibt wieder gemeinsame Projekte in dir, liebe deutschsprachige WordPress-Community – Projekte, die von einigen Wenigen für Viele gestemmt werden, aber die Wenigen sind keine Firma, keine in sich geschlossene Entität, sondern einfach ein paar Leute, die gemeinsam schaffen. Offene Küchen, sozusagen.

Die Plattform wpmeetups.de hat sich zu einem guten Beispiel für so ein Gemeinschaftsprojekt entwickelt, das pluginkollektiv und das PressWerk sind auf einem guten Weg, und sicher werden weitere folgen. Einzelne engagieren sich auf dem WordPress.org-Mutterschiff direkt – bei den Polyglots nach wie vor, und mittlerweile auch in den Community– und WordPress.tv-Teams.

Kurz: Du scheinst, bei allem natürlichen Individualismus in einem Open-Source-Projekt, immer öfter zu einem ›Wir‹ zu finden, liebe deutschsprachige WordPress-Community. Die gemeinsame Richtung ist kein frommer Wunsch mehr, sondern Realität.

Wusstest du, dass auch Communities in anderen Ländern dir für dein ›Revival‹ Anerkennung zollen? Dass die neu entstandenen Meetups in Italien sich, unter anderem, an deinem Beispiel orientiert haben, bevor sie die Wiederbelebung der italienischen WordPress.org-Seite in Angriff nahmen?

IV. Zustände

Im Juni 2014 hatte ich dir folgende Zustände unterstellt:

  1. Rückzug
  2. Perspektivlosigkeit
  3. Identitätsverlust
  4. Stagnation

Nichts davon sehe ich heute in dir, liebe deutschsprachige WordPress-Community; stattdessen, in keiner bestimmten Reihenfolge:

  • Engagement
  • Beständigkeit
  • Auseinandersetzung
  • Verbundenheit

Für alle diese Zustände – vielleicht besonders für den der Verbundenheit, nach innen, wie nach außen – scheinen deine Treffen IRL, die Meetups und WordCamps, essenziell zu sein.

Deswegen finde ich es persönlich auch so wunderbar, dass du heuer deine ungeschriebene ›Nur-1-WordCamp-pro-Jahr‹-Regel gekippt hast. Was mich angeht, kann es in D/A/CH ruhig vier bis sechs WordCamps und mehr im Jahr geben. (Hallo, Konstantin! 😉 )

Was ich mir und dir für deine Zukunft wünsche, liebe deutschsprachige WordPress-Community, wäre ein Bewusstsein in dir, dass dem Streben nach Perfektion einen Anker der Akzeptanz hinzufügt. Akzeptanz deiner Schwächen als Merkmale deiner Schönheit vielleicht.

Das wäre dann wohl …

Selbstliebe?

Deutsche Gründlichkeit in allen Ehren, aber in einem Open-Source-Projekt muss und kann nicht alles immer zu 100% klar geregelt sein. Zustände von Unklarheit auszuhalten gehört doch irgendwie ziemlich zwingend zur menschlichen Erfahrung auf diesem Planeten dazu, oder?
(Und Gott weiß, dass der Autor dieser Zeilen auch als ü40 immer wieder seine Schwierigkeiten damit hat.)

Kannst du, liebe deutschsprachige WordPress-Community, akzeptieren, dass du nie perfekt sein wirst, und dich selbst dafür lieben? Kannst du dich der sicheren Prognose stellen, dass vieles immer wieder nicht klar oder transparent und von ›außen‹ – also von denen, die sich nicht die Mühe machen, an und in dir mitzuwirken – nur schwer nachzuvollziehen sein wird?

Kannst du es zu einer tragenden Säule deines Selbstverständnisses, deiner Identität machen, verletzlich zu sein? Nicht verschanzt hinter Mauern aus Regelwerken und selbst auferlegten Paragraphen, sondern frei stehend und angreifbar?

Kannst du all deinen Mut zusammen nehmen und dir selbst deine eigene Unvollständigkeit als ein Plus an Menschlichkeit auslegen, anstatt als Schwäche? Kannst du in Zukunft einfach dazu stehen, und dich nicht schamvoll einigeln und an neuen Statuten feilen, damit bloß nie jemand anklagend mit dem Finger auf dich zeigen wird?

Du hast gute Menschen in dir, liebe WordPress-Community, mit guten Werten und einem integren Verantwortungssinn für ihre Gemeinschaft. Mehr als auf zementierte Strukturen oder Regeln, könntest du auf diese Menschen vertrauen und ihnen Mut machen. Sie hätten es verdient.

Wenige für Mehr – alles gut.

WordCamp-Shirts in spanischer Sonne
WordCamp-Shirts in spanischer Sonne

Ich sehe dich jetzt, liebe deutschsprachige WordPress-Community. Du bist da, du bist Vielfalt, du bist im schönsten Sinne europäisch.

Es werden immer nur einige Wenige von Hunderten oder gar Tausenden sein, die dich vorwärts bringen und dafür sorgen, dass deine Hände fleißig und deine Türen offen bleiben. Solange du diese Wenigen gut behandelst, ist alles gut.

Kein Aufruf, kein Appel, kein Gemecker diesmal, nur (wieder einmal) dies zum Nachdenken:

  • Es ist allzu leicht, Diskussionen über Struktur, Abteilungen, Regeln und Verhaltenskodex zur Beute zu fallen.
  • Fragen, die dir (und anderen) wichtig sind, hinter einer Computer-Tastatur zu erörtern, ist riskant insofern, als dass es zu Missverständnissen führen kann, die ihrerseits die Lage wiederum verschlimmern.
  • Technik ist nicht einfach eine „schnellere Methode sozialer Interaktion“, sondern vielmehr eine ganz andere, mit einigen sehr eklatanten Einschränkungen.
  • Territorien und Grenzen und all die Wut, die mit ihnen kommt, wie Exkommunikationen, elitäre Kreise und Machtkämpfe (ob wirklich, oder wahrgenommen), schaffen Inseln, nicht Kontinente. Und zwar zornige.
  • Technische Finesse oder Fanatismus, egal welcher Richtung, bringen nicht Exzellenz, sondern semi-religiösen Eifer hervor, verteidigt von Rittern des Dogmas, Priestern und – am schlimmsten von allen – Päpsten.
  • Mit Aldous Huxleys Worten: „Konsistenz steht im Gegensatz zur Natur, im Gegensatz zum Leben. Die einzigen vollständig konsistenten Menschen sind tot.“

[…] Kurz, ich weiss nicht, welches die genauen Probleme sein mögen, wenn man eine Gemeinschaft aufbaut, aber ich kenne ganz sicher deren Lösung.

Die Antwort ist Anmut, immer.

Zé Fontainhas, Anmut

14 Antworten zu “Offener Brief II – 500 Tage später

  1. Sehr schön geschrieben. Diese offene Antwort auf das letzte Jahr macht richtig Mut. Ich bin ja mehr oder weniger mit deinem letzten Brief in die Community eingestiegen und hatte damals nicht richtig nachvollziehen können, was du damit angeprangert hast. Aber ich freue mich im letzten Jahr diese positive Entwicklung mit erleben zu dürfen.

    Ich denke wir haben noch viel Verbesserungspotenzial, aber das soll uns nicht demotivieren und aufhalten stetig weiter zu machen. Für mich heißt das ganz pragmatisch „Hör auf so deutsch zu sein“ – Es muss nicht immer 100%tig stimmen und nicht alles muss ins kleinste Detail durch geplant sein. Wer keine Fehler macht hat nie etwas neues ausprobiert. 🙂

    • Danke. 🙂

      Weniger ›deutsch‹ sein, oder vielleicht einfach kreativer? Können wir ›Gründlichkeit‹ vielleicht auf den Bereich der Empathie in zwischenmenschlicher Interaktion verlagern? Gewissenhafte Empathie quasi? Nur so ein Gedanke …

  2. Du hast gute Menschen in dir, liebe WordPress-Community, mit guten Werten und einem integren Verantwortungssinn für ihre Gemeinschaft. Mehr als auf zementierte Strukturen oder Regeln, könntest du auf diese Menschen vertrauen und ihnen Mut machen. Sie hätten es verdient.

    Empathie ist für mich hier die Lösung schlechthin. Wer sich in die Situation des anderen hinein versetzen kann, der kann auch seine Position verstehen. Sei es eine abgelehnte Übersetzung, ein fehlendes Feature, welches der Entwickler nicht einbauen möchte, etc. – erst wenn wir uns zumindest „nachvollziehen“ können, ist der Weg offen für eine Verständigung (z.B. per Kompromiss). Empathie ist der Schlüssel zu alldem.

    Gerade für die Menschen an den Schnittstellen ist es ein unglaublich aufreibender Prozess. Ständig zwischen den Stühlen sitzend. Immer im Fadenkreuz der Kritik. Vertrauen, Mut, aber auch Mithilfe und Verständnis würde uns helfen.

    • Danke für den ehrlichen Kommentar, Torsten. ›Nachvollziehen‹, höre ich manchmal, lässt sich manches Community-Zeugs nicht so einfach. Das betrifft aber das ganze Open-Source-Projekt WordPress, nicht nur den deutschsprachigen Bereich.

      Es gibt einige Aktive, die im Zentrum wirbeln und sich naturgemäß nur wenig Zeit für Erklärung oder Dokumentation nehmen, weil sie sowieso schon ehrenamtlich ihre Freizeit investieren, um Dinge umzusetzen.

      Dann gibt es welche, die von ›außen‹ auf das Gewirbel schauen und einfach nur viel Staub sehen. Und die fragen sich dann, was denn hier bloß los ist, und haben nicht wirklich Lust, auch noch empathisch zu sein für etwas, was sie nicht verstehen.

      Und schließlich gibt es noch ein paar Dritte, die schauen lange genug auf diese Staubwolke und denken sich: ›So, und jetzt will ich wissen, was da genau abgeht und wieso …‹ – und das sind dann diejenigen, die echte Fragen stellen (im Gegensatz zu rhetorischen Fragen), Eigeninitiative zeigen und anfangen mitzumachen.
      Vor einem Jahr hätte ich gesagt: die brauchen wir! Mittlerweile glaube ich, dass alle drei Gruppen (und alle anderen sonst auch) zu einer organisch wachsenden Community gehören.

  3. Gerade für die Menschen an den Schnittstellen ist es ein unglaublich aufreibender Prozess. Ständig zwischen den Stühlen sitzend. Immer im Fadenkreuz der Kritik. Vertrauen, Mut, aber auch Mithilfe und Verständnis würde uns helfen.

    Verständnis und Wertschätzung für die Wenigen, die für die Vielen ihre kostbare Lebenszeit dir, liebe Community, zur Verfügung stellen.

    Danke dir Caspar für deinen offenen Rückblick. Er zeigt, dass sich doch etwas bewegt. Auch wenn die Beteiligten echt ein dickes Fell brauchen, um die Vielfalt der Persönlichkeiten zu einer tragfähigen Substanz zu formen.

    Empathie? Auf jeden Fall. Nur bitte nicht bis zur Selbstaufgabe.

    Das letzte Jahr hat auch seine Schattenseiten was den Mangel an Wertschätzung für die „stillen“ Helfer hier und da deutlich gemacht hat.

    Meine Bitte an alle Beteiligten, sich stets klar zu machen, das auf der anderen Seite der Tastatur auch ein Mensch sitzt. Ein Mensch mit eigener Geschichte und eigenem Lebensweg.

    Akzeptanz und Respekt wäre hier mal ganz nett 😉

    Ich freue mich darauf am kommenden Wochenende DIE Menschen zu treffen, die mein Leben bereichert haben und mich stets auf’s Neue motivieren wieder mehr öffentliches Engagement in die Community einzubringen.

    • Empathie? Auf jeden Fall. Nur bitte nicht bis zur Selbstaufgabe.

      sich stets klar zu machen, das auf der anderen Seite der Tastatur auch ein Mensch sitzt.

      Absolute Zustimmung! <3

      ›Nachvollziehen‹, höre ich manchmal, lässt sich manches Community-Zeugs nicht so einfach.

      Ja, das ist wohl so. Meine ersten Internet-Erfahrungen Ende der Neunziger waren geprägt von einer Usenet/Foren-geprägten Kultur. Hier galt die Devise erst einmal still mitzulesen und zu lernen, bevor man Fragen stellt oder versucht Fragen zu beantworten. Das ist mühsam, aber es gibt nun mal keine Abkürzung für Erfahrungen. Und nach vielen Stunden der unbezahlten Arbeit kann ein „Warum ist das so und nicht anders?“ auch ganz schön weh tun.

      Wie schrieb Zé so schön beim Abschied als „Lead“ der Polyglots. „Ich biete nur noch Meinungen, keine Lösungen.“

      Das gilt in der Open-Source-Community eigentlich überall und diese Freiheit gilt es auszuhalten. Aber das bedeutet nicht, dass Vorbereitung, Planung und Gewissenhaftigkeit über Bord geworfen werden können oder sollten. Gerade auf die Erfahrung derjenigen, die etwas schon mal gemacht haben, sollte zurückgegriffen werden. Nicht jeder Fehler muss von jedem noch einmal neu gemacht werden. Wobei das sicher eine Gratwanderung ist. Und es ist „nur“ meine Meinung … 😉

  4. Es ist sicherlich und sichtbar vieles positiv optimiert worden: Mehr WordCamps, ein gemeinsamer Ort = Slack.

    Ich persönlich mag aber nicht so ganz in diese Lobeshymne mit einstimmen.

    1.) Sehe ich immer nur dieselben Namen, der Leute, die aktiv sind. Und bis auf ganz wenige Ausnahmen, waren diese auch vorher bereits in der WP-„Szene“ bekannt und aktiv. Vielleicht haben diese nun etwas neuen Schwung erhalten.

    2.) WordCamps und -Meetups wäre das einzige echte Fazit, worin ich wirklich tolle Fortschritte in der Expansion und Organisation sehe. Sorry, natürlich auch im Forum hat sich mehr Mitarbeit gezeigt, das muss auf jeden Fall hier auch positiv erwähnt werden.

    3.) Es werden zwar regelmäßig zuverlässig Release-Beiträge auf de.wordpress.org veröffentlicht, alles weitere jedoch wird Einzelkämpferisch eingebracht.

    4.) Irgendwie geht nichts mehr vorwärts, man ruht sich auf dem Erreichten aus – nur meine Meinung. War es nicht Ziel, die „Community“ zu erreichen? Ebenso Ziel, „Neueinsteiger“ zu finden, ihnen WordPress zu erklären, zu zeigen, ihnen Mut zu machen, sich etwas in das Mitwirken einzubringen? Wo wird daran gearbeitet (außer wie bisher in Meetpus und Camps)?

    5.) Wo ist der „Hub“, der de.wordpress.org eigentlich werden sollte?

    6.) Zu den internen Diskussionen: Wenn über mehrere Etappen an einem Thema diskutiert wird, Abstimmungen stattfinden um dann irgendwann die ganze bisherige Diskussionskultur in Frage zu stellen – und somit die ganze bisherige Diskussion ad absurdum zu führen – dann stimmt etwas grundsätzlich nicht. Das hat rein gar nichts mit einem deutschen Anspruch auf Perfektionismus zu tun.

    7.) Wo finden Neulinge Erklärungen, was es mit wpde.org, de,wordpress.org, wordpress.com, automattic, foundation auf sich hat, wo können sie sich orientieren, die richtigen Ansprechpartner zu finden, oder den Ort, um sich persönlich zu engagieren? Darüber gab es heftige Diskussionen nach dem ersten „offenen Brief“ von Caspar.

    8.) Wie und wo tragen wir (die aktive deutschsprachige Community) WordPress hinaus in die deutschsprachige Welt? Reichen, Meetups, Camps und 2 Websites, bzw. deren Veröffentlichungen? WordPress zu erklären, verständlich zu machen, einen leichten Zugang zu ermöglichen, in Presse und anderen öffentlichen Portalen zu präsentieren – all das würde letztendlich jedem einzelnen von uns zu Gute kommen.

    Das ist nur meine Meinung. Klingt frustriert, ist auch etwas frustriert, soll aber kein Klagelied sein, sondern einfach nur die Bitte aussprechen:

    Bitte, ruht euch jetzt nicht aus. Denkt weiter. Macht weiter. Sucht ständig nach Optimierungsprozessen.

  5. @Angelika Danke für deinen Kommentar! Und schön, dass du Punkte ansprichst, die dich stören. Ich möchte nicht zu allen was sagen, aber zu ein paar:

    Ich persönlich mag aber nicht so ganz in diese Lobeshymne mit einstimmen.

    Brauchst du auch nicht, du hast ja damals nicht so laut gemeckert wie ich. 😉 Scherz beiseite, natürlich gibt es eine Menge besser und (zumindest in meinem Fall) mit mehr Kontinuität zu machen. Mein persönliches Bedürfnis in diesem Artikel bestand darin, die Fortschritte darzustellen. Ist natürlich komplett subjektiv, wie dieser ganze Blog hier. Deiner Bitte, jetzt nicht aufzuhören, möchte ich mich anschließen. Ich selbst habe fest vor, ab 2016 wieder sichtbarer an unserer Community mitzugestalten.

    Wo finden Neulinge Erklärungen, was es mit wpde.org, de.wordpress.org, wordpress.com, Automattic, Foundation auf sich hat

    Im Kleinen zum Beispiel hier. Oder auf make.wordpress.org bzw. im offiziellen WordPress.org-Slack. Klar, das kostet Mühe. Darf es aber imo auch.

    wo können sie sich orientieren, die richtigen Ansprechpartner zu finden, oder den Ort, um sich persönlich zu engagieren?

    Es gibt ein de.wordpress.org, auf dem Inhalte gepostet werden. Und es gibt den dewp-Slack. Und Foren in Deutsch. Abgesehen von der schon erwähnten Tatsache, dass es auf jeden Fall viel zu verbessern gibt, behaupte ich mal: Wer ernsthaft mithelfen möchte, wird mit einfachen, gezielten Fragen, wo was zu tun ist, im dewp-Slack oder bei w.org direkt relativ schnell weiterkommen.

    Was es weder auf make.wordpress.org, noch im deutschsprachigen Community-Bereich besonders häufig gibt, ist statische Information zum ›Contributing‹, die man quasi aus dem Off verkonsumieren könnte, ohne sich bereits direkt zu beteiligen. Zum Beispiel, um sich dann in Ruhe zu überlegen, ob und wo man dabei sein möchte. Ich persönlich bin mir momentan nicht wirklich sicher, ob dieser Mangel wirklich einer ist. Wie gesagt, wer entschlossen ist zu helfen, findet seinen Weg schnell in die Teams. Du selbst bist ein bravouröses Beispiel dafür. 🙂

  6. Man findet fast alles – irgendwo.

    Betonung auf „deutschsprachig“ und noch mehr Betonung auf de.wordpress.org als Hub.

    Türen öffnen, Leuten zeigen, warum es sich lohnt, WordPress zu nutzen, oder mitzuwirken. Wer das nicht weiß und kennt, wird nicht suchen.

    Dann hatte ich wohl ganz gründlich damals die Intention des offenen Briefes verstanden.

    • Das sollte natürlich „missverstanden“ heißen

      Dann hatte ich wohl ganz gründlich damals die Intention des offenen Briefes und so einiges andere missverstanden.

  7. Hu, verzeihe mir bitte den dritten Beitrag in Folge. Aber ich lese gerade noch einmal deinen „offenen Brief 1“

    Zitat:
    „Wo, liebe WordPress-Community in Deutschland, ist der zentrale, motivierende, begeisterte Aufruf zur Mitarbeit an diesem einzigartigen, internationalen Software-Friedensprojekt, das heute über 30 Millionen Websites powert und das die Open-Source-Idee mittlerweile schon an Kinder weitergibt – hurra, die Schule brennt, wir bloggen es mit WordPress?!

    Wo finde ich, liebe WordPress-Community in Deutschland, die detaillierte Anleitung zum Mitmachen? Wo werde ich eingeladen, abgeholt, freundschaftlich in die Rippen gestoßen, doch bitte ein Quentchen meiner Zeit und meiner Fähigkeiten als Beitrag zu geben und ein aktiver Teil dieser freundlichen Gemeinschaft zu werden – Teil von dir, liebe WordPress-Community in Deutschland! – die wiederum Teil einer globalen, internationalen, friedlichen und produktiven Gemeinschaft ist – wo??“

    • Nein, du hast nichts missverstanden, sondern meine persönliche Sichtweise hat sich etwas verändert. Ich sehe das, was ich damals als (Auf-)Forderung formuliert habe, immer noch als wichtig an – also z.B. Ressourcen zu schaffen, um Leute abzuholen. Und gleichzeitig sehe ich heute – mehr als damals – auch sehr die Verantwortung des Individuums in der ganzen Kiste. Man könnte auch polemisch sagen: Der Hübinger hat mitgekriegt, wie viel Arbeit es macht, ›Leute abzuholen‹. Und da Arbeit im Open-Source-Kontext meistens unbezahlte Arbeit in der Freizeit bedeutet, glaube ich heute besser als damals zu verstehen, warum jene Ressourcen fürs On-Boarding in der Praxis leicht die geringere Priorität abbekommen, als Arbeiten an Übersetzungen, im Forum, oder am Core. Nennen wir es einfach eine Horizonterweiterung … 😉

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